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VOR 50 JAHREN: PREMIERE DES DSV-POKALS IN DUISBURG

Es begann vor 50 Jahren hier in Duisburg: Vom 14. bis 16. Juli 1972 wurde an der Wedau der erste deutsche Pokalsieger im Wasserball gekürt. Hier setzte sich in einer Sechserrunde mit 15 Spielen der ASC Duisburg an die Spitze des Feldes und holte sich seinen ersten von bis dato vier Erfolgen im deutschen Pokalwettbewerb, der bis heute als „DSV-Pokal“ im nationalen Jahreskalender des Wasserballs verblieben ist.

Die Premiere des zweiten nationalen Titelkampfes neben der bereits seit 1912 ausgespielten Meisterschaft war allerdings einem aktuellen Anlasse geschuldet. Aufgrund der intensiven Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1972 in München durften die Nationalspieler an der damals nur in der Freiwasserzeit ausgetragenen Bundesliga nicht für ihre Vereinsteams an den Start gehen. Als Kompromiss gab es in den beiden Bundesliga-Staffeln für 1972 weder Auf- noch Absteiger.

Als Ersatz für den in diesem Jahr nicht vergebenen deutschen Meistertitel spielten die jeweils drei bestplatzierten Teams, ebenfalls ohne die Olympiakandidaten, in dem bewährten Sechserturnier unter dem Namen „DSV-Pokal“ erstmals einen nationalen Pokalsieger aus. Leidtragende der Spielerabstellung waren insbesondere der amtierende Meister SC Rote Erde Hamm und Aegir Uerdingen, deren Teams den für den Endrundeneinzug geforderten dritten Platz in der Bundesliga Nord verpassten.

Gespielt wurde jedoch nicht im ASCD-Vereinsbad, sondern im Vorläufer des heutigen Schwimmstadions, das damals noch eine reine Freiwasserarena war. Der Veranstaltungsbericht im Amtsblatt birgt jenseits der Resultate zum Bedauern des interessierten Betrachters nur wenige Details; Namen blieben die Ausnahmen, und Bilder waren sogar gänzlich Fehlanzeige. Zu den Akteuren des vierplatzierten Ersten Offenbacher SC gehörte unter anderem das spätere LEN-Fachausschussmitglied Manfred Vater. Der ein oder andere Teilnehmer wird sich vermutlich am Wochenende zu erkennen geben …

Kuriose Randnote: Nach dem damaligen Regularien wurden im Falle einer Punktgleichheit erste Plätze eines Wettbewerbs noch durch ein Entscheidungsspiel vor Ort ermittelt. Hier behielt Duisburg gegen den punktgleichen SV Würzburg 05 nach dem 6:3-Erfolg im Rundenspiel abermals die Oberhand, diesmal mit 5:3. Die Rheinländer hätten allerdings auch nach der Tordifferenz oder dem heute wieder gültigen Direktvergleich an der Spitze gelegen. Den vorzeitigen Titelgewinn hatten die Duisburger im dritten Abschnitt mit einer 5:6-Niederlage gegen den späteren Bronzemedaillengewinner SV Poseidon Hamburg liegengelassen.

Der zunächst der Olympiavorbereitung geschuldete Wettbewerb blieb allerdings im Jahreskalender des deutschen Wasserballs und etablierte sich. Gespielt wurde in den folgenden Jahren jeweils während der Wintermonate in Turnierform, so dass die Pokalwettbewerb den Status einer inoffiziellen Hallenmeisterschaft bekam. Erst mit der Umstellung auf eine Ganzjahressaison in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre bekam der DSV-Pokal sein heutiges Gesicht als ein reiner K.o.-Wettbewerb in Anlehnung an den DFB-Pokal des Fußballs.

DSV-Pokal 1972

Finalturnier in Duisburg

1. ASC Duisburg 8:2
2. SV Würzburg 05 8:2
3. SV Poseidon Hamburg 5:5
4. SC Spandau 04 4:6
5. Erster Offenbacher SC 4:6
6. Duisburger SV 98 1:9

Entscheidungsspiel um Platz eins
ASC Duisburg – SV Würzburg 05 5:3

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