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Erfolgreicher Abschied für Trainerlegende: SV Cannstatt erreicht nächste Pokalrunde

Die meisten Zuschauer hatten das Mombachbad längst verlassen, da versammelte Andras Feher nochmal alle Spieler um sich. Es war eine außergewöhnlich lange Ansprache, die der Cannstatter Trainer vorbereitet hatte – zum Abschied wollte er seinen Schützlingen einiges mit auf den Weg geben.
Ein letztes Mal hat Andras Feher am vergangenen Wochenende die Herrenmannschaft des Schwimmverein Cannstatt betreut. Am Samstag triumphierten die Gastgeber mit 33:8 (9:1,9:4,5:1,10:2) gegen den SVV Plauen, am Sonntag gewannen sie gegen den SV Poseidon Hamburg mit 24:11 (5:2,6:3,7:4,6:2).
Damit sicherte sich der SV Cannstatt einen Platz im Achtelfinale des DSV-Pokals, der an diesem Turnierwochenende ausgespielt wurde. Und Andras Feher durfte einmal mehr die Fäuste gen Hallendecke recken. „Wir hatten genau das richtige Tempo, haben viele schöne Tore erzielen können“, sagte der 67-Jährige nach Abpfiff.
586 Tage lang hatten Feher und seine Mannschaft auf den Restart im offiziellen Spielbetrieb warten müssen. „Einfach wird es sicherlich nicht“, warnte SVC-Kapitän Lennart Löscher deshalb vor Turnierbeginn. „Wir haben uns zwar mit Trainingsspielen fit gehalten, so ein Turnier ist aber eine ganz andere Belastungsprobe.“
Doch die Sorgen des Spielführers waren unbegründet. Das erste Tor des Turniers erzielten zwar die Plauener, dafür hielt die Euphorie der Gäste nicht lange: In der zweiten Spielminute eröffnete Finn Julius Wörn eine Serie aus elf Cannstatter Treffern, von der sich die Sachsen nicht mehr erholten.
Auf Cannstatter Seite sorgten Routiniers wie Mike Troll oder Tim Hornuf für die Torausbeute, während Altmeister Volker Wörn die Abwehr dirigierte. Der mittlerweile 54-jährige Schlussmann war vor einem Monat zur Mannschaft gestoßen, nachdem die beiden etatmäßigen Torhüter ihre Turnierteilnahme verletzungsbedingt absagen mussten. „Mir hat es großen Spaß gemacht, die junge Truppe zu unterstützen“, sagte Wörn am Sonntag. Symbolhaftes hatte sein Einsatz auch: „Ich stand bei Andras‘ erstem Spiel im Tor, jetzt durfte ich bei seinen letzten beiden Auftritten dabei sein“, so Wörn.
Nach dem 33:8-Kantersieg folgte am Sonntag das Entscheidungsspiel um den Achtelfinaleinzug gegen den SV Poseidon Hamburg. Der Erstligist war als Favorit in das Turnier gegangen, hatte aber bereits am Samstagabend gegen Plauen lange um den Sieg kämpfen müssen.
Auch gegen den SVC fanden die Hanseaten nur mühsam ins Spiel, gerieten früh mit vier Toren in Rückstand. Das Pressing der Cannstatter machte den Gästen zu schaffen, eröffnete ihnen im weiteren Spielverlauf aber auch so manche Chance: Schon früh hagelte es Hinausstellungen gegen den SVC, insgesamt 18-Mal sollten die Hamburger am Ende in Überzahl gewesen sein.
Dass aus den Chancen kaum Tore wurden, lag vor allem an einem Cannstatter: Einmal mehr bewies Volker Wörn seine Klasse, parierte Schuss um Schuss und trieb die Nordlichter damit an den Rand der Verzweiflung. Den Rest erledigte die Offensive, die zwar deutlich mehr Fehlschüsse anhäufte als im ersten Spiel, am Ende aber trotzdem 24 Treffer vorzuweisen hatte. „Wir wollten unseren Trainer mit einem schönen Spiel verabschieden, das hat uns nochmal extra motiviert“, erklärte Löscher nach Spielende. „Das Spiel hat außerdem gezeigt, dass wir durchaus Potenzial für die erste Liga haben und uns trotz Corona weiterentwickeln konnten.“
Und Andras Feher? Der blieb selbst nach Abpfiff cool. „Ich war an diesem Wochenende hundertprozentig gefordert. Da konnte ich gar nicht dran denken, dass das mein letztes Turnier war“, sagte er. Eins aber steht jetzt schon fest: Das Erbe, das Andras Feher seinem Nachfolger Jürgen Rüdt hinterlässt, könnte größer kaum sein.
Für den SV Cannstatt waren im Einsatz:
Volker Wörn (im Tor), Tim Hornuf (9 Tore gegen Plauen/3 Tore gegen Hamburg), Philipp Hartmann (2/1), Thomas Hartmann (0/1), Lennart Löscher (1/4), Tim Kraut (4/2), Patrick Färber (3/3), Evan Müller (1/0), Christian Vogel (1/1), Mike Troll (7/3), Finn Julius Wörn (3/4), Alexander Wottschel (0/1), Bojan Marin (2/1).

Bild:Benjamin Lau

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