Derby-Spannung für 22 Minuten – SSVE verliert am Ende klar gegen SVL

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Derby-Spannung für 22 Minuten – SSVE verliert am Ende klar gegen SVL

Kurzfristiger Ausfall von Center Sopiadis wiegt schwer – 17:11-Niederlage

Esslingen – Das Neckar-Derby zwischen dem gastgebenden SV Ludwigsburg und dem SSV Esslingen fand letztlich einen deutlichen Sieger. Doch die 11:17 (4:3, 5:4, 5:4, 3:0)-Niederlage für die Esslinger spiegelt den Spielverlauf über weiter Strecken nicht wieder.

Ein Wasserballspiel dauert 32 Minuten. Und was dann auf der Anzeigetafel steht, ist das was zählt. Blickt man nur darauf, so steht für die Bundesligawasserballer des SSV Esslingen eine klare 11:17-Niederlage gegen die regionale Konkurrenz vom SV Ludwigsburg zu Buche. Doch auch wenn eine Derbyniederlage immer schmerzt, so ist dennoch zu konstatieren, dass die SSVE-Sieben 22 Minuten das Spiel offen gehalten hat und letztlich am Ende der Ludwigsburger Favoriten-Sieg ein paar Tore zu hoch ausgefallen ist. Schmerzhaft für den SSVE war sicher der kurzfristige krankheitsbedingte Ausfall von Centerspieler Nummer 1 Konstantinos Sopiadis. Bis zuletzt hatte man noch auf einen Einsatz des zuletzt bärenstarken 23jährigen gehofft. Ersetzbar ist der Centerspieler nicht, daher musste das Trainerteam kurzfristig taktische Änderungen vornehmen. SSVE-Trainer Hannes Rothfuß sah die Leistung seiner Mannschaft nach dem Spiel zweigeteilt: „Die Jungs haben zweieinhalb Viertel ihre Sache gut gemacht. Es war bis zu diesem Zeitpunkt ein Spiel, das in beide Richtungen hätte gehen können. Wir verlassen dann leider zu häufig unsere ausgemachte Taktik und ermöglichen so den Ludwigsburgern relativ einfache Tore, die am Ende den Unterschied machen. So kommt am Ende ein Ergebnis zu Stande, das zu deutlich ausfällt. Die sechs Tore Differenz sind zu viel und spiegeln nicht den Leistungsstand der Mannschaften wieder. Wir freuen uns bereits auf das Rückspiel und hoffen, dass wir dann in Bestbesetzung antreten können!“ Auch Mannschaftskapitän Marvin Thran sieht die beiden Teams nicht so weit auseinander, wie es das Ergebnis glauben lässt: „Glückwunsch an Ludwigsburg. Letztendlich war es ein verdienter Sieg für unsere Nachbarn. Über weite Strecken haben wir ganz gut mitgehalten. Leider hat es am Ende nicht zu mehr gereicht und so konnte sich Ludwigsburg dann doch absetzen. Dennoch bin ich ein bisschen enttäuscht. Mit Kosta wäre eventuell mehr drin gewesen.“

Den ersten Treffer der Partie erzielte der sechsfache Torschütze Marko Martinic in der 3. Spielminute. In Überzahl kam der SSVE durch Nenad Stojcic zum Ausgleich. Ein verwandelter Strafwurf brachte die Gastgeber wieder in Führung, doch erneut in Überzahl und erneut durch Neuzugang Stojcic kam der SSVE zum Ausgleich. Nationalspieler und Ex-SSVE-Spieler Timo van der Bosch bewies seine Qualitäten auf der Centerposition und traf zur 3:2-Führung für den SVL. Ein weiteres gutes Überzahlspiel bescherte dem SSVE das 3:3, erfolgreich dieses Mal vom rechten Pfosten Linkshänder Valentin Finkes. Sechs Sekunden vor dem Viertelende gelang den Ludwigsburgern noch das 4:3.

Zu Beginn des zweiten Abschnittes dann die erste Zwei-Tore-Führung, als der spätere „Spieler des Tages“ Nino Blazevic aus dem Rückraum zum 5:3 traf. Doch bis zur Mitte des zweiten Viertels kam Esslingen zurück: erst traf Peter Karteszi bei ablaufender Zeit aus dem halbrechten Rückraum zum Anschluss, ehe Aleksa Boskovic in Überzahl auf schönes Zuspiel von Nenad Stojcic den Ausgleich zum 5:5 markierte. In dieser Phase waren die Esslinger dran und hätten dem Spiel auch einen anderen Verlauf geben können, ließen jedoch in den Folgeminuten zu viele Chancen liegen. Stattdessen kamen die Ludwigsburger durch ein Tor in doppelter Unterzahl sowie einen Kontertreffer zur abermaligen Zwei-Tore-Führung. Doch der SSVE blieb dran und vor allem in Überzahl gefährlich: ein Pass von Robin Rehm auf Nenad Stojcic, der vom linken Pfosten aus zum 7:6 einnetzte. In Unterzahl kassierten die Esslinger dann zwar das 8:6, ein Rückraumtreffer von Marvin Thran sorgte schnell für den erneuten Anschluss. Doch wieder kurz vor Viertelende kamen die Gastgeber zu einem Treffer, sodass es mit 9:7 in die Halbzeit ging.

Die erste Drei-Tore-Führung für den SVL besorgte Marko Martinic, der Toptorschütze der Ludwigsburger, den der SSVE nie wirklich in den Griff bekam. Uros Fabic traf von Linkaußen zum 10:8, Passgeber war einmal mehr Nenad Stojcic. Pech in der 19. Spielminute für SSVE-Torwart Boris Tepic, als ein Schuss aus dem Rückraum vom Pfosten an seinen Rücken prallte und von dort ins Tor. Der 17jährige Aleksa Boskovic traf aus dem Rückraum zum 11:9. In Unterzahl musste der SSVE die nächste Drei-Tore-Führung ihrer Gegner hinnehmen, doch Marko Zemun hielt sein Team mit seinem Kontertreffer zum 12:10 weiter auf Schlagdistanz. Und auch den nächsten Gegentreffer per Strafwurf beantworteten die Esslinger mit einem eigenen Tor zum 13:11, erfolgreich dieses Mal Peter Karteszi aus ganz spitzem Winkel. Und wieder waren nur noch drei Sekunden auf der Uhr, als der SVL kurz vor Viertelende zum 14:11 traf.

Auch zu Beginn des letzten Abschnittes hielten die Esslinger noch gut dagegen, doch der Kräfteverschleiß aufgrund der taktischen Umstellung nach dem Ausfall von Center Konstantinos Sopiadis war mehr und mehr zu spüren: im Angriff fehlte dem SSVE oft die Nähe zum Tor und damit die Gefährlichkeit. In der Abwehr überstanden sie zwar zwei Unterzahlspiele in Folge schadlos, doch auch das kostete nur noch mehr Kraft. Nach einer Auszeit und erneuter Überzahl trafen schließlich die Ludwigsburger in der 29. Minute zum entscheidenden 15:11. Zwei weitere Tore, das letzte wieder per Strafwurf, ließen den Sieg der Gastgeber am Ende aus SSVE-Sicht zu deutlich werden.

Zwar ist der SSVE als Verlierer aus dem Wasser gestiegen, jedoch war man auch als Außenseiter in das Spiel gegangen und musste kurzfristig auf einen wichtigen Pfeiler des eigenen Spiels verzichten. Mit 22,7 Jahren Durchschnittsalter hatte der SSVE ein drei Jahre jüngeres und mit vielen Eigengewächsen gespicktes Team im Wasser, im Gegensatz dazu traten die Ludwigsburger mit vielen Profis und ohne einen „echten“ Ludwigsburger an.
Für die Esslinger Wasserballer folgt nun wieder ein echtes Heimspiel. Am kommenden Samstag um 15:30 Uhr treffen sie auf Rekordmeister Spandau 04, ein Wiedersehen mit dem zu den Berlinern gewechselten Nationalspieler Zoran Bozic steht also an.

Für den SSVE im Einsatz waren:

Boris Tepic (Torwart), Miklos Barothy, Marvin Thran (1 Tor), Valentin Finkes (1), Marko Zemun (1), Uros Fabic (1), Robin Rehm, Simon Rehm, Peter Karteszi (2), Nenad Stojcic (3), Aleksa Boskovic (2), Kende John, Alexandros Vlantoussis (Torwart).

Foto: Marko Zemun auf der Suche nach einer Anspielstation (Foto: BeLa Sportfoto)

Mit sportlichen Grüßen
Axel Hänchen

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