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Waspo 98 holt sich den Pokal zurück

Es war ein Offensivspektakel in der Sport- und Lehrschwimmhalle in Berlin-Schöneberg. Titelverteidiger Spandau 04 verlor das Finale um den DSV-Pokal gegen den deutschen Meister Waspo 98 Hannover mit 14:18 und musste den Niedersachsen die Feierlichkeiten nach Spielschluss überlassen.

Vor nur rund 100 Besuchern, darunter auch einige Fans aus Hannover, boten beide Teams eine sehr hochklassige Partie. Die Tore der Berliner durch Dmitrij Kholod, Denis Strelezkij und erneut Kholod konnten Ivan Nagaev in Überzahl, Darko Brguljan nach einem Freiwurf und Julian Real aus kurzer Distanz ausgleichen. Den ersten Führungstreffer für die Mannschaft von Trainer Karsten Seehafer erzielte der exzellente Phillip Kubisch zwei Sekunden vor der Viertelsirene ebenfalls in Überzahl.

Fortan entwickelte sich eine durch genutzte nummerische Überlegenheiten geprägte Begegnung. Beide Mannschaften erzwangen immer wieder Ausschlüsse der gegnerischen Defensive, ließen den Ball gekonnt durch die eigenen Reihen zirkulieren und waren auch im Abschluss sehr treffsicher. Auf diese Weise waren für Waspo 98 Aleksandar Radovic mit Ablauf der Angriffszeit und der abgeklärte Ivan Nagaev mit einem präzisen Wurf ins lange Eck erfolgreich. Einen seiner gefürchteten Direktwürfe nutzte Darko Brguljan zum 7:5. In dieser Phase konnte der herausragende Schlussmann Moritz Schenkel einige Male reaktionsschnell parieren, musste aber den Anschlusstreffer in den Schlusssekunden der ersten Spielhälfte durch Dimitrios Nikolaides zum 7:6 hinnehmen.

Im dritten Viertel bekamen die Zuschauer dann endgültig Angriffswasserball von Feinsten zu sehen. Es wäre angemessen gewesen, sich eine Zigarre anzuzünden, ein Glas Whiskey dazu gereicht zu bekommen und die Darbietung zu genießen. Marko Macan, Ante Corusic, Petar Muslim und Phillip Kubisch mit einem wunderbaren Schuss ins lange Eck brachten die Hannoveraner immer wieder mit zwei Toren in die Vorlage, doch abwechselnd dazu erzielten die Berliner durch Mateo Cuk, Maurice Jüngling, Dimitrios Nikolaides, und Denis Strelezkij den jeweiligen Anschlusstreffer. Einen Bruch dieses festen Ablaufes stellte der Ausgleichstreffer von Dmitrij Kholod aus zentraler Position zum 11:11 dar. Hier hätte die Partie vielleicht kippen können, doch Phillip Kubisch fasste sich mit einem Wurf aufs kurze Eck ein Herz und hatte ein bisschen Glück, als dem Schlussmann der Berliner Laszlo Baksa der Ball für eine Zehntelsekunde über die imaginäre Torlinie glitt. Das 13:11 von Kapitän Aleksandar Radovic mit einer Kanone aus neun Metern präzise ins Eck war eigentlich schon allein das Eintrittsgeld wert. Zoran Bozic markierte nochmals den Anschluss, aber Matija Brguljan behielt die Nerven und vollendete ins Überzahl 1,9 Sekunden vor der Viertelsirene mit einem gefühlvollen Wurf zum 14:12.

Waspo 98 blieb sehr kontrolliert. Spandau 04 war schon früh in Foulprobleme geraten und verlor nacheinander diverse Spieler durch den jeweils dritten Ausschluss und eine Rote Karte. Somit fehlte den Berlinern die Kraft noch einmal zurückzukommen, und Waspo agierte im letzten Spielabschnitt außerordentlich stark in der Defensive. Mit einem brachialen Wurf in Überzahl sorgte Fynn Schütze mit dem 15:12 erstmals für einen Drei-Tore-Vorsprung. Der frisch gebackene Olympiasieger mit Serbien, Nikola Dedovic, schaffte noch einmal eine Antwort, doch Petar Muslim tippte in Überzahl ein Zuspiel des stets umsichtigen Ivan Nagaev auf der Gegenseite ein. Der Treffer von Dmitrij Kholod in Überzahl zum 16:14 sollte die letzte erfolgreiche Offensivaktion der Spandauer sein. Wiederum Muslim und Kapitän Radovic banden den Sack zum 18:14 für die Hannoveraner zu.

Neben der anschließenden Pokalübergabe konnten sich Moritz Schenkel und Darko Brguljan noch über Auszeichnungen für den besten Torwart bzw. Spieler freuen.

Mit diesem DSV-Pokalsieg begeht Waspo 98 den totalen nationalen Triumpf mit dem Triple aus Meisterschaft, Pokal und Supercup in der nun beendeten Saison 2020/21. Hinzu kommt der grandiose sechste Platz in der Champions League auf internationaler Ebene. So bleibt die von Corona eigentlich vollkommen auf den Kopf gestellte Spielzeit in der niedersächsischen Landeshauptstadt dennoch sportlich in bester Erinnerung.

Doch lange Zeit der Feierlichkeiten sind nicht angezeigt. Bereits in zehn Tagen treffen die Hannoveraner im ersten Hauptrundenspiel der Champions League auf Jug Dubrovnik und reisen dazu an die malerische Adriaküste. Am 31.10. um 14 Uhr steht dann die erste nationale Entscheidung der Saison 2021/22 auf dem Programm, wenn Spandau 04 zum Duell um den Supercup im hannoverschen Stadionbad gastiert. Der Anpfiff wird hierfür um 14 Uhr erfolgen. FG

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