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FRAUENTEAMS IM KAMPF UM TOKIO-TICKETS

Der Countdown für das Olympiaqualifikationsturnier der Männer in Rotterdam (Niederlande/14. bis 21. Februar) ist angelaufen, doch in der kommenden Woche kämpfen erst einmal die noch verbliebenen Frauenteams um die Tokio-Tickets und damit um einen der raren Startplätze beim weltgrö0ten Sportereignis. Von Dienstag an stehen sich im italienischen Triest in einem Blasenszenario zehn Teams gegenüber, wobei im Bruno-Bianchi-Sportzentrum selbst bei großen Wasserballnationen Zittern angesagt ist. Alle Triest-Partien laufen unter https://www.finatv.live/en auf dem FINA-Portal im Livestream (kostenpflichtig).

In der Sportart Wasserball gehen die Blicke in der kommenden Woche auch aus anderen Gründen in Richtung Triest: Die Veranstaltung ist nach den beunruhigenden Meldungen bei der seit Mittwoch laufenden Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten, wo zwei Teams kurzfristig gar nicht erst teilnehmen konnten und für heute das Spiel der deutschen Mannschaft gegen Kap Verde kurzfristig abgesagt worden ist, in Sachen Corona eine Nagelprobe in Sachen Hygienekonzept und damit aus deutscher Sicht ein kritisch betrachteter Probelauf für die im kommenden Monat folgende Männerqualifikation in Rotterdam.

Generell aus Sicht der Sportart bedenklich: Nach den Absagen von Neuseeland und Usbekistan zur Jahreswende stehen in Triest acht europäische Nationen plus Israel (auch LEN-Mitglied und EM-Teilnehmer) mit Kasachstan lediglich einem Vertreter aus Übersee gegenüber. Gar nicht erst gemeldet für Triest hat übrigens mit Brasilien der Olympiagastgeber von 2016. Durch die mit den Absagen verbundene Verringerung des Teilnehmerfelds auf zwei Vierergruppen wurde der Turnierstart um zwei Tage verschoben und kommt damit erst von Dienstag an zur Austragung (beim Zwölferturnier der Männer in Rotterdam wird der Startschuss bereits am Sonntag fallen).

Als realistische Aspiranten um die beiden letzten von lediglich zehn (!) Olympiastartplätzen im Frauenbereich gelten unter normalen Umständen einzig vier Teams, allerdings ist hier der Kampf in einem Punkt sogar noch härter und dramatischer als in Rotterdam: Neben den bereits qualifizierten Teams von Spanien und Russland werden nur noch zwei weitere der sechs Topnationen des europäischen Frauenwasserballs den Sprung nach Tokio schaffen. Dabei stehen sich in Triest bei dem Duell um jene zwei Plätze mit Ungarn, den Niederlanden, Griechenland und Italien gleich vier frühere Weltmeister (darunter auch zwei ehemalige Olympiasieger) der Sportart gegenüber.

Direkt hinter dem Quartett rangierte zuletzt mit Frankreich der Olympiagastgeber von 2024, der sich seit dem sportlichen Absturz der deutschen Mannschaft im vergangenen Jahrzehnt und dem finanziell bedingten Rückzug Großbritanniens aus dem Erwachsenbereich hinter den Topnationen als unangefochtene Nummer sieben im Europa etabliert hat. Mit der Israel und der Slowakei wollen zudem zwei weiteren Nationen mit ihren jungen Teams die Chance zum Test gegen internationale Konkurrenz nutzen. Beide Länder sind erstmals bei einer FINA-Veranstaltung im Frauenbereich am Start, wobei Israel im Herbst zugleich Ausrichter der Weltmeisterschaft für U20-Juniorinnen sein wird.

Die sechstägige Veranstaltung kommt im Leistungszentrum des italienischen Schwimmverbandes unter strengen Hygieneauflagen zur Austragung: Die Mannschaften gehen vor Ort in eine „Blase“, nachdem sich diese in der Regel zusätzlich zu den Testungen bereits vor der Anreise eine zehntägige Selbstisolation auferlegt haben. Zuschauer sind bei der Veranstaltung nicht zugelassen.

Olympiaqualifikationsturnier 2021 in Triest (Italien)

Vorrundengruppen (aktualisiert)

Gruppe A
Niederlande
Frankreich
Italien
Slowakei

Gruppe B
Griechenland
Ungarn
Israel
Kasachstan

Ansetzungen 1. bis 4. Spieltag

Dienstag, den 19. Januar 2021
14:00 (B) Ungarn – Israel
16:00 (B) Griechenland – Kasachstan
18:00 (A) Frankreich – Italien
20:00 (A) Niederlande – Slowakei

Mittwoch, den 20. Januar 2021
14:00 (B) Ungarn – Kasachstan
16:00 (B) Griechenland – Israel
18:00 (A) Niederlande – Italien’
20:00 (A) Frankreich – Slowakei

Donnerstag, den 21. Januar 2021
14:00 (B) Ungarn – Griechenland
16:00 (A) Frankreich – Niederlande
18:00 (A) Italien – Slowakei
20:00 (B) Israel – Kasachstan

Freitag, den 22. Januar 2021
(13) 14:00 2A – 3B
(14) 16:00 3A – 2B
(15) 18:00 1A – 4B (bzw. Italien-Spiel)
(16) 20:00 4A – 1B

Foto: Giorgio Scala/Deepluemedia

Von Wolfgang Philipps

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