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Weltmeisterliche Weltmeister

Lange Schlangen an den Kassen, doch sportlich gab es am dritten Spieltag der Champions League diesmal für den deutschen Vertreter Waspo 98 Hannover nichts zu holen: Nach einem anfänglichen 3:3-Gleichstand unterlagen die Niedersachsen vor gut 700 Zuschauern gegen den stark aufspielenden Vorjahresfinalisten Jug Dubrovnik (Kroatien) am Ende glatt mit 6:13 (3:4, 1:4, 1:0, 1:5) und fielen damit in der Hauptrundengruppe A auf den sechsten Platz zurück. International geht es für die Mannschaft von Trainer Karsten Seehafer bereits am 9. Dezember auswärts beim russischen Vertreter Dynamo Moskau weiter.

Die Partie begann furios: Gleich vier Treffer in den ersten 75 (!) Sekunden sorgten für einen 2:2-Geichstand, wobei aus Sicht der Hausherren Aleksandar Radovic per Strafwurf und Ante Corusic von der Centerposition jeweils postwendend für den sofortigen Ausgleich sorgten. Auch eine erneute Führung der Kroaten mit ihren fünf Weltmeistern von Budapest glich der hervorragend freigespielte Darko Brguljan aus kurzer Distanz zum 3:3-Gleichstand (5.) aus. Allerdings blieb der erste kleine Achtungserfolg aus, als die Gäste mit einem Überzahltreffer durch Weltmeister Loren Fatovic im letzten Angriff des Auftaktviertels mit einer 4:3-Führung in die erste Pause gingen.

Im Gegensatz zu den ersten beiden Champions League-Auftritten konnte der DSV-Vertreter der Angriffsreihe des Kontrahenten diesmal allerdings nicht entscheidend Sand ins Getriebe streuen. Während auf Waspo98-Seite an diesem Abend zu viele Details nicht funktionierten, konnten die Zuschauer erahnen, warum der aktuelle Weltmeister Kroatien heißt. „Man hat gemerkt, dass Dubrovnik derzeit den besten Torwart und den besten Center der Welt hat“, sagte Karsten Seehafer. Nicht zufällig ließen daher gleich drei Treffer in Folge die Gäste mit 7:3 (15.) in Führung gehen. Zwar verkürzte Radovic 41 Sekunden vor der Halbzeitpause per Freiwurf auf 4:7, doch wieder waren es die Kroaten, die durch Hrovje Benic mit dem letzten Angriff des Abschnitts zum 8:4-Halbzeitstand trafen.

Die Gäste setzen mittlerweile zudem auf ein sehr körperbetontes Pressing, das insgesamt wenig geahndet wurde. Trotzdem ging der dritte Abschnitt sogar mit 1:0 an die Lokalmatadoren, doch liefen sich die Niedersachsen weiter an der Gästeabwehr um den derzeit wohl weltbesten Torwart Marco Bijac wiederholt regelrecht fest. Zwar traf Darko Brugljan mit dem ersten Angriff nach dem Seitenwechsel zum 5:8, scheiterte allerdings gut zwei Minuten später mit einen Strafwurf an besagtem Marco Bijac. Zudem blieb das Überzahlspiel weiter ein dicker Schwachpunkt der Waspo98-Sieben und kostete den DSV-Vertreter auch die letzte Chance auf ein Comeback.

Als Dubrovnik dann im Schlussabschnitt die ersten beiden Tore erzielte und auf 10:5 (28.) erhöhte, war die Partie gelaufen. Radovic streute noch einen Überzahltreffer zum 6:11 (30.) ein, doch am Ende stand ein deutlicher 13:6-Erfolg des viermaligen Champions League-Gewinners zu Buche. Trainer Karsten Seehafer zog ein kritisches Fazit: „Gefälliges Mitspielen reicht nicht. Wir sollten aber auch nicht vergessen, gegen wen wir hier heute gespielt haben. Dubrovnik ist seit Jahren eine der besten Mannschaften weltweit.“ Für den DSV-Vertreter war es auch anderweitig lehrreicher Abend: „Die haben uns ihr Spiel aufgezwungen“, äußerte sich der zweimalige WM-Teilnehmer Erik Bukowski und deutete an, dass in der Liga der weltbesten Vereinsmannschaften um jeden Kubikmeter Wasser hart gerungen werden muss.

Champions League 2017/2018

Gruppe A, 3. Spieltag in Hannover

Waspo 98 Hannover (GER) – Jug Dubrovnik (CRO) 6:13 (3:4, 1:4, 1:0, 1:5)

Hannover: Moritz Schenkel – Ante Corusic 1, Erik Bukowski, Julian Real, Darko Brguljan 2, Aleksandar Radovic 3/1, Predrag Jokic, Tobias Preuß, Luka Sekulic, Pere Estrany, Marin Ban, Jorn Winkelhorst und Luka Sucic. Trainer: Karsten Seehafer

Schiedrichter: Alexandrescu (ROU)/Naumov (RUS)
Persönliche Fehler: 11/10

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