SSVE auf Platz 7 – Turnier mit Wetterkapriolen

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SSVE auf Platz 7 – Turnier mit Wetterkapriolen

9:11-Niederlage gegen Potsdam – 15:6-Sieg gegen Neukölln

Esslingen – Am vergangenen Wochenende ging für den SSV Esslingen eine schwierige DWL-Saison mit einem aufgrund der Unwetter turbulenten Platzierungsturnier zu Ende. Mit einem Sieg über Neukölln und Platz 7 sowie dem Blick in die Zukunft kann der Esslinger Bundesligist leben. Den Europapokalstartplatz sicherte sich der OSC Potsdam vor den sechstplatzierten White Sharks Hannover.

Es sollte ein sommerlicher Abschluss mit spannenden Spielen auf der Neckarinsel werden, doch die unbeständige Wetterlage brachten zusätzlich Spannung und Spannungen in den Turnierverlauf. Die Partie zwischen Potsdam und dem Gastgeber musste am Samstagabend sogar unterbrochen werden und konnte erst am Sonntagmorgen fortgesetzt werden. Die Partie verloren die Esslinger letztlich knapp mit 11:9 (3:3, 3:2, 2:3, 3:1), holten sich dann aber ohne große Pause mit einem 15:6 (4:0, 4:1, 2:3, 5:2)-Erfolg über die SG Neukölln den siebten Platz. Freilich wurde damit das ursprünglich anvisierte Ziel „Halbfinale“ verpasst, aber nach den überraschenden Abgängen von vier Spielern nach noch nicht einmal der Hälfte der Saison musste die Zielsetzung nachjustiert werden. Mit Platz 4 nach der Hauptrunde wurde der Verbleib in der A-Gruppe frühzeitig gesichert und fortan den Jugendspielern viel Einsatzzeiten ermöglicht, die so für die Zukunft schon viele Erfahrungen sammeln konnten. SSVE-Trainer Bernd Berger blickt auf das Platzierungsturnier und die gesamte Saison zurück: „Aufgrund unserer dünnen Personaldecke war gegen Potsdam leider nicht mehr drin, der Sieg des OSC war verdient. Heiko Nossek hat gefehlt, das hat man dann auch im Spiel gegen Neukölln gesehen, als er wieder mit dabei war. Da konnte man sehen, wozu wir in der Lage sind. Mit der Saison insgesamt bin ich zufrieden, vor allem mit dem vierten Platz nach der Hauptrunde. Es ist gut zu sehen, dass wir wieder mehrere Jugendspieler in die Mannschaft integrieren konnten. Das lässt für die Zukunft hoffen.“ Co-Trainer und Mannschaftskapitän Heiko Nossek, der gegen Potsdam aufgrund einer Sperre noch fehlte, sieht das ganz ähnlich: „Nachdem das Wetter am Samstag einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, muss ich den Jungs für den gesamten Sonntag ein Kompliment aussprechen. Das Spiel gegen Potsdam hätte unter normalen Umständen gewonnen werden müssen. Zum Spiel um Platz 7 kann man den Jungs auch nur gratulieren. Von Anfang an sicher in der Abwehr und vorne mit dem nötigen Willen! Ein guter Abschluss einer gelinde gesagt durchwachsenen Saison.“

Nachdem im ersten Spiel die White Sharks Hannover mit 9:8 über die SG Neukölln bei strahlendem Sonnenschein knapp die Oberhand behielten, begann es pünktlich zum Anpfiff der Partie des Gastgebers gegen den OSC Potsdam, einen Aufsteiger aus der B-Gruppe, in Strömen zu regnen. Dennoch entwickelte sich von Beginn an eine spannende Partie. Die Gästeführung egalisierte Konstantinos Sopiadis mit einem sehenswerten Bogenball. Potsdam legte jeweils wieder vor, doch Timo van der Bosch und Hannes Rothfuß konnten umgehend wieder ausgleichen, sodass es mit 3:3 in die erste Pause ging.

Zwei schnelle Tore brachten die Gäste mit 5:4 in Führung. Timo van der Bosch verkürzte mit seinem zweiten Treffer aus der Centerposition. Doch Potsdam hielt mit einem weiteren Tor den Zwei-Tore-Abstand. Als Valentin Finkes in der 14. Spielminute den erneuten Esslinger Anschluss erzielte, folgten Blitz und Donner und beide Mannschaften mussten das Sportbecken auf der Esslinger Neckarinsel sofort verlassen. Da war es kurz vor halb sechs. Es folgten Diskussionen, Blicke zum Himmel, Telefonate mit Meteorologen und mehrmals war man kurz davor, die Mannschaften wieder ins Wasser zu lassen, doch jedes Mal verhinderten Blitze das Weiterspielen. Als es schließlich 18:45 Uhr war und weitere Unwetter vorhergesagt waren, wurde entschieden, das Becken für diesen Tag nicht mehr freizugeben. Zu oft hört man von Verletzten nach Blitzeinschlägen, auch in der Esslinger Gegend war erst eine Woche zuvor auf einem Sportplatz in Aichwald ein Junge aufgrund eines Gewitters schwer verletzt worden. Am späten Samstagabend fiel die Entscheidung der DWL, wie es nun weitergehen sollte: das Spiel wurde am Sonntagmorgen um 10 Uhr fortgesetzt.

Da hatte Potsdam den klar besseren Start. Mit zwei Treffern zu Beginn des dritten Abschnitts bauten sie ihre Führung auf 8:5 aus. Doch die durch den dritten Ausschluss von Hannes Rothfuß weiter dezimierte Esslinger Mannschaft kam durch Tore von Timo van der Bosch, Hannes Glaser und Konstantinos Sopiadis zurück – 8:8-Unentschieden hieß es kurz vor Ende des dritten Abschnittes. Nachdem die Partie am Samstag in den beiden Mannschaften im Wasser ihre Hauptakteure gefunden hatte, spielten die Schiedsrichter mit ihren Entscheidungen bei der Fortsetzung zum Unmut beider Mannschaften nun eine Hauptrolle. Es wurde ein Spiel voller Emotionen und Spannung.

Auch zu Beginn des letzten Abschnitts fand Potsdam trotz mehrerer starker Paraden von SSVE-Torhüter Marco Watzlawik wieder besser in die Spur und ging mit 10:8 in Führung. Valentin Finkes verkürzte in Überzahl zwar noch einmal, doch als die Gäste 14 Sekunden vor dem Schlusspfiff zum 11:9 trafen, war die Partie gelaufen.

Nach etwa einer dreiviertel Stunde mussten die Esslinger Wasserballer erneut antreten. Gegen einen weiteren Aufsteiger aus der B-Gruppe, die SG Neukölln, zeigte der SSVE keine Müdigkeit und machte kurzen Prozess. Nach seiner Sperre aus dem ersten Viertelfinale gegen Bayer Uerdingen war auch Kapitän Heiko Nossek wieder mit dabei und erzielte gleich das 1:0. Timo van der Bosch und Valentin Finkes, beide mit je vier Treffern erfolgreich, bauten die Führung schon in der vierten Minute auf 3:0 aus. Kurz vor der ersten Pause traf erneut Timo van der Bosch zum 4:0.

Und genau so machten die Esslinger im zweiten Abschnitt weiter. Routinier Michael Müller traf aus der Centerposition, Hannes Glaser und zwei Mal Valentin Finkes aus Kontersituationen heraus. Der erste Treffer der Berliner fiel nach mehr als 14 Minuten.

Mit 8:1 ging es in die zweite Hälfte und Trainer Bernd Berger hatte schon zu diesem Zeitpunkt den jungen SSVE-Eigengewächsen Spielzeiten gegeben. Nach der Halbzeitpause ließen es die Esslinger zunächst etwas ruhiger angehen, sodass die Gäste den Abschnitt sogar mit 3:2 für sich entscheiden konnten, doch die Partie war längst gelaufen. Timo van der Bosch und Heiko Nossek sorgten für die Treffer auf Seiten des Gastgebers, wobei der technisch feine Wurf des Mannschaftskapitäns für Staunen beim Publikum sorgte.

Im letzten Viertel wollten die Esslinger ihren treuen Zuschauern noch einmal etwas bieten und erzielten fünf Treffer: Lars Hechler mit einem Konter, Heiko Nossek in Überzahl, Timo van der Bosch, der stark aufspielende Linkshänder Valentin Finkes und Michael Müller sorgten für den 15:6-Endstand.

Das abschließende Spiel zwischen Potsdam und Hannover um Platz 5 war bis Mitte des dritten Viertels spannend. Doch beim Zwischenstand von 4:4 legten die Ostdeutschen zwischen der 19. und der 23. Spielminute einen Zwischenspurt ein und erzielten fünf Treffer in Folge. Zu Beginn des Schlussabschnitts kamen die White Sharks zwar noch einmal auf 7:9 heran, doch sechs weitere Treffer in Folge des OSC bedeuteten verdientermaßen den Sieg und die damit verbundene Qualifikation für den Europapokal.

Für den SSV Esslingen im Einsatz waren:

Marco Watzlawik (Torwart), Lars Hechler (0 Tore gegen Potsdam / 1 Tor gegen Neukölln), Hannes Rothfuß (1/0), Valentin Finkes (2/4), Timo van der Bosch (3/4), Jonathan Nemitz, Michel Hamann (nur gegen Potsdam), Heiko Nossek (nur gegen Hannover, 3), Michael Müller (0/2), Linus Orszulik, Konstantinos Sopiadis (2/0), Cedrik Zupfer, Hannes Glaser (1/1) und Adrian Hausmann (Torwart).

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