Terrassa ist (noch) eine Nummer zu groß für Ludwigsburg

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Terrassa ist (noch) eine Nummer zu groß für Ludwigsburg

Ludwigsburg zeigt im Spiel gegen die Spitzenmannschaft Club Natacio Terrassa zeitweise eine top Leistung. Die Partie im Challenger Cup geht aber schlussendlich an die Gäste. Torwart Ivan Pisk sagt nach dem Spiel: in zwei Jahren sei der SVL soweit, auch solche Spiele zu gewinnen.

Die Stimmung ist top. Auf der gut besuchten Tribüne des Sportbads Stuttgart und bei den Spielern des SVL, die sich eben – angeführt vom Kapitän Nino Blazevic – am Beckenrand aufstellen. Alle wissen: Der SVL hat bei dieser Premiere nichts zu verlieren, beim ersten Euro-Heimspiel in der Vereinsgeschichte. Ludwigsburg tritt im Viertelfinale des Challenger Cups gegen die spanische Spitzenmannschaft CN Terrassa an.

Internationale Heimpremiere des SVL im Sportbad Neckarpark.
Auf der Tribüne sitzt auch Günter Engelhardt, 79 Jahre. Er ist seit 1970 SVL-Mitglied, noch vor ein paar Jahren hat Engelhardt selbst Wasserball gespielt, er sagt kurz vor dem Anpfiff sinngemäß: alles andere als eine Niederlage wäre eine große Überraschung. Der Mann wird Recht behalten, obwohl Ludwigsburg mit dem neuen Trainer Marko Curic zeitweise tollen Wasserball zeigt. 19.30 Uhr, Marko Curic gibt letzte Anweisungen an seine Spieler. Und los geht’s.

Das erste Anschwimmen gewinnt Ludwigsburg. Ein Distanzschuss. Aber kein Treffer. Konter, erste Minute und das erste Tor für Terrassa. 0:1. Tobias Bauer setzt sich top durch und macht quasi im Gegenzug das 1:1. Nächster SVL-Angriff, Tobias Bauer erzielt auch das 2:1. Der SVL führt! Gegen eine Spitzenmannschaft! Toller Start, diese knappe Führung für Ludwigsburg wird die letzte bleiben. Bald ist der SVL in Unterzahl, und Terrassa macht das 2:2. Pfeilschnell sind die Spanier.

Der SVL-Keeper Josip Katusa zeigt eine tolle Parade nach der anderen. Bei einem der nächsten Terrassa-Angriffe fällt trotzdem das 2:3. Die Spanier werden die Führung nicht mehr abgeben. Ein dummer Abspielfehler des SVL, wieder ist Terrassa schnell vorne – und macht das 2:4. Ludwigsburg tut sich jetzt schwer, nach dem guten Start. Immer wieder Josip Katusa, er bewahrt Ludwigsburg vor dem nächsten Gegentreffer. Ende des ersten Viertels.

Tobias Bauer setzt sich im direkten Duell durch und erzielt seinen zweiten Treffer.
Das zweite Anschwimmen geht an die Gäste. Kein Treffer. Angriff SVL. Auch nichts Zählbares. Unterzahl SVL. Treffer Terrassa zum 2:5. Überzahl SVL, ein schlechter Schuss geht über das Tor. Der nächste SVL-Angriff, wieder eine Chance vertan. Foul SVL, Strafwurf und Treffer Terrassa zum 2:6. In der fünften Minute schlägt Tobias Bauer zu, macht das 3:6. Was für ein schöner Treffer! Stimmung auf den Zuschauerrängen.

Doch quasi im Gegenzug fällt das 3:7. Die Spanier sind stark, zu stark? Wie Engelhardt gesagt hatte. Ludwigsburg legt nach, Kutchuashvili macht das 4:7, der SVL ist jetzt wieder besser im Spiel. Der Halbzeitpfiff. Günter Engelhaft sagt, er sei ganz zufrieden mit seinem SVL. Er hatte befürchtet, dass weit mehr Gegentore fallen. Und der SVL-Präsident Volker Heyn sagt, ihm gefalle Ludwigsburg unter dem neuen Trainer Curic besser. Das Team zeige gegen eine europäische Spitzenmannschaft ein variantenreiches Spiel, mal Raumdeckung, mal Manndeckung – sehr schön.

Terrassa gewinnt auch das dritte Anschwimmen, macht daraus aber keinen Treffer. Distanzschuss SVL, Parade des spanischen Torwarts. Unterzahl SVL, Treffer Terrassa. 4:8. Wenig später fällt das 4:9. Dann Sergio Prieto Hernandez mit dem 5:9. Und wieder eine Parade von Josip. Zu einfach: Terrassa ist immer wieder ganz schnell vor dem Ludwigsburger Tor, zeigt tolle Kombinationen – und macht das 5:10. Ein dummer Ballverlust des SVL, Treffer Terrassa zum 5:11. Ende des Viertels. Ein wenig Ernüchterung auf den Rängen, manche Zuschauer sagen: Ludwigsburg hält ordentlich mit dem spanischen Top-Team mit. Der CN ist zurzeit die Nummer drei in der enorm starken spanischen Liga.

Die Abwehr der Schwarz-Gelben war gegen die Spanier aus der Provinz Barcelona gefordert
Das letzte Viertel beginnt mit dem 5:12. In der zweiten Minute der Anschlusstreffer für den SVL zum 6:12, wieder Kutchuashvili. Aber nur ein paar Sekunden später fällt das 6:13. Terrassa macht die Sache mit dem 6:14 und dem 6:15 glasklar. Nikolai Dimitrov gelingt noch der Anschlusstreffer zum 7:15. Die letzte Minute – und der letzte Treffer der Partie, Terrassa macht das 7:16.

Marko Curic steht nach dem Abpfiff am Beckenrand. Wirklich glücklich schaut er nicht aus. Keine Frage, auch der Trainer hatte nicht mit einem Sieg des SVL gerechnet. Aber er hatte auf weniger Gegentore gehofft. Mit dem Ergebnis – neun Tore mehr gefangen als Terrassa – sei er nicht happy. „Wir haben alles gegeben, die Spanier waren besser.“ Ludwigsburg sei es zu selten gelungen, die schnellen Konter von Terrassa zu stoppen. Zudem seien eine paar „dumme Fehler“ im Angriff passiert. Er hoffe auf ein besseres Rückspiel am 8. Februar in Spanien, so der Trainer.

Sergio Prieto Hernandez kennt die Terrassa-Spieler aus dem Effeff, er hat bis zum Sommer 2022 für den CN gespielt und sagt: Ludwigsburg sei auf dem richtigen Weg. Die Verantwortlichen beim Verein aus der Barockstadt betonen immer wieder, dass man bei aller Kritik nach solchen Spielen wie gegen den CN bedenken müsse, „wo wir herkommen“.

Im Dialog mit seinem Team – Trainer Marko Curic
Der SVL hat noch vor ein paar Jahren in der zweiten Liga gespielt. Dass der SVL jetzt im Eurocup mitmischt, sei ein großer Erfolg, auf den es aufzubauen gelte. Der zweite Torwart Ivan Pisk erklärt nach dem Viertelfinale: Wenn sich die Mannschaft so weiter entwickle wie seit dem Aufstieg in die erste Liga, „dann spielen wir in zwei Jahren auf einem Niveau mit Mannschaften wie Terrassa“.

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