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NACH CORONA-AUSBRUCH: DSV ZIEHT U19-TEAM ZURÜCK

Die bittere Nachricht war absehbar: Bei der seit Sonntag laufenden U19-Europameisterschaft in Netanya (Israel) hat der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) am Mittwoch sein Team nach einer Corona-Welle in den eigenen Reihen zurückgezogen. „Wir wollen die gesunden Mädchen so schnell wie möglich nach Hause bringen“, berichtete Trainer Sven Schulz unter Hinweis auf die drohende Quarantäne und die angeschlagenen Akteure im verbliebenen Kader. Der DSV wolle bei der Gesundheit der Aktiven kein Risiko eingehen, wie es hieß.

Die Titelkämpfe in der Küstenstadt standen aus deutscher Sicht in Sachen Corona allerdings schon von Beginn an unter keinem guten Stern: Bereits im Vorfeld hatte es mit Greta Tadday und Marijke Kijlstra zwei Stammkräfte erwischt, die gar nicht erst anreisten. Nach dem ersten Spiel waren vor Ort dann gleich fünf Spielerinnen in den 14er-Kader von positiven Testungen betroffen. Zwar stieg in der zweiten Vorrundenpartie gegen den Außenseiter Schweiz kurzfristig noch ein „letztes Aufgebot“ mit neun Aktiven und ohne etatmäßige Torfrau ins Becken und schaffte mit einem 25:4-Erfolg sogar den Einzug in die K.o.-Phase, doch angesichts weiterer angeschlagener Spielerinnen war absehbar, dass das keine Dauerlösung für den Rest des Turniers sein würde.

Der DSV-Nachwuchs ist aktuell nicht das einzige Team, das international von der Seuche ausgebremst wird: Bei der Schwimm-WM in Budapest (Ungarn) hatte gut zwei Wochen zuvor Kanada seine Männer-Wasserballmannschaft noch während der Vorrunde zurückgezogen und kam damit einem so gut wie sicheren Ausschluss durch den Weltschwimmverband FINA zuvor. In Netanya wird anstelle der deutschen Mannschaft nunmehr die Schweiz in die K.o.-Phase einziehen und hat damit zumindest Platz zwölf in dem verbliebenen 16er-Feld sicher.

Der Mannschaftsrückzug ist nicht für nur die Aktiven und Offiziellen vor Ort eine bittere Enttäuschung, sondern auch für ein DSV ein Rückschlag bei der mittelfristig anvisierten Rückkehr des deutschen Frauenwasserballs in die Weltspitze, wo es erste zarte Pflänzchen zu verzeichnen gab: So hatte die Mannschaft von Trainer Sven Schulz im Vorfeld der Veranstaltung nach den guten Eindrücken des Vorjahres anders als in der jüngsten Vergangenheit jetzt aus den Niederlanden und den Ungarn gleich zwei Einladungen von zwei der absoluten Topnationen des internationalen Frauenwasserballs zu gemeinsamen Trainingseinheiten während der finalen Vorbereitung erhalten.

Im Rahmen der Sparringsmaßnahmen war die DSV-Auswahl in der vergangenen Woche sogar bei der WM in Budapest zu Gast gewesen und konnte einige tollen Eindrücke mit nach Hause nehmen: So wurde neben den Trainingsmaßnahmen auch in dem berühmten Alfred-Hajos-Schwimmstadion auf der Margareteninsel das dortige Viertelfinalduell zwischen den beiden Olympiafinalisten USA und Spanien besucht, doch jetzt bleibt die bittere Erkenntnis, dass die Corona-Welle noch längst nicht vorbei ist.

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