MAMMUT-EM MIT ADRIA-BLICK
20. August 2021
ANSETZUNGEN UND RESULTATE U17-EM IN SIBENIK
21. August 2021
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HOFFNUNG AUF BESSERE ZEITEN: RUMÄNIEN ERSTER GEGNER IN SIBENIK

Prognosen mag in Corona-Zeiten etwas Unwägbares anhaften, doch bei den heute startenden Europameisterschaften der U17-Juniorinnen im kroatischen Sibenik wird jeder Spielverlust schwer wiegen oder zumindest spürbare Nachteile nach sich ziehen: Zum Auftakt der diesjährigen Titelkämpfe treffen Deutschlands Nachwuchswasserballerinnen der Jahrgänge 2004 und jünger im ersten von gleich vier Vorrundenspielen der Gruppe C von 21 Uhr an auf Rumänien und kämpfen hier möglicherweise schon im direkten Vergleich um Rang drei und den Einzug in die Medaillenrunde. Die LEN bietet unter http://www.len.eu/?p=18343 einen Livestream aller EM-Partien aus Sibenik.

Für das 19er-Turnier in der kroatischen Adriastadt wurde von deutscher Seite eher bescheiden eine Platzierung unter den Top Zehn als Ziel ausgegeben, doch genau diese war dem DSV-Nachwuchs zuletzt nicht vergönnt: Nach dem beachtlichen siebten Platz bei den Titelkämpfen 2015 in Baku (Aserbaidschan), damals in dem prächtigen Rahmen der ersten Europaspiele, verzichtete der DSV 2017 in Novi Sad (Serbien) nach schwachen Resultaten in der Vorbereitung erstmals sogar gänzlich auf eine Teilnahme in dem seit 2001 ausgetragenen Wettbewerb. 2019 in Volos (Griechenland) folgte beim letzten Auftritt einer deutschen Nachwuchsauswahl vor der Corona-Pause ein als unbefriedigend gewerteter elfter Platz.

Schon längst Geschichte sind dagegen die Zeiten, in denen der deutsche Nachwuchs sogar zu den Top Vier des europäischen Juniorinnen-Wasserballs zählte. Dieses gelang immerhin bei den U19-Europameisterschaften 1994 in Arnheim (Niederlande), 1996 in Netanya (Israel) und zuletzt 2004 in Bari (Italien), ergänzt durch drei Top-Sechs-Platzierungen bei den U20-Weltmeisterschaften 1999, 2001 und 2003. Danach gab es bis 2016 im Erwachsenen- und Nachwuchsbereich zumindest noch diverse siebte Ränge direkt hinter den sechs schon länger weit enteilten Topnationen des europäischen Frauenwasserballs, doch selbst bei dieser Platzierung muss sich der DSV mittlerweile harter (und zuletzt auch sichtbar erfolgreicher) Konkurrenz erwehren.

Bei den Nachwuchschampionaten sorgten dabei in jüngster Vergangenheit insbesondere Israel, die Slowakei und Serbien für Furore; auch der angehende Olympiagastgeber Frankreich lag zuletzt vor dem DSV-Nachwuchs. Deutschlands Frauen mussten dagegen 2019/2020 gleich zweimal nach Rückständen ein Fünfmeterwerfen gewinnen, um überhaupt noch die EM-Teilnahme zu schaffen und dort dann nicht Letzter zu werden. Die anstehenden Titelkämpfe sollen den jüngsten Negativtrend aufhalten und eine Trendumkehr einleiten. Aktuell wird im DSV mit zwei weitgehend getrennten Kadern zielgerichtet gearbeitet, die dem Vernehmen nach längerfristiger und noch leistungssportorientierter ausgerichtet sind als noch in der Vergangenheit. Zudem setzen die Verantwortlichen um Disziplintrainer Sven Schulz (Chemnitz), der auch in Sibenik am Beckenrand stehen wird, auf eine verbesserte Arbeit an den Frauenwasserball-Standorten.

Das Mammutturnier in Sibenik (nie war eine Jugend-EM größer) ist zugleich die erste Nagelprobe für den U17-Kader. Das Los ist aus deutscher Sicht relativ günstig, da in die Gruppe C mit Russland sowie in die in der zweiten Turnierphase relevante Parallelgruppe A mit Spanien jeweils nur eine der derzeit unerreichbar erscheinenden Top-sechs-Nationen gelost worden sind, allerdings muss der DSV-Nachwuchs in den verbliebenen Partien aber auch „liefern“. Über den morgigen Auftaktgegner Rumänien ist wenig bekannt, jedoch könnte es bereits das entscheidende Duell um Rang drei und den damit verbundenen Einzug in die Medaillenrunde sein, da es im Fünferfeld der Gruppe C mit EM-Neuling Malta noch einen vermutlichen Außenseiter gibt.

Rumänien im Kommen

Der lange Jahre nur im Männerbereich vertretene rumänischen Verband hat im vergangenen Jahrzehnt erstmals auch Schritte im internationalen Frauenwasserball unternommen. Die Erwachsenenmannschaft hätte sich 2019/2020 bereits im zweiten Anlauf sogar für die EM in Budapest (Ungarn) qualifiziert, wenn die DSV-Auswahl nach einem dramatischen Comeback nicht im Rückspiel des Qualifikationsduells im Fünfmeterwerfen erfolgreich geblieben wäre. Auch der U17-Nachwuchs des Balkanstaates wird nach dem 14. Platz von 2019 (lediglich drei Ränge hinter der DSV-Auswahl) erneut seine Chance auf der europäischen Bühne suchen, allerdings können die Verantwortlichen nur auf relativ wenige Klubs und damit auch Aktive zurückgreifen. Mit dem früheren Nationalspieler Nenciu Bertini hat das Team aber einen bekannten Trainer.

Der DSV-Nachwuchs der Jahrgänge 2004 und jünger hat sich für die kommenden richtungsweisenden Titelkämpfe intensiv, aber nur mit relativ wenig offiziellen Spielen in der Heimat sowie im griechischen Glyfada (dort allerdings mit den USA und Griechenland) vorbereitet. Das bietet Chancen aber auch Risiken: In Sibenik könnte sich die deutsche Mannschaft mit den beiden ersten Partien gegen Rumänien und am Sonntag dann gegen Malta regelrecht in das Turnier hineinspielen und für die weiteren Aufgaben wachsen, darf sich allerdings keinen Fehlstart leisten, wenn am Ende ein gutes Ergebnis herausspringen soll.

U17-Europameisterschaften weiblich 2021 in Sibenik (Kroatien)

Ansetzungen 1. Spieltag

Sonnabend, den 21. August 2021
09:00 (A) Israel – Großbritannien
10:30 (A) Serbien – Tschechische Republik
12:00 (B) Frankreich – Türkei
18:00 (B) Griechenland – Ukraine
19:30 (C) Kroatien – Malta
21:00 (C) Deutschland – Rumänien
Gruppe D spielfrei

Spielstätte: Bazen Crnica, Prilaz tvornici 39, 22000 Šibenik, Kroatien

Livestream: http://www.len.eu/?p=18343

Team Deutschland

Jamie-Julique Haas, Nele Neubert, Antonia Podsiadly, Anne Rieck, Jule Schilling (alle SC Chemnitz), Marijke Kijlstra, Sophie Gromann, Sinia Plotz, Darija Heinbichner (SV Bayer Uerdingen 08), Elena Ludwig, Ioanna Petiki, Georgia Sopiadou (SSV Esslingen), Selin Karakus (ETV Hamburg) und Una Dörries (Wasserfreunde Spandau 04)

Maßnahmenleiter: Sven Schulz
Co-Trainerin: Gesa Deike
Videotrainer: Tim Köhnen
Physiotherapeutin: Alina Peine
Arzt und Hygienebeauftragter: Dr. Ralf Schauer
Schiedsrichter: Hendrik Schopp

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