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SERIENMEISTER RECCO SCHEITERT IN ITALIEN

Das am kommenden Donnerstag startende Final Eight der Champions League in Belgrad (Serbien/3. bis 5. Juni) wird gleich mehrere entthronte nationale Meister am Start sehen. Bei den dieser Tage nahezu zeitgleich gekürten nationalen Titelträgern hat es dabei auch ein prominentes Opfer gegeben: So wurde in Italien der nationale Rekordmeister und Seriengewinner Pro Recco erstmals nach 16 Jahren nicht nationaler Titelträger, nachdem das „Real Madrid des Wasserballs“ zuvor 14-mal in Folge den „scudetto“ eingefahren hatte. Das Team aus der Nähe von Genua ist am Auftakttag von Belgrad der Viertelfinalkontrahent des deutschen Meisters Waspo 98 Hannover (Donnerstag, 13 Uhr).

Recco scheiterte diesmal in der Finalserie in vier hartumkämpften Endspielen an dem langjährigen Rivalen AN Brescia, der sich ebenfalls für das Final Eight qualifiziert hat. Das Team aus der Lombardei mit dem 1992er-Olympiasieger Alessandro Bovo auf der Trainerbank gewann bereits die Auftaktpartie in Recco mit 9:8. Zwar setzte tags darauf an gleicher Stelle eine 4:8-Niederlage, doch folgten dann nach mehrtägiger Pause vor heimischer Kulisse ein 15:13-Erfolg nach Fünfmeterwerfen und tags darauf ein 11:10-Sieg in der entscheidenden vierten Partie. Für Brescia war es nach 2003 der zweite Titelgewinn. Die Lombarden waren mit Trainerfuchs Bovo bereits 2012 der Dauerrivale des Rekordmeisters in den jeweiligen Endspielen.

Die diesjährige Finalserie verdient organisatorisch in zweifacher Hinsicht Aufmerksamkeit: Auch im Lande des amtierenden Weltmeister gab es nach mehrjähriger Play-off-Abstinenz jetzt eine „best of five“-Serie, allerdings bei einem identischen Zeitfenster wie in Deutschland zunächst mit zwei Heimspielen der höher gesetzten Mannschaft Reccos. Nach einer mehrtägigen Pause folgten zwei Partien in Brescia (die dann bereits die Entscheidung brachten), ehe am vergangenen Sonnabend die fünfte Begegnung dann wieder in Recco zur Austragung gekommen wäre. Besonders bemerkenswert: Bei drei der vier Finalpartien kam in dem jeweiligen Schiedsrichterduo ein kroatischer Unparteiischer zum Einsatz.

Die Niederlage des in der laufenden Champions League-Saison bis dato ungeschlagenen Recco-Teams sorgt zugleich für eine Abwechslung im zuletzt argen Einerlei der italienischen Meisterschaft: Der bis dahin letzte Titelgewinn eines anderen Vereins datierte aus dem Jahr 2005, als sich der ligurische Rivale RN Savona mit den Weltstars Tamas Kasas und Aleksandar Sapic in der damaligen Finalserie gegen Recco durchzusetzen vermochte. Recco konnte damit auch nicht im Fernduell die nationale Siegesserie der Wasserfreunde Spandau 04 übertreffen, die zwischen 1979 und 1992 ebenfalls 14-mal in Folge deutscher Meister geworden waren.

Auch Ferencvaros scheitert

Im Lande des Rekordeuropameisters Ungarn hat es auch den dortigen Titelverteidiger und amtierenden Champions League-Gewinner Ferencvaros Budapest sogar bereits im Halbfinale erwischt: Das Starensemble um Torjäger Denes Varga war hier in fünf Spielen gegen den Stadtrivalen OSC Budapest unterlegen. In der ungarischen Meisterschaft werden auch die Resultate der beiden Rundenspiele mit eingerechnet, so dass der Endstand nicht 3:2 Sieg, sondern 9:6 Punkte lautete. Im Finale war der OSC dann allerdings dem bereits feststehenden Euro Cup-Gewinner Szolnoki VSC unterlegen, der erstmals seit 2017 wieder ungarischer Meister wurde.

Ein regelrechtes Drama erlebte dagegen in Kroatien der dortige Rekordmeister Jug Dubrovnik: Das Team von der Adria hatte in der Finalserie gegen Mladost Zagreb bereits mit 2:0 Siegen geführt, unterlag aber nach einer dramatischen Kehrtwendung noch mit 2:3. Die finale fünfte Partie ging sogar vor heimischer Kulisse mit 11:12 nach Fünfmeterwerfen verloren. Hauptstadtklub Mladost konnte damit erstmals seit 13 Jahren wieder den nationalen Titel einfahren. Im deutschen Wasserball konnte noch nie ein Verein einen 0:2-Rückstand in einer Play-off-Serie drehen…

Von Wolfgang Philipps

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