Waspo Hannover Deutscher Meister
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DURCHMARSCH: WASPO 98 BLEIBT AUF DEM THRON

WASPO Hannover (white caps) - Dinamo Tblisi (Blue caps) LEN Champions League Preliminary round II DUNA Arena 02/03/2021 Budapest Hungary Photo © G.Scala/Deepbluemedia/Inside

Titelverteidiger Waspo 98 Hannover residiert weiterhin auf dem Thron des deutschen Wasserball-Meisters: Im Finale der 100. deutschen Meisterschaft seit 1912 setzten sich die Niedersachsen mit 10:7 (2:3, 3:1, 3:1, 2:2) auch im dritten Endspiel bei Rekordgewinner Wasserfreunde Spandau 04 durch und beendeten damit die „best of five“-Serie vorzeitig mit 3:0 Siegen. Zuvor hatte die Mannschaft von Trainer Karsten Seehafer am Mittwochabend einen 12:6-Erfolg vor heimischer Kulisse und am Sonnabendnachmittag einen 9:8-Sieg hier in Berlin erreicht.

In der Bundesliga-Zwischenrunde hatte Waspo 98 jüngst noch zweimal knapp gegen den Rekordmeister verloren, doch die Finalserie stand ganz im Zeichen der Niedersachsen, die in allen drei Partien überzeugen konnten: „Wir sind im Augenblick einfach besser, weil wir die bessere Mannschaft, die besseren Individualisten und mannschaftstaktisch das viel größere Reservoir beherrschen und umsetzen“, zeigte sich Trainer Karsten Seehafer selbstbewusst. Spandau verzichtete im Gegensatz zum Vortag diesmal wieder auf den angeschlagenen Marko Stamm und auch heute nur phasenweise entscheidende Akzente setzen.

Wie schon am Tag zuvor ging das Auftaktviertel knapp an Spandau, diesmal mit 3:2. Die trockenen Rückraumwürfe der Berliner saßen gleich dreimal, doch danach übernahm die Waspo98-Sieben das Kommando. Die Gäste legten drei konstant gute Spielviertel hin, während die Spandauer Würfe zumeist bei Moritz Schenkel oder in der vielarmigen Gästeabwehr hängenblieben. Bereits in der elften Minute hieß es 5:3 für die Gäste, und im dritten Abschnitt gab es aus Waspo98-Sicht beim Stande von 7:4 (19.) die erste Drei-Tore-Führung des Wochenendes. Da die Niedersachsen im Anschluss zwei Überzahlchancen ihrerseits zwei Überzahlchancen liegen ließen, blieb Spandau noch in Reichweite.

Im Schlussabschnitt kamen die Wasserfreunde beim 7:9 (28.) durch Dmitri Khold, den erfolgreichsten Spandauer Werfer der Finalserie, noch einmal auf aussichtsreiche zwei Tore heran, doch auch hier konnten ihr Spiel weiter durchziehen. So ließen die Berliner die nächste Überzahl liegen, und Hannovers Jorn Winkelhorst sorgte im Gegenzug beim 10:7 (30.) für die endgültige Entscheidung. Mit dem letzten Angriff der Partie knallte Spandaus Jungtalent Aleks Sekulic noch einen Strafwurf an die Latte, ehe Hannover die Feierlichkeiten zur Titelverteidigung ansetzen konnte.

„Hannover auf Schlüsselpositionen stärker“

An dem Ausgang der Finalserie gab es auch aus Spandauer Sicht nichts zu deuteln: „Wir haben unser Limit im Finale insgesamt nicht erreicht und verdient verloren. Individuell war Hannover, auch auf Schlüsselpositionen wie Torwart und Center den entscheidenden Tick stärker. Sie waren konzentrierter und in der Chancennutzung stärker. Wir müssen uns für die Zukunft neu ordnen und motivieren. Das 0:3 muss uns antreiben“, resümierte der enttäuschte Trainer Petar Kovacevic.

Waspo 98 ist mit dem Durchmarsch zum zwölften Mal seit 1921 deutscher Meister; in der jüngeren Vergangenheit wäre es der vierte Titel nach 1993, 2018 und 2020. Für die Niedersachen war es allerdings der erste 3:0-Erfolg in einer Finalserie und zugleich der erste Titelgewinn in der Fremde. Waspo 98 ist zugleich der erste Verein seit dem SV Würzburg 05 (dreimaliger Meister 1976 bis 1978), der jenseits von Spandau den Titel des deutschen Meisters verteidigen kann. Spandau bleibt mit 37 Siegen weiterhin der Rekordgewinner und musste seitdem dem Beginn der Erfolgsserie im Jahre 1979 lediglich sechsmal den Titel anderen Vereinen überlassen.

Während die Ränge von Platz fünf an noch im Juni zur Ausspielung kommen, ist für die vier Halbfinalisten die Bundesliga-Spielzeit 2021 damit beendet. Der auch international erfolgreiche Waspo98-Sieben wird im Anschluss noch vom 3. bis 5. Juni in Belgrad (Serbien) beim Final Eight der Champions League ins Becken steigen und damit einen weiteren Saisonhöhepunkt bestreiten.

Wasserball-Bundesliga 2021

Finale, Spiel 3 in Berlin

Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover 7:10 (3:2, 1:3, 1:3, 2:2)

Spandau: Laszlo Baksa – Remi Saudadier, Lucas Gielen 1, Mateo Cuk, Marino Cagalji, Maurice Jüngling, Denis Strelezkij 2, Nikola Dedovic 1, Yannek Chiru, Dmitri Kholod 2, Marin Restovic 1, Aleks Sekulic und Max Vernet Schweimer. Trainer: Petar Kovacevic
Hannover: Moritz Schenkel – Ante Corusic 1, Marko Macan, Julian Real 1, Darko Brguljan 2, Aleksandar Radovic 2/1, Petar Muslim 1, Ivan Nagaev 2, Phillip Kubisch, Matija Brguljan, Fynn Schütze, Jorn Winkelhorst 1 und Jan Rotermund. Trainer: Karsten Seehafer

Persönliche Fehler: 16/13

Schiedsrichter: Gernot Häntschel/Hendrik Schopp
Spielbeobachter: Dieter Rohbeck/Jürgen Hausche

Finale („best of five“)

Mittwoch, den 19. Mai 2021 (Spiel 1)
17:00 Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04 12:6 (2:1, 4:2, 2:2, 4:1) => Stand der Serie: 1:0

Sonnabend, den 22. Mai 2021 (Spiel 2)
16:00 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover 8:9 (2:1, 0:3, 2:0, 4:5) => Stand der Serie: 0:2

Sonntag, den 23. Mai 2021 (Spiel 3)
14:00 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover 7:10 (3:2, 3:1, 3:1, 2:2) => Endstand: 0:3

Waspo 98 zum zwölften Mal seit 1921 deutscher Meister

Von Wolfgang Philipps

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