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Zurück auf der großen Bühne

Zwei Tage nach den Frauen gehen bei den 33. Wasserball-Europameisterschaften in Barcelona (Spanien) am heutigen Montag endlich auch die 16 Männer-Mannschaften ins Rennen. Das deutsche Team bekommt in seiner ersten von drei Vorrundenpartien wie schon 2016 im serbischen Belgrad mit den Olympiadritten Italien gleich einen der ganz großen Namen des Weltwasserballs vorgesetzt, wobei das Anschwimmen im Bernat-Picornell-Schwimmkomplex auf dem Montjuïc-Berg um 18:30 Uhr steigt. In der schweren Vorrundengruppe A, die auch in ausländischen Medien als „Todesgruppe“ tituliert wird, trifft die teilweise neuformierte DSV-Auswahl bei ihrer ersten großen Bewährungsprobe zudem am Mittwoch auf den EM-14. Georgien und am Freitag auf Vizeweltmeister Ungarn (jeweils 12:30 Uhr).

Der nur scheinbar verzögerte Start ist dem Spielmodus geschuldet: Anders als bei den Sechservorrunden der Frauen mit fünf Spieltagen wird in der Männerkonkurrenz mit Vierergruppen und drei Spieltagen um das Weiterkommen gekämpft, wobei zum Einzug die KO-Phase Platz drei gefordert ist. Die zusätzliche Pause könnte den Deutschen im anstehenden Wettbewerb durchaus entgegenkommen, da damit den vor Wochenfrist noch erkrankten DSV-Akteuren Marko Stamm und Hannes Schulz etwas mehr Zeit zur Genesung bleibt. Für den Einsatz beider Spieler hatte es erst zum Ende der vergangenen Woche Grünes Licht gegeben.

Dennoch steht die DSV-Auswahl bei ihrem ersten Auftritt auf der Olympiaanlage von 1992 vor einer schier unlösbaren Aufgabe: Der letzte Sieg einer deutschen Mannschaft gegen den dreimaligen Olympiasieger und Weltmeister datiert vom Januar 2012, ehe acht Niederlagen in Serie folgten, darunter erst vor Wochenfrist ein 5:13 beim Vorbereitungsturnier im süditalienischen Cosenza. Seit 2012 ist jedoch in der Entwicklung die Schere zwischen beiden Mannschaften spürbar auseinandergegangen: Italien ist nicht nur im Umfeld deutlich besser aufgestellt, sondern gehört auch zu denjenigen Nationen, die im Jugendbereich international regelmäßig um Medaillen spielen (u. a. auch U17-Europameister 2010 in Stuttgart) – dieses Ungleichgewicht wird auch im Erwachsenbereich immer deutlicher spürbar.

Während Italiens Trainer Alessandro Campagna (Olympiasieger 1992 hier in Barcelona als Spieler) in seinem 13er-Aufgebot neben viel Erfahrung mit Pietro Figlioli (ehemals Australien), Guillermo Molina (Spanien), Michaël Bodegas (Frankreich) und Gonzalo Echenique (Argentinien) auch gleich vier eingebürgerte Akteure setzen kann, schickt auf deutscher Seite Bundestrainer Hagen Stamm (Berlin) gleich fünf EM-Neulinge ins Rennen. Großes Ziel des nach zuletzt verpasster Olympia- und WM-Qualifikation neuformierten Teams sind die Olympische Spiele 2020, allerdings steht noch in diesem Sommer mit dem Weltcup-Turnier in Berlin (11. bis 16. September) ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm – und dieses dann sogar in heimischen Gefilden.

Fünf Neulinge im deutschen Team

Umso ärgerlicher erscheint daher bei der lange ersehnten Rückkehr auf die große Bühne des Weltwasserballs der Ausfall des etatmäßigen Centerspielers Mateo Cuk, der nach erneuten Schulterproblemen in der Heimat verblieben ist. Der Berliner hatte jedoch zuletzt kaum eingesetzt werden können, so dass die unter Vorbehalt getätigten Tests am Ende doch realitätsnaher waren, als es die Verantwortlichen geplant hatten. Nach dem Cuk-Ausfall wird sich nun Allrounder Timo van der Bosch mit Routinier Dennis Eidner die Centerposition teilen. In der Verteidigung soll dafür mit Reiko Zech einer der fünf EM-Neulinge van der Bosch den Rücken freihalten. Weitere neue Gesichter im DSV-Aufgebot sind Hannes Schulz, Ben Reibel, Dennis Strelezkij und der zweite Torwart Kevin Götz.

Diskussionen um die Personalien sind jetzt ohnehin müßig, und die verbliebenen Akteure wie auch die Betreuer freuen sich in dem spektakulären Ambiente auf dem Montjuïc-Berg mit seinen zahlreichen Olympiabauten von 1992 auf den lange ersehnten Startschuss. Auch die Fans in der Heimat können beim EM-Auftakt der DSV-Auswahl live dabei sein: Analog zum Frauenturnier werden auch sämtliche Partien der Männerkonkurrenz auf der LEN-Webseite (www.len.eu) im Livestream angeboten. Die Partie läuft zudem auf dem italienischen Fernsehsender RAI Sport europaweit im Satellitenfernsehen – für den deutschen Zuschauer auch ohne Sprachkenntnisse stets eine durchaus unterhaltsame Angelegenheit …

Wasserball-Europameisterschaften 2018 in Barcelona (Spanien)

Vorrundengruppen Männer

Gruppe A
Deutschland
Georgien
Italien
Ungarn

Gruppe B
Montenegro
Malta
Frankreich
Spanien

Gruppe C
Kroatien
Türkei
Griechenland
Niederlande

Gruppe D
Russland
Serbien
Slowakei
Rumänien

Ansetzungen 1. Spieltag

Montag, den 16. Juli 2018 (Vorrunde Männer)
11:00 Montenegro – Frankreich
12:30 Russland – Slowakei
14:00 Türkei – Griechenland
15:30 Kroatien – Niederlande
18:30 Deutschland – Italien
20:30 Serbien – Rumänien
22:15 Malta – Spanien

Veranstaltungshomepage

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