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Torreiche Generalprobe

Vier Tage vor dem nächsten Champions League-Auftritt legte der deutsche Pokalsieger Waspo 98 Hannover eine torreiche Generalprobe hin: Am sechsten Spieltag der Deutschen Wasserball-Liga (DWL) siegten die in den Rundenspielen erstmals in Bestbesetzung angetretenen Niedersachsen vor heimischer Kulisse gleich mit 21:8 (5:3, 6:2, 5:0, 5:3) gegen den Vorjahresdritten ASC Duisburg und bleiben damit in der Tabelle weiter einziger Rivale von Titelverteidiger Wasserfreunde Spandau 04. Bereits am Mittwochabend trifft die Mannschaft von Trainer Karsten Seehafer am dritten Spieltag der Champions League auf den Vorjahresfinalisten Jug Dubrovnik (18:30 Uhr, Stadionbad).

In dem Wasserball-Klassiker der vergangenen Jahre waren bei der Neuauflage im Stadionbad die Fronten diesmal frühzeitig geklärt: Zusätzlich zu den deutlichen personellen Verschiebungen zugunsten der Niedersachsen traten diese im bereits sechsten DWL-Auftritt der laufenden Saison erstmals mit ihrer nominellen Bestbesetzung an, so dass sich die Gäste mit ihrem neuformierten Team von Beginn an einem massiven Druck gegenüber sahen. Zwar konnten die Rheinländer im ersten Viertel ihrerseits drei Tore erzielen, doch musste Duisburgs neuer Schlussmann Stefan Popovic bereits jetzt fünfmal hinter greifen.

Ehrengäste des munteren Torspektakel waren die Aktiven des hannoverschen Bezirksoberligisten SV Langenhagen: Diese hatten die vielfach bedauerte Schließung des heimischen Hallenfreibades im Ortsteil Godshorn nach mehr als vier Jahrzehnten für eine Abschlussveranstaltung genutzt, bei der auch die DWL-Mannschaft der Waspo 98 vor gut 500 Gästen für ein Einlagespiel ins Becken gestiegen war. Der bunte Abend brachte einen Erlös von 1150 Euro zugunsten eines wohltätigen Zweckes, wie Mitorganisator Dirk Rößger in der Halbzeitpause bekanntgab. Die Langenhagener und zahlreiche andere Gäste sahen auch in der Folge eine dominante Waspo98-Sieben, die munter durchwechselte, während den Gästen zunehmen die Kraft ausging. Mit zunehmender Spieldauer mussten diese auch leichte Kontertreffer hinnehmen, und am Ende standen gleich sechs Tore von Waspo98-Kanonier Aleksandar Radovic zu Buche.

Das Fazit nach dem Spielende fiel deutlich aus: „Das war die Pflicht, die Grundlage für Mittwoch ist da. Streckenweise heute gut und trotzdem Luft nach oben. Vielleicht geht Mittwoch in der Champions League gegen Dubrovnik ja etwas“, sagte Hannovers Trainer Karsten Seehafer. „Meine Mannschaft kämpft immer und versteckt sich nicht, doch trotz unseres offensiven Spiels gilt es die vielen einfachen Gegentreffer zu verhindern. Geschenke darf man so einer Mannschaft nicht geben“, analysierte Duisburgs Trainer Arno Troost. Er konnte sich beim Gastspiel in Hannover immerhin über seinen jüngsten Akteur freuen: Der erst 15-jährige Mark Gansen erzielte gegen den Titelaspiranten seinen ersten DWL-Treffer.

In der Tabelle der Pro A liegt Waspo 98 aufgrund der geringfügig schlechteren Tordifferenz weiter auf Rang zwei hinter Titelverteidiger Wasserfreunde Spandau 04. Allerdings wird über die abschließende Platzierung bei Punktgleichheit zweier Teams erstmals über den Direktvergleich entschieden, wobei es zum ersten Duell beider Teams am 16. Dezember hier in Hannover kommen wird. Für Duisburg war es die bisher höchste Niederlage gegen die Niedersachsen. In der Tabelle rutsche das neuformierte Team von der Wedau damit wieder hinter den OSC Potsdam, das am Donnerstagabend eine krachende 11:16-Heimniederlage gegen die SG Neukölln hatte hinnehmen musste.

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