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Schon wieder nur Halbfinalist

Hängende Köpfe nach der 5:9 Niederlage in Weiden

Ein sonniger Tag im Weidener Schätzlerbad, perfekte Wassertemperatur (was beide Mannschaften in den letzten Trainingseinheiten nicht unbedingt gewöhnt waren), alles war angerichtet für den Pokalfight zwischen den besten Zweitligamannschaften im Süden Deutschlands – und schon vor dem Spiel setzte sich das für die Münchener schon zur Regel gewordene Lospech im Pokal fort. Kapitän Marko Ristić verlor im Münzwurf die Seitenwahl, was einen vorentscheidenden Charakter hatte.

So mussten die Landeshauptstädter zwei Viertel lang gegen die untergehende Sonne spielen, Torwart Robert Idel erklärte Mitte und halblinke Seite für „tote Zone – von da darf kein Wurf kommen, den sehe ich nicht“, Trainer Mikić schwor die Mannschaft auf einen heißen Fight ein. Viel hatte man sich vorgenommen, und in der Spielberichterstattung dieses Saisonhighlights könnte man jede Szene einzeln beschreiben – doch nichts fasst das Spiel besser zusammen als die vierte Spielminute. Beim Stand von 0:0 kontert Weiden, doch eigentlich hat München alles im Griff, als ein fahrig vorgetragener Gegenspielerwechsel Weidens Jungspieler Louis Brunner mit dem Ball alleine auf 5 Metern in mittlerer Position agieren lässt. Dieser zieht mit der Sonne im Rücken ein paar Mal auf, wirft Richtung linkes Eck – der Ball prallt an den Pfosten, Münchens Keeper an den Hinterkopf und von dort ins Tor….

Gute 20 Minuten saß die Mannschaft nach dem Spiel konsterniert vor den beiden Vans, die sie nach Hause brachten. Man versuchte gemeinsam zu verstehen, warum das Spiel verloren ging. Man sprach über den Schiedsrichter, der in der zweiten Hälfte mehr erzieherisches als regelausführendes Verhalten zeigte – doch dies war kein Grund für die Niederlage. Man sprach über die Verteidigung, die oft einen Tick zu langsam war – doch 9 Gegentore in Weiden sind unterm Strich keine schlechte ausbeute. Es wurde über Fitness gesprochen, doch wirkten die Münchener am Ende zumindest nicht unfitter als die Gegner. Fehlende Spieler wurden erwähnt – doch auch dem Gegner fehlten Ersatzspieler. Die Taktik wurde thematisiert: defensiv hätte man Nikolaj Neumann, dem mit 5 Treffern überragenden Schützen des Tages, in Sonderbewachung stellen können, doch traf dieser nur einmal aus einem 6 gegen 6 Angriff – und offensiv hätte man mehr tun können, mehr einschwimmen, taktisch variabler sein, doch hätte dies ein Trainingsschwerpunkt in den vergangenen Monaten sein müssen. Einzigen Konsens gab es bei den miserablen Distanzschüssen. „Am Ende muss man sagen, dass es heute nicht den einen Grund gab, warum das Spiel verloren ging. Es lief nichts besonders schlecht (außer vielleicht die Rückraumschüsse, die aber immerhin zu zwei Toren führten), aber auch überhaupt nichts gut. Und am Ende kam dann auch noch Pech hinzu. Bei Weiden lief es besser und sie spielten überragend die Überzahlspiele zu Ende – deswegen haben sie verdient gewonnen“, resümierte Trainer Ivan Mikić, als dann endlich nach München aufgebrochen wurde. „Trotzdem gehen wir heute feiern – das war unser vorletztes Saisonspiel, und unsere Stärke war immer auch unser Teamgeist. Der muss nach einem solchen Spiel gestärkt werden. Zudem feiern wir unsern Linkshänder Jan, der heute in der Früh direkt aus Seattle gekommen ist, um ein Tor von einer für ihn überraschend großen Distanz zu erzielen [~3m, Anm.d.Red.]“, fügte er noch hinzu.

Für München ist die Saison fast vorbei. Nach drei Wochen Pause gibt es am 24. Juni noch das Abschlussspiel im heimischen Dantebad gegen Pforzheim, auf das die Spieler in die verdiente Sommerpause dürfen.

SV Weiden 1921 – SG Stadtwerke München 9:5 (2:1; 4:1; 1:2; 2:1)
SG Stadtwerke München: Robert Idel (TW), Brinio Hond, German Kulnevsky, Matthias Krimphove (1 Tor), Haris Hadjioannou (1), Ivan Mikić (1), Marko Ristić (1), Niklas Trommer, William Gorin, Anton Bander, Jan Krollmann (1), Ignacio Marian de Diego, Filip Barisić

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