Deutsche Gruppengegner im Einsatz
11. Januar 2016
Auftaktpleite in der Kombank-Arena
12. Januar 2016
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DSV-Frauen gewinnen Auftaktkrimi in Belgrad

Die erste Auftritt einer deutschen Mannschaft bei diesen 32. Wasserball-Europameisterschaften in Belgrad (Serbien) bescherte gleich Dramatik: Das Team Wasserball-Frauen Deutschland siegte bei seinem EM-Comeback im bereits vorentscheidenden Auftaktspiel gegen Gastgeber Serbien nach einem 1:5-Rückstand und einer ganzen Anzahl leichter Gegentreffer am Ende aber doch hauchdünn mit 14:13 (3:5, 3:1, 4:4, 4:3) und stehen damit dicht vor dem Einzug vor dem Einzug in das Viertelfinale. Im Abschluss konnten sich die Deutschen zumindest auf die Treffsicherheit von Claudia Blomenkamp (4), Claudia Kern, Belen Vosseberg und Carmen Gelse (alle 3) freuen, so dass 21 Sekunden vor dem Spielende der umjubelte Siegtreffer fiel.

„Es war eine schwere Geburt“, kommentierte Bundestrainer Milos Sekulic (Krefeld) die Auftaktpartie, allerdings hatte der gebürtige Serbe mit einer schwierigen Partie gegen den Gastgeber gerechnet. Zu bedeutsam für das Turnier und die kommenden Monate war die Auftaktbegegnung in der Kombank-Arena, und zu der fehlenden Erfahrung des eigenen Teams nach zuletzt verpasster EM- und WM-Teilnahme gesellte sich eine völlig ungewohnte Kulisse. Mehr als 700, vielleicht sogar 1.000 lautstarke Zuschauer (die Zahlen schwankten) bescherten der seit 2012 sichtbar verjüngten deutschen Auswahl ein Ambiente, das in dieser Form bisher einzig die beiden Routiniers Claudia Blomenkamp und Carmen Gelse, dieses zuletzt 2008 bei der Olympiaqualifikation in Imperia (Italien), genossen hatten.

Bei der Vorstellung der Mannschaften wurde von den Fans eine gut 25 Meter lange serbische Fahne über Fans und Tribüne hochgezogen, und die deutsche Mannschaft wurde bei eigenem Ballbesitz wiederholt gnadenlos ausgebuht. Der Auftakt ging dann auch völlig daneben. Bereits der erste Angriff der Serben brachte in Überzahl die 1:0-Führung Serbiens und (schlimmer) den ersten Persönlichen Fehler gegen Schlüsselspielerin Carmen Gelse. Angesichts der drohenden Foulbelastung gingen die Deutschen frühzeitig zu einer centerorierenten Verteidigung über, allerdings klappt dieses zu Anfang überhaupt nicht und war auch in der Folge die große Achillesferse: Serbien traf viermal in Folge aus dem Halbkreis, zweimal davon per Bogenball, so dass der Gastgeber, der noch nie ein Spiel gegen eine deutsche Auswahl hatte gewinnen können, zu Beginn der siebten Minute mit 5:1 in Führung lag.

Der Fehlstart war perfekt, und der Vorrunden-KO schimmerte bereits nach dem ersten Auftaktviertel der Eröffnungspartie durch das klare Wasser. Zumindest konnte der deutsche Angriff jetzt die eigene Unsicherheit ablegen, so dass die DSV-Auswahl nach Überzahltreffern von Claudia Blomenkamp und Belen Vosseberg, letzte 18 Sekunden vor der Sirene, zumindest mit einem 3:5-Rückstand in die erste Viertelpause ging. Die 18-jährige Vosseberg, einzige Linkshänderin im Team, zählt zu den Aktivposten der Auftaktpartie, und Deutschland schien im zweiten Abschnitt dann tatsächlich die Kurve zu kriegen: Serbiens Rückraum konnte in der tor- und aktionsreichen Partie jetzt deutlich besser markiert werden, und Bianca Seyfert konnte beim 5:5 (13.) mit einem Konter erstmals seit dem 1:1 wieder den Ausgleich markieren. Mit einem 6:6-Unentschieden wurden die Seiten gewechselt, so dass die schwere Hypothek aus dem Auftaktviertel zumindest ausgeglichen war.

Die zahlreichen deutschen Fans in der Heimat mussten vor den Bildschirmen des Livestreams (und teilweise auch des Satellitenfernsehens von Rai Sport) weiterhin stark zittern. Nach einer erneuten 7:6-Führung des Gastgebers nach abermals verlorenem Anschwimmen gab es nach Treffern von Carmen Gelse und Claudia Kern zum 8:7 (20.) zwar die erneute Führung, doch die Verteidigung gegen den serbischen Rückraum blieb weiterhin eine dicke Achillesferse am heutigen Abend. Anders als zuvor konnten die Deutschen jetzt aber ihrerseits stets mit einer Ein-Tor-Führung vorlegen und damit den Druck an den Gastgeber weitergehen, der allerdings zumeist postwendend antworten konnte. Die Vorentscheidung wollte partout nicht fallen, und knapp drei Minuten vor dem Spielende war beim Stande von 13:12 auch noch für Routinier Carmen Gelse nach dem dritten Persönlichen Fehler vorzeitig Spielschluss.

Die Führung hielt zunächst noch, doch 70 Sekunden vor dem Ende erzielte Serbiens viermalige Torschützen Jelena Vukic den 13:13-Ausgleich, und der Gastgeber hatte die Chance das Spiel zu gewinnen: Claudia Blomenkamp traf 49 Sekunden vor dem Ende mit einem Rückraumwurf die Latte, und Serbien holte sich den Abpraller. Doch beim Gegenzug unterlief den „Blauen“ dann allerdings ein Stürmerfoul. Blomenkamp reagierte prompt und zog nach dem perfekten Steilpass den Konter erfolgreich durch – 21 Sekunden vor dem Ende führten die Deutschen wieder mit 14:13. „Ich habe gar nicht hinsehen“, kommentierte die zum Zuschauen verurteilte Carmen Gelse den Siegestreffer und die Anspannung der gesamten Partie, und diese war noch nicht vorbei. Der Gastgeber erhielt acht Sekunden vor dem Ende noch eine Überzahlchance, kam allerdings zu keinem vollwertigen Wurf mehr, so dass die Nervenschlacht ein erfolgreiches Ende aus DSV-Sicht fand.

Für die deutsche Auswahl ist der Eröffnungssieg, so schwer dieser auch gefallen sein mag, nach den Eindrücken des Auftaktspieltages hier an Donau jetzt aber mehr als nur die halbe Miete auf dem Weg zu Platz vier im Sechserfeld der Vorrundengruppe B und dem anvisierten Einzug in das Viertelfinale. Für letzteres reicht in den weiteren Partien vermutlich bereits ein Erfolg gegen den wenig erfahrenen Mitqualifikanten Kroatien, der heute beim 3:29 gegen Titelverteidiger Spanien dickes Lehrgeld zahlen musste. Nächster Kontrahent der DSV-Auswahl ist nach einem spielfreien Tag am Mittwoch der amtierende WM-Dritte Italien (12:30/live auf www.leu.eu Rai Sport 1). Die „setterosa“ konnte ihr heutiges Auftaktspiel bereits am Vormittag nach anfänglichen Schwierigkeiten noch klar mit 10:3 gegen WM-Teilnehmer Frankreich gewinnen.

Europameisterschaften 2016 in Belgrad (Serbien)

2. Spieltag Frauen, Gruppe B

Serbien – Deutschland 13:14 (5:3, 1:3, 4:4, 3:4)

Deutschland: Bianca Ahrens – Belen Vosseberg 3, Nadja Kreis, Bianca Seyfert 1, Claudia Blomenkamp 4, Gesa Deike, Anja Seyfert, Claudia Kern 3, Jennifer Stiefel, Lilian Adamski, Carmen Gelse 3, Anika Ebell, Michelle Reinhart. Trainer: Milos Sekulic

Persönliche Fehler: 7/9

Resulte des heutigen Tages

Montag, den 11. Januar 2016
09:30 Georgien – Rumänien 6:12 (1:2, 3:2, 1:5, 1:3) – Männer
11:00 Kroatien – Spanien 3:29 (0:8, 2:8, 0:5 1:8) – Frauen
12:30 Italien – Frankreich 10:3 (2:2, 4:1, 1:0, 3:0) – Frauen
15:45 Russland – Türkei 17:8 (4:3, 4:0, 3:3, 6:2) – Männer
17:15 Serbien – DEUTSCHLAND 13:14 (5:3, 1:3, 4:4, 3:4) – Frauen
18:45 DEUTSCHLAND – Italien 5:16 (0:2, 1:6, 3:4, 1:4) – Männer
20:15 Ungarn – Griechenland 8:8 (3:2, 2:3, 3:2, 1:2) – Männer

Foto: Giorgo Scala/deepbluemedia

11 Comments

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