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SVV Plauen macht Aufstieg perfekt

Plauen. Im wohl wichtigsten Heimspiel der Saison, der vierten Pre-Play-Off-Begegnung mit dem SV Cannstatt, gelang den Wasserballern des SVV Plauen die größte Sensation der Vereinsgeschichte. Mit einem 9:6 Sieg (2:2; 3:3; 2:1; 2:0) über die Stuttgarter markierten die Spitzenstädter das vorzeitige Ende der „best-of-five“-Serie im Kampf um die A-Gruppe der Deutschen Wasserballliga (DWL). Das bedeutet nichts Geringeres, als den Aufstieg in die höchste Spielklasse Deutschlands sowie die daran geknüpfte Teilnahme an den Viertelfinals der Deutschen Meisterschaft. Doch nicht nur im Wasser wurden an diesem Mittwochabend neue Maßstäbe gesetzt, rund 800 Wasserballbegeisterte sorgten für eine unvergessliche Atmosphäre und einen neuen Zuschauerrekord im Plauener Stadtbad.
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„Du spinnst doch!“, wäre Christian Schneiders Antwort gewesen, hätte man ihm vor fünf Jahren prophezeit, ins deutsche Wasserball-Oberhaus einzuziehen. Der 26 jährige SVV-Centerverteidiger, von Anfang an ein fester Bestandteil des Teams, kann das Erreichte kaum fassen: „Es so weit zu schaffen und vor so einem gigantischen Publikum zu spielen, hätte ich nie für möglich gehalten. Die unbeschreibliche Stimmung im Bad sucht deutschlandweit ihresgleichen, was uns alle sehr stolz macht. Ein großes Dankeschön gilt all unseren grandiosen Fans und ins besonders unserem Trainer Jörg! Ohne ihn und die Unterstützung von unseren Fans stünden wir heute nicht hier.“ Der Rückhalt bei den Zuschauern war für die Neubauer-Jungs zu diesem Spitzenspiel größer denn je. Als Außenseiter waren sie in die Duelle mit den erfahreneren Cannstattern gestartet, konnten jedoch ihre Anhänger zuhause, wie auch im Facebook-Liveticker, mit zwei Überraschungssiegen begeistern.

Das vierte Aufeinandertreffen mit den Kontrahenten aus dem Süden, bot ebenfalls die Spannung, die es versprach. Wie schon zwei Wochen zuvor, gingen die Cannstatter als Erste in Führung und setzten die Hausherren mit einer offensiven Pressdeckung unter Druck. Allerdings stellte SVV-Coach Jörg Neubauer seine Schützlinge auf diese Gegenwehr ein, sodass die Spitzenstädter immer öfter Mittel und Wege gegen das Bollwerk der Gäste fanden. Den ersten Führungstreffer der Plauener erzielte Linksaußenspieler Tamas Korpasci durch eine blitzartig verwandelte Überzahl im zweiten Viertel zum 3:2. Doch die hartnäckigen Cannstatter ließen sich nicht abschütteln. Besondere Gefahr ging dabei von Timo van der Bosch und Florian Naroska aus. Die Beiden Center, bzw. Centerverteidiger waren für zwei Drittel der Tore auf Gästeseite sowie für viele Ausschlussfehler gegen die Plauener verantwortlich, weshalb die Neubauer-Jungs auch zur letzten Viertelpause über einen 7:6 Zwischenstand nicht hinaus kamen. In der Schlussphase schien die Ausdauer der, durch das schnelle Konterspiel des SVV geschwächten Cannstatter nachzulassen. Diese kleine konditionelle Überlegenheit nutzen die Plauener, um nochmals Gas zu geben. Peter Karteszi, Top-Torjäger seiner Mannschaft und „Spieler des Tages“, baute den Vorsprung des Teams zum 9:6 weiter aus, während die SVV-Abwehr Abschlüsse der Schwaben erfolgreich verhinderte. Um 21:15 Uhr war dann klar: Plauen spielt nächstes Jahr in der A-Gruppe. Begleitet von minutenlangen Standing Ovations und lautstarkem Siegesjubel, unter anderem von den Trommlern des HCE Plauen, feierten die Spieler ausgelassen ihren Aufstieg – Sektdusche mit inbegriffen.

„Ich bin völlig überwältigt“, erklärt SVV-Kapitän Alexander Fritzsch freudig und erschöpft, „alle Kapazitäten der Schwimmhalle wurden genutzt, um diese bombastische Atmosphäre zu schaffen, es war eine wahnsinnige Ehre hier zu spielen.“ Zusätzlicher Druck für die Mannschaft sei dadurch nicht entstanden, vielmehr habe die einzigartige Kulisse eine Push-Wirkung ausgeübt, so Fritzsch weiter. „Natürlich gibt es eine kleine Feier im Anschluss. Jedoch sind wir noch nicht ganz am Ende angelangt, es warten noch weitere Spiele, wie das Viertelfinale gegen den ASC Duisburg, auf uns. Unser Saisonziel haben wir allerdings schon längst erreicht – alles Weitere ist Zugabe“, umreißt er die Marschroute für die kommenden Wochen.

„Die Jungs haben heute 110 Prozent gegeben und alle unsere Taktiken konsequent umgesetzt. Die Cannstatter Abwehr zu durchbrechen erforderte einen enormen Kraftaufwand, doch wir konnten unseren Halbkreis aufbauen und ließen uns nicht das gegnerische Spiel aufzwingen“, analysiert Erfolgstrainer Jörg Neubauer überwältigt. Zur Kulisse sagte er: „Ich spiele seit ich zwölf Jahre alt bin Wasserball, aber so eine tolle Sportveranstaltung habe ich noch nie erlebt. Was all die Organisatoren im Hintergrund ehrenamtlich leisten ist einfach unglaublich, ihr Engagement unbezahlbar! Als Wasserballer ist man ein Spiel vor solch einem fantastischen Publikum eigentlich nicht gewohnt.“ (Michael Klein)

SVV Aufgebot: Mihaly Peterfy (Tor), Rick Thiele, Christian Schubert, Petr Karteszi (4), Alexander Fritzsch (K2), Kevin Sörensen, Tamas Korpasci (1), Jan Hänel, Stepan Rezek (1), Alexander Kaminke, Stephan Roßner (1), Christian Schneider

1 Comment

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