Hannover sichert sich den Meistertitel mit drittem Sieg gegen Spandau
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Waspo 98 gewinnt den Titel 2020

Die Wasserballer von Waspo 98 Hannover sind deutscher Meister geworden. Im ausverkauften Volksbad Limmer setzte sich die Mannschaft von Trainer Karsten Seehafer im vierten Spiel der Finalserie gegen die Wasserfreunde Spandau 04 mit 11:9 durch und konnte anschließend den Meisterpokal aus den Händen des DSV-Offiziellen Dieter Rohbeck entgegen nehmen.

Aus Gründen der Hygieneauflagen konnten nur 300 Besucher im traditionsreichen Freibad am Stockhardtweg der mit Spannung erwarteten Begegnung der beiden nationalen Topteams beiwohnen. Dazu mussten sie noch einen heftigen Regenschauer pünktlich zu Spielbeginn über sich ergehen lassen. Dies tat der guten Stimmung am Beckenrand jedoch keinen Abbruch.

Beide Mannschaften traten in identischer Formation im Vergleich zur dritten Partie am vergangenen Sonntag in Berlin an, die von Spandau 04 klar gewonnen wurde. So vertraute Karsten Seehafer seiner Mannschaft genau so, wie sein Gegenüber Petar Kovacevic, der die Devise „Never change a winning team“ ausgab und erneut auf den serbischen Nationalspieler Nikola Dedovic verzichtete.

Zu Beginn der Auseinandersetzung zeigten beide Reihen eine Vorstellung, die von Anfangsnervosität und dem Bemühen, defensiv kontrolliert zu bleiben, geprägt war. Petar Muslim brachte Waspo 98 in Überzahl nach gut drei torlosen Minuten in Führung. Die Berliner reagierten schnell und trafen im übernächsten Angriff durch Nationalspieler Marin Restovic zum Ausgleich, der eine Kontersituation nutzte. Lucas Gielen markierte wenig später nach einem Abpraller im Nachfassen die einzige Spandauer Führung der Begegnung, die allerdings Waspo-Neuzugang Marko Macan in nummerischer Überlegenheit ausgleichen konnte.

Im zweiten Viertel baute die hoch konzentrierte und bestens eingestellte hannoversche Sieben zunehmende Dominanz auf. Auf einem soliden Fundament baute Waspo 98 sein Haus auf insbesondere zwei Säulen. Zum einen bot die Defensive vor dem erneut exzellenten Schlussmann Moritz Schenkel eine überragende Leistung und unterband in der Konterverteidigung mit extrem umsichtigem Verhalten jegliche Schnellangriffe der Berliner schon im Keim. Weiterhin zeigten die Gastgeber ein variables und spielfreudiges Überzahlspiel, das durch die vorausgegangene Fleißarbeit an der Centerposition erst ermöglicht wurde. Kurzum: Waspo 98 bot alles, was für einen so wichtigen Sieg die Grundlage darstellt. Darko Brguljan, Jorn Winkelhorst, Julian Real und Ivan Nagaev erzielten bei Gegentreffern von Dimitrij Kholod per Strafwurf und Marko Stamm in Überzahl die richtungsweisende 7:5-Halbzeitführung.

Gleich nach dem Wiederanpfiff erhöhte Kapitän Aleksandar Radovic mit einem verwandelten Fünfmeter für seine Farben. Derart unter Druck, mühten sich die Spandauer nach Kräften um ihren nächsten Treffer, prallten aber an der willensstark und gekonnt vorgetragenen Defensivarbeit der Hannoveraner förmlich ab. So blockten Julian Real, Darko und Matija Brguljan sowie Radovic Schüsse in Serie und fanden ihren Rückhalt in Moritz Schenkel, wenn doch einmal ein Ball eine Lücke fand. Die bienenfleißigen Tobias Preuß und Reiko Zech leisteten schwimmerisch dazu Herkulesarbeit. Nun kam auch noch etwas Glück auf die Seite der tüchtigen Hannoveraner. Einige Abpraller landeten in den eigenen Händen, und nach dem schönen Tor von Darko Brguljan traf Aleksandar Radovic mit einem abgefälschten „Trullerball“ den guten Berliner Torwart Laszlo Baksa auf dem falschen Fuß und zum 10:5. Den einzigen Treffer im dritten Viertel erzielte der Spandauer Scharfschütze Lucas Gielen zum 10:6 vor dem letzten Spielabschnitt.

Im letzten Viertel verlegte sich Waspo 98 insbesondere auf die Defensive. Immer wieder gelang es hier Bälle zurückzugewinnen und durch clever über die Centerposition herausgespielte Angriffe Zeit von der Uhr zu nehmen. Nach einer Minute Spielzeit hatte der überzeugende Jorn Winkelhorst noch das 11:6 markiert. Bei den Gästen machte sich dieser Wirkungstreffer bemerkbar. Dennoch gaben sie nicht auf und erzielten in der Schlussphase durch Marko Stamm (2) und Stefan Pjesivac noch drei Tore, zu dem hatte Waspo 98 etwas Glück, als ein weiterer Treffer der Berliner, erzielt mit Ablauf der Angriffszeit, nach längerer Diskussion zwischen den beiden abgeklärt agierenden Schiedsrichtern Frank Ohme und Stefan Seidel keine Anerkennung fand. Die Entscheidung hätte genauso auch anders getroffen werden können, doch auf eine Seite mussten sich die Unparteiischen festlegen. Der Sieg geriet jedoch nicht mehr in Gefahr, so dass bereits eine Minute vor dem Ende, spätestens nach einem Ballgewinn für Waspo 25 Sekunden vor Schluss, der große Jubel ausbrach.

Es folgten eine verdiente rauschende Siegesfeier und die fairen Glückwünsche des vorbildlich auftretenden Verlierers in Form von Trainer Petar Kovacevic, seinem Co-Trainer Peter Röhle und Präsident Hagen Stamm.

Nach zweieinhalb Wochen hat damit die nach der Corona-Pause in komprimierter Form ausgespielte deutsche Meisterschaft ein würdiges Ende genommen. Die sechs teilnehmenden Mannschaften setzten damit ein Beispiel auch für andere Wettbewerbe, in dem sie Hygienekonzepte erfolgreich genehmigen und umsetzen ließen. Zudem wurden von den Spielen der Heimvereine kostenlose Livestreams angeboten, die nicht nur die eingefleischten Fans über das Geschehen informierten. Für diesen erfolgreich geleisteten Aufwand kann man den ausrichtenden Klubs und dem Deutschen-Schwimm-Verband nur danken.

Die älteste olympische Ballsportart hat sich damit in der Krise als leistungsfähig und zukunftsfähig erwiesen.

Auf einen kräftigen Nachschlag können sich alle Wasserballfreunde noch einstellen. Am letzten Septemberwochenende werden die im April abgesagten Endrunden um den DSV-Pokal ausgerichtet. Gastgeber Spandau 04 begrüßt die insgesamt acht teilnehmenden Mannschaften in der ehrwürdigen Lehr- und Schwimmsporthalle in Berlin-Schöneberg.

Waspo 98 Hannover trifft hierbei im Halbfinale auf den OSC Potsdam, während der Gastgeber auf den ASC Duisburg trifft. Auch die Frauenmannschaften steigen bei dieser Gelegenheit wieder in den Wettkampfbetrieb ein. Im Semifinale trifft Waspo 98 auf Bayer Uerdingen, Spandau 04 setzt sich mit Nikar Heidelberg auseinander. Die Halbfinals werden am 26. September, die Finals am 27. September absolviert. FG

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