White Sharks verpassen Platz drei
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Potsdam Orcas holen Bundesliga-Bronze

Tchigir-Team mit 9:7 bei den White Sharks Hannover und Medaillenfeier

Das ließ sich Orcas-Abteilungsleiter und Hauptsponsor Andreas Ehrl nicht nehmen: Unmittelbar nach dem ihn die Nachricht erreichte, dass seine Wasserballer bereits am Samstag den Bronze-Platz in der Bundesliga klargemacht haben, organisierte er eine spontane Party in Potsdam. Bei seinem Freund René Dost kehrten die Jungs von Trainer Alexander Tchigir im REDO XXL am Nauener Tor ein, aßen, tranken und lachten.
Zuvor hatte der OSC Potsdam im zweiten Spiel der „Best-of-three“-Serie die White Sharks Hannover im Volksbad Limmer souverän mit 9:7 (2:2, 4:2, 2:1, 1:2) besiegt und sich nach dem 12:9 am Mittwoch im Sportbad blu das 2:0 im Bronze-Duell geholt. „Das Ergebnis klingt knapper als der Spielverlauf war“, so André Laube, sportlicher Leiter der Potsdam Orcas. „Die Mannschaft war vor allem defensiv hervorragend auf das Angriffsspiel der Sharks eingestellt und ließ wenig zu.“
Offenbar hatte Trainer Tchigir die richtigen Worte gefunden: Die Havelstädter begannen von der ersten Minute an konzentriert und gerieten nicht wie in den beiden vorherigen Begegnungen mit Hannover früh in Rückstand (je 0:3). Gleich im ersten Potsdamer Angriff war Potsdams Center Ferdinand Korbel nur mit Foul zu stoppen. Den fälligen Strafwurf verwandelte Lukas Küppers sicher zum 1:0. Nach Ausgleich der Gastgeber folgte das 2:1 von Maximilian Costa nach Zeitstrafe gegen Hannover zum 2:1 in Überzahl. Beim Stand von 2:2 ging es in die erste Pause.
Trotz des einsetzenden heftigen Regens blieben die Potsdamer in der ungewohnten Freibad-Situation auch im zweiten Viertel hochkonzentriert. Kapitän Hannes Schulz kam mit etwas Glück zum 3:2. Sein abgefälschter Distanzwurf trudelte für den erneut guten Sharks-Keeper Felix Benke unhaltbar über die Linie. Das 4:3 erzielte Lu Meo Ulrich – einer der auffälligsten Potsdamer Akteure an diesem Abend – in Überzahl. Erstmals mit zwei Treffern in Front brachte der agile Tomi Tadin den OSC mit seinem Tor zum 5:3. Das 6:4 erzielte Schulz mit einem gekonnten Wurf von Rechtsaußen zum 6:4.
Im dritten Viertel kamen die nie aufsteckenden Hausherren zum 5:6-Anschluss, danach war aber über zwölf Minuten kein Durchkommen mehr für das junge Hannoveraner Team in seinem ersten Bundesliga-Medaillenkampf der Vereinsgeschichte. Die Orcas brannten vorn zwar auch kein Feuerwerk ab, erhöhten aber peu à peu den Vorsprung. Aus der gut gestaffelten Verteidigung mit einem sicheren Florian Thom zwischen den Pfosten traf Ulrich zum 7:5 aus der Distanz. Schulz markierte im Konter das 8:5, und spätestens das 9:5 von Tadin Mitte des Schlussviertels bedeuteten die Vorentscheidung. Ein mutiges Pressing der Hannoveraner in den letzten Minuten erzielte durchaus seine Wirkung und Potsdam fing sich noch zwei Treffer zum 9:7-Endstand ein.
„Das war insgesamt sehr kontrolliert und effizient“, bewertete Laube die Begegnung und gratulierte sowohl Mannschaft als auch Trainerteam Tchigir und dessen Assistent Slawomir Andruszkiewicz. Gerade nach der Corona-Pause und dem schwierigen Start nach der Wiederaufnahme des Bundesliga-Spielbetriebs sei dieser Erfolg besonders hoch zu bewerten. „Das dritte Mal in Folge drittbestes Team Deutschlands ist eine riesige Bilanz.“
Der Titelkampf bleibt indes noch offen. Nach 2:0-Führung von Waspo Hannover gegen die Wasserfreunde Spandau 04 (10:8, 9:6) in der „Best-of-five“-Serie um Gold konnten die Berliner das dritte Spiel am Sonntag 12:9 für sich entscheiden. Damit geht es am Mittwoch in Hannover und gegebenenfalls am Samstag in Berlin in die letzten Partien. Der ASC Duisburg drehte nach 11:12-Niederlage auswärts beim SV Ludwigsburg die Serie um den fünften Rang daheim mit einem 12:6 am Samstag und dem 19:12 tags darauf.
Die Orcas steigen nach zwei Tagen Pause am Dienstag wieder ins Training ein und bereiten sich auf das „Final Four“ im deutschen Pokal am 26./27. September in Berlin vor. „Da wollen wir die zweite Medaille in diesem Jahr holen“, gibt Coach Tchigir als klares Ziel vor.
Potsdam: Torhüter Florian Thom/Marc Langer, Konstantin Hüppe, Sascha Seifert, Thilo Popp, Philipp Gottfried, Tomi Tadin (2), Maximlian Costa (1), Lukas Küppers (1), Ferdinand Korbel, Matteo Dufour, Hannes Schulz (3), Lu Meo Ulrich (2)

Deutsche Wasserball-Meisterschaft 2020
Finale („best of five“)
Mittwoch, den 2. September 2020 (Spiel 1)
18:00 Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04 10:8 (3:2, 3:4, 3:1, 1:1) – Stand der Serie: 1:0
Sonnabend, den 5. September 2020 (Spiel 2)
16:00 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover 6:9 (1:3, 3:2, 0:2, 2:2) – Stand der Serie: 0:2
Sonntag, den 6. September 2020 (Spiel 3)
14:00 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover 12:9 (3:0, 2:3, 4:2, 3:4) – Stand der Serie: 1:2
Mittwoch, den 9. September 2020 (Spiel 4)
18:00 Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04 (Volksbad Limmer)
Sonnabend, den 12. September 2020 (Spiel 5/bei Bedarf)
16:00 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover (Schöneberger Schwimmsporthalle)

Spiele um Platz drei („best of three“)
Mittwoch, den 2. September 2020 (Spiel 1)
20:30 OSC Potsdam – White Sharks Hannover 12:9 (3:3, 3:3, 2:1, 4:2) – Stand der Serie: 1:0
Sonnabend, den 5. September 2020 (Spiel 2)
17:00 White Sharks Hannover– OSC Potsdam 7:9 (2:2, 2:4, 1:2, 2:1) – Endstand der Serie: 0:2

Spiele um Platz fünf („best of three“)
Mittwoch, den 2. September 2020 (Spiel 1)
19:30 SV Ludwigsburg – ASC Duisburg 12:11 (3:4, 4:1, 2:2, 3:4) – Stand der Serie: 1:0
Sonnabend, den 5. September 2020 (Spiel 2)
19:30 ASC Duisburg – SV Ludwigsburg 12:6 (3:2, 1:1, 2:2, 6:1) – Stand der Serie: 1:1
Sonntag, den 6. September 2020 (Spiel 3)
12:00 ASC Duisburg – SV Ludwigsburg 19:12 (4:2, 6:0, 5:5, 4:5) – Endstand der Serie: 2:1

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