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Waspo Hannover startet mit Sieg gegen Spandau ins Finale
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Waspo 98 legt vor

Der erhoffte Sieg zum Auftakt ist geglückt: Vor rund 270 Zuschauern im Volksbad Limmer gewann Waspo 98 Hannover das erste von maximal fünf Finalspielen um die deutsche Meisterschaft gegen die Wasserfreunde Spandau 04. 10:8 stand am Ende nach 32 packenden und intensiven Minuten auf der Anzeigetafel für die Heimmannschaft von Trainer Karsten Seehafer, die damit mit Rückenwind zum Doppelspieltag am kommenden Wochenende in die Bundeshauptstadt Berlin reisen kann.

Der Rekordmeister musste den kurzfristigen krankheitsbedingten Ausfall von Stefan Pjesivac und Marko Stamm verkraften, bot dafür den russischen Nationalspieler Dimitrij Kholod und die beiden hochveranlagten Youngster Yannek Chiru und Aleks Sekulic auf.

Nach drei torlosen Minuten zu Beginn startete Nationalspieler Lucas Gielen den Torreigen für die Gäste nach einer Hinausstellung gegen Tobias Preuss. Waspo 98 glich nach einem schönen Spielzug, ebenfalls in nummerischer Überlegenheit, mit einem Tor von Matija Brguljan zum 1:1 aus. Der auffällige Marino Cagalj traf für die Berliner zum 1:2, ehe Darko Brguljan mit einem fulminanten Freiwurf ins lange Eck den wiederholten Ausgleich herstellte. Fynn Schütze brachte die Hannoveraner mit einem beherzten Wurf nur vier Sekunden vor Ende des ersten Viertels erstmals nach vorn, den der sonst starke Schlussmann Laszlo Baksa durchrutschen ließ.

Dessen Gegenüber Moritz Schenkel präsentierte sich ebenfalls in Bestform und bewahrte sein Team in dieser Phase gleich vor mehreren Gegentreffern. So konnte der kroatische Olympiasieger Petar Muslim eine ansehnliche Ballstaffette zum 4:2 nutzen. Im Gegenzug war Rémi Saudadier mit einem traumhaft schönen Heber für Spandau erfolgreich, und der wurfstarke Serbe Nikola Dedovic markierte wenig später das 4:4. Im Gegenangriff traf der extrem kampfstarke und bis in die Haarspitzen motivierte Kapitän Aleksandar Radovic mit einem seiner unnachahmlichen Gewaltwürfe aus zentraler Position zum 5:4 für die Hausherren. Nikola Dedovic und Maurice Jüngling ließen sich allerdings dadurch nicht beeindrucken und drehten für die Spandauer die Partie. Kurz vor der Halbzeit traf Radovic erneut mit einem wuchtigen Aufsetzer zum 6:6-Pausenstand.

In der zweiten Halbzeit boten sich beide Teams einen Abnutzungskampf. Eine außerordentliche Besonderheit war, dass die beiden souveränen Schiedsrichter Ohme/Seidel trotz der Regelnovelle vor der Saison keinen einzigen Strafwurf verhängen mussten. So stellten sich beide Abwehrreihen recht geschickt an, und es war sinnbildlich, wie sich Petar Muslim auf Seiten von Waspo 98 in der Centerposition harter Gegenwehr stellen musste, es aber immer wieder vermochte durch großen Einsatz anspielbar zu sein und Lücken in die Defensive der Gäste zu reißen. Abwehrchef Julian Real hielt seine Verteidigung mit zunehmend größerem Erfolg zusammen und war mit seinen Kollegen somit ein Garant des späteren Erfolges. Dazu klappte das Überzahlspiel der Hannoveraner nun wie am Schnürchen. Jorn Winkelhorst, Darko Brguljan und Ivan Nagaev schlossen drei Varianten in Folge erfolgreich ab und sorgten für eine scheinbar beruhigende 9:6-Führung. Doch kurz vor Ende des vorletzten Spielabschnitts verkürzte zunächst Ivan Zovic und nach Wiederbeginn erspähte Marin Restovic eine Lücke im kurzen Eck der Hausherren, und beim Stand von 9:8 war alles wieder offen.

Minutenlang kamen beide Mannschaften in der Folge nicht mehr zum Zuge. Waspo 98 ließ kaum noch gute Gelegenheiten der Berliner zu. Nach einigen Fehlversuchen war es dann Petar Muslim vorbehalten, der sich wieder einmal im Center durchtankte und den Ball in die Maschen wuchtete, den finalen 10:8-Treffer zu realisieren.

Nach diesem so wichtigen Startsieg in die Serie reisen die Hannoveraner am Samstag in die altehrwürdige Lehr- und Schwimmsporthalle nach Berlin-Schöneberg, um am Wochenende bei zwei Auftritten dort die Ausgangslage zu verbessern oder – im Optimalfall – schon den Titel nach Hannover zu holen. FG

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