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Tokio-Entscheidung „binnen vier Wochen“

Nach langen Wochen des Abblockens und internationaler Kritik ist in die Frage einer Absage oder Verlegung der Olympischen Spiele in Tokio (Japan/24. Juli bis 9. August) jetzt auch seitens des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) endlich Bewegung gekommen: So soll „innerhalb der nächsten vier Wochen“ eine definitive Entscheidung über die Austragung der Veranstaltungen fallen, wie das IOC am Sonntag in einem offenen Brief an die Athleten nach einer Sitzung des Exekutivkomitees mitteilte. Eine Totalabsage werde dabei ausgeschlossen.

Während die UEFA am vergangenen Dienstag die Fußball-Europameisterschaft um zwölf Monate verlegt hatte, hatten das IOC und die japanische Regierung der Frage einer Verschiebung der Spiele trotz massiver öffentlicher Kritik bis dahin kategorisch eine Absage erteilt. Kritiker weisen dabei nicht nur auf die kaum verbesserte Lage bei der Bekämpfung Corona-Pandemie hin, sondern halten auch vor Ort eine Durchführung der Spiele in der angestrebten Form für kaum mehr möglich.

Aufgrund der aktuellen Restriktionen ist es deutschen wie auch ausländischen Olympiakandidaten schon jetzt kaum mehr möglich, ihren Trainingszustand adäquat aufrecht zu erhalten. Zudem sind nach der Flut von Veranstaltungsabsagen der vergangenen Tage noch zahlreiche Qualifizierungsvoraussetzungen unklar – gerade einmal 57 Prozent der weltweit vorgesehen Tokio-Starter stehen bisher fest. Beobachter befürchten aufgrund der derzeit kaum mehr vorgenommenen Kontrollen zudem massive Dopingprobleme.

Derweil hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) angekündigt, ein Stimmungsbild aller betroffenen Athleten bezüglich der Frage der Ausrichtung der Olympischen Spiele in Tokio einzuholen. Sowohl die allgemeine Einschätzung zu einer Ausrichtung als auch die individuelle Haltung zur Teilnahme soll dabei geklärt werden. In der Umfrage soll zudem geklärt werden, wer zu dem geplanten oder zu einem alternativen Zeitpunkt an den Olympischen Spielen teilnehmen möchte.

Ergänzend zu dieser erstmals in der Geschichte des DOSB initiierten Befragung soll in den kommenden Tagen der Austausch mit den betroffenen Spitzenverbänden stattfinden. Intensiviert werden sollen zudem der Dialog mit der Bundesregierdung. „Nach dem Vorliegen der verschiedenen Positionierungen wird es uns gelingen, eine klare und ganzheitlich ausgewogene Position des DOSB zu formulieren und diese gegenüber dem IOC zu vertreten“, sagte der DOSB-Vorsitzende Alfons Hörmann.

Veröffentlicht am 22. März.2020

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