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„Tiflis ist das erste Endspiel“

Es ist die Woche der weiten Reisen: Während der deutsche Meister Wasserfreunde Spandau 04 am sechsten Spieltag der Champions League gerade noch im europäischen Teil Russlands gastiert, geht es für Pokalsieger Waspo 98 Hannover an die Schnittstelle zwischen Europa und Asien. Die Niedersachsen gastieren in der Gruppe B am morgigen Mittwoch beim georgischen Meister Dynamo Tiflis und wollen in dem Kellerduell endlich die ersten Saisonpunkte auf der internationalen Bühne holen. Das Anschwimmen steigt aufgrund der Zeitverschiebung bereits um 15:30 Uhr deutscher Zeit; die LEN bietet unter www.len.eu einen Livestream mit Fernsehbildern.

Bei einem Unterschied von gleich drei Zeitzonen gegenüber Deutschland darf man durchaus von einer „Weltreise“ sprechen., euland ist die Tour für die Waspo98-Verantwortlichen dennoch nicht: Bereits in der Saison 2012/2013 sind die Niedersachsen im Rahmen der damaligen 24er-Champions League zu einem Gruppenspiel in Tifls zu Gast gewesen. „Das war wirklich ein Abenteuer“, hat Trainer Karsten Seehafer die Reise nicht vergessen. Auch die diesjährige Tour fällt aus dem Rahmen des Champions League-Alltages: Zeitlich war die Anreise über Warschau überschaubar, allerdings ist der DWL-Vertreter entgegen der bisherigen Praxis bereits am Montagabend mit einem Nachflug angereist und heute früh um 5 Uhr Ortszeit angekommen.

Auch die Personalien könnten beim Endspurt vor den Feiertagen besser sein: Die Niedersachsen werden in Tiflis auf Center Ante Corusic verzichten müssen, der sich derzeit mit einer Adduktorenzerrung herumplagt. Seehafer hat dafür mit Jan Rotermund eines der Nachwuchstalente nachnominiert, das zu Saisonbeginn vom Nachbarn White Sharks Hannover dazugestoßen sind. Die Stammkräfte Tobias Preuss und Petar Muslim werden dagegen spielen, wenn auch angeschlagen. „Dazu gesellen sich noch [Fynn] Schütze und [Aleksandar] Radovic mit Männerschnupfen“„ wie es Seehafer ausdrückt.

Die Gäste stehen am fernen Kaukasus jenseits aller Widrigkeiten allerdings unter Zugzwang, wenn die Kampf um Rang vier und einen Endrundenplatz nicht vorzeitig gestrichen werden soll. Waspo 98 konnte in den ersten fünf Spielen noch keinen Punkt holen, trifft allerdings in den verbliebenen beiden Hinrundenspielen morgen sowie am kommenden Montag allerdings noch auf die nominellen Underdogs von Dynamo Tiflis und CN Terrassa (Spanien/17:30 Uhr, Stadionbad) und kann für die Rückrunde zudem noch auf immerhin fünf Heimspiele setzen. „Tiflis ist das erste Endspiel. Ein Sieg mit Ansage muss kommen, wie auch immer“, sagt Seehafer.

Die Lokalmatadoren von Dynamo Tiflis sind eines der drei neuen Wild Card-Teams der laufenden Saison, was die Anstrengungen des georgischen Wasserballs wie auch dessen gestiegene internationale Reputation verdeutlicht. Betreut wird das Team aus der Hauptstadt von der nationalen Speilerlegende Revaz Chomakhidze, der 2000 und 2004 mit der Auswahl Russlands zwei Olympiamedaillen gewonnen hat. Punkte stehen für den Neuling bisher noch nicht zu Buche, allerdings gilt die georgische Hauptstadt als heißes Pflaster: Zu Saisonbeginn musste die deutsche Nationalmannschaft ersatzgeschwächt eine 7:9-Niederlage in der EM-Qualifikation hinnehmen.

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