Noch drei Siege bis Tokio …
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Punktlandung gefordert

Ein Sieg ist nicht zwingend gefordert, doch es ist bei weitem nicht die Wunschkonstellation: Nach dem vorzeitig feststehenden Einzug in die K.o.-Phase müssen Deutschlands Wasserballer bei den Weltmeisterschaften in Gwangju (Südkorea) im letzten Vorrundenspiel Olympiadritten Italien (5:30 Uhr MESZ, Livestream ZDF) gegen den einen der Medaillenkandidaten dieser Titelkämpfe zumindest ein gutes Resultat erzielen – Japan sitzt beim Fernduell um Platz zwei und ein leichtes Überkreuzduell mehr als nur im Nacken, doch auch der Gruppensieg ist noch machbar.

Nach der aus DSV-Sicht am Ende glücklichen Punkteteilung beim 9:9-Unentschieden zum WM-Start gegen Japan würde bei dem drohenden Gleichstand in der Endtabelle im Bedarfsfalle nicht die Tordifferenz aller drei Spiele, sondern einzig das Resultat aus dem Duell mit dem besten Team der Gruppe zählen. Allerdings haben die Asiaten in der gestrigen Partie gegen den Olympiadritten von 2016 erneut ihre gewachsene Spielstärke unter der Beweis gestellt: Mit einer 7:9-Niederlage haben die Asiaten an die erweiterte Weltspitze mehr als nur angeklopft und vor allem der Mannschaft von Bundestrainer Hagen Stamm (Berlin) für ihren Turnieraufritt eine schwere Hypothek aufgebürdet.

Einen Vorteil haben die Deutschen aber: Sie werden bei ihrem dritten Auftritt in der schmucken Wasserballarena auf dem Campus der Nambu-Universität genau, was gefordert sein wird. Bei einem Sieg Japans gegen Brasilien (der nach den bisherigen Eindrücken wenig überraschend wäre) reichen für Platz zwei ein Punktgewinn, eine Niederlage mit einem Tor Differenz oder ab acht selben geworfenen Treffern auch eine Niederlage mit zwei Treffern. Allerdings: Genau diese Resultate gab es in den vergangenen Duellen mit dem dreimaligen Weltmeister (zuletzt 2011) allerdings so gut nie. So stehen seit 2012 zehn deutsche Niederlagen in Serie zu Buche.

Das jüngste Resultat dieser Negativserie datiert vom 22. Juni und war eine 10:12-Niederlage im Rahmen der WM-Vorbereitung bei dem Vier-Nationen-Turnier in Potsdam. Es ist das bisher einzige Duell beider Teams unter den „neuen“. FINA-Regeln gewesen, und genau das Resultat von Potsdam würde den Deutschen im Fernduell mit Japan auf den Millimeter genau zum zweiten Platz in der Abschlusstabelle der Vorrundengruppe D reichen. Die Italiener selbst wirkten bei ihren bisherigen Auftritten in Gwangju noch nicht so souverän wie erhofft, allerdings werden die Deutschen beim Wiedersehen im fernen Korea Flagge zeigen, sondern auch eine Punktlandung hinlegen müssen.

Vielleicht hilft aus DSV-Sicht aber auch die Rückbesinnung auf die Vergangenheit: Bei den Weltmeisterschaften 2009 in Rom (Italien) hatten die Deutschen, damals bereits mit Julian Real, Marko Stamm und Tobias Preuß, in der Vorrunde ein günstiges Los vergeben, gewannen als Gruppendritter anschließend aber im Überkreuzduell mit 9:8 nach Verlängerung gegen den damaligen Europameister und frischgebackenen Weltliga-Gewinner Montenegro. Im Vergleich zu Rom wirkt die aktuelle Situation sogar noch beinahe komfortabel: Mit Italien und im Bedarfsfalle im Überkreuzduell gegen Spanien gebe es diesmal sogar zwei Chancen, das Viertelfinale zu erreichen, und ein Sieg brächte sogar Platz eins in der Tabelle und den direkten Viertelfinalzug.

Schwimm-Weltmeisterschaften 2019 in Gwangju (Südkorea)

Ansetzungen 3. Spieltag Männer

Freitag, den 19. Juli 2019
08:30 Südafrika – Ungarn
09:50 Neuseeland – Spanien
11:10 Brasilien – Japan
12:30 Deutschland – Italien
16:30 Serbien – Griechenland
17:50 Südkorea – Montenegro
19:10 USA – Australien
20:30 Kroatien – Kasachstan

Bild : ZDF Mediathek

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