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„Wir wollen den ersten Titel des Jahres 2017!“

Ungewohnt früh im Jahr geht es um den ersten Titel im nationalen Wasserball. Das Final Four um den DSV-Pokal bei Männern und Frauen wird bereits am letzten Januar-Wochenende und nicht wie bisher zu Ostern ausgespielt. Austragungsstätte ist das Rheinbad Düsseldorf – einen echten Heimvorteil kann daher keines der vier Teams für sich reklamieren. Am ehesten käme dafür noch der ASC Duisburg in Frage, der auch 2013 den „Pott“ im Finale gegen Spandau gewonnen hatte.
In den drei Jahren danach korrigierten die Berliner diesen Ausrutscher allerdings wieder und steigerten die Zahl ihrer Pokaltriumphe damit auf insgesamt 31 seit 1979. Was der DSV allerdings fürs Jahr 2016 anders beurteilt. Der damalige Wasserballwart Hans-Jörg Barth hatte Spandau trotz des 18:9-Finalerfolges gegen Bayer Uerdingen wegen des angeblich unrechtmäßigen Einsatzes eines gesperrten Spielers disqualifiziert und die drei anderen Beteiligten darum einen Rang nach oben gesetzt. Die Wasserfreunde haben Protest gegen diese Entscheidung eingelegt. Wann dieser aber verhandelt wird, ist noch immer offen. Der DSV führt darum Uerdingen als Pokalsieger, Spandau sieht die sportlichen Fakten auf seiner Seite. 2017 ist Bayer bereits ausgeschieden, nachdem man im Viertelfinale daheim gegen den OSC Potsdam mit 5:10 verlor.
Das Halbfinal-Duell zwischen dem verlustpunktfreien Liga-Spitzenreiter Waspo 98 Hannover und dem nach der 11:13-DWL-Heimniederlage mit zwei Minuszählern belasteten Verfolger aus der Hauptstadt wird nach allgemeiner Meinung als das vorweggenommene Endspiel eingeschätzt.
Der Kontrahent des Siegers aus dieser Partie wird in der Paarung zwischen dem leicht favorisierten ASC Duisburg und den allerdings keineswegs chancenlosen, von Trainer Alexander Tchigir betreuten Potsdamer OSC-Männern ermittelt. Spandau gegen Hannover – das ist trotz temporärer Variationen im nationalen Kräfteverhältnis seit rund 25 Jahren das Prestige- und Gipfelduell des deutschen Männer-Wasserballs schlechthin. 1993 schafften es die Niedersachsen einmal Deutscher Meister zu werden, zweimal – 1998 sogar mit einem 6:5-Finalerfolg gegen Spandau, und 2003 – wurden sie Pokalsieger. Schon in den letzten zwei, drei Jahren sollte dieses Manko mit massivem Finanzeinsatz und Personalverpflichtung von Top-Spielern vom Balkan (Serbien, Montenegro, Kroatien) behoben werden, aber es gelang dennoch nicht. Wenn nicht jetzt, wann dann, lautet nun die Frage vor dem Pokal-Thriller.
Trotz dieser Voraussetzungen sieht Spandau-Manager Peter Röhle – als Torwart, Trainer, Funktionär an allen bisher 86 nationalen und internationalen Titeln der Berliner seit 1979 beteiligt – sein Team aber nicht als Außenseiter im Vergleich mit Hannover. „Wir fahren nach Düsseldorf, um den ersten nationalen Titel des Jahres zu holen, ganz klar. Darauf haben sich alle beim gemeinsamen Essen vor der Abreise nochmal eingeschworen. Hannover wird eine harte Aufgabe, kein Zweifel – aber wir werden uns stellen, sind gut drauf und bereit.“ Für Röhle hat keines der beiden Teams eine Favoritenrolle, „ich sehe beide auf Augenhöhe, wobei vieles wohl auch im Kopf und über die Einstellung entschieden wird“.

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