Poseidon probt den Ernstfall!
11. Juni 2015
Eins, zwei, drei …. meins!
11. Juni 2015
Alle anzeigen

SSVE schafft beinahe die Überraschung

Wasserball: Esslingen verliert 11:12 gegen Hannover im Duell um Platz 3

Esslingen – Ein furioser Start, ein Einbruch und daraus resultierend ein hoher Rückstand sowie eine starke Aufholjagd mit Höchstspannung und der Chance auf den Ausgleich kurz vor der Schlusssirene: so lässt sich die erste Partie der Best-of-Three-Serie um Platz 3 aus Sicht des SSV Esslingen beschreiben, in der am Ende Waspo 98 Hannover mit 11:12 (3:3, 1:5, 4:3, 3:1) die Oberhand behielt.

Die aufgeheizte Stimmung im gut besuchten SSVE-Freibad auf der Neckarinsel war trotz guten äußeren Bedingungen weniger den Temperaturen geschuldet als vielmehr dem ungewöhnlichen und dramatischen Spielverlauf eines kampfbetonten und bis zum Schluss spannenden Spiels. Die Esslinger Zuschauer waren mit der Leistung ihres Teams trotz oder gerade wegen der knappen Niederlage zufrieden, nachdem es zwischenzeitlich nach einer deutlichen Niederlage aussah und diskutierten noch lange nach Spielende die ein oder andere fragwürdige Schiedsrichterentscheidung, aber auch die Großchance zum Ausgleich wenige Sekunden vor dem Abpfiff. Rückblickend auf die vergangene Saison verlor man an gleicher Stelle gegen den gleichen Gegner noch mit 6:16 und seither hat Hannover personell und finanziell noch einmal aufgerüstet. Folgerichtig daher auch die selbstbewusste Einschätzung von SSVE-Trainer Bernd Berger: „Wir haben gezeigt, dass wir zu den Topteams in der Liga gehören. Uns ist es gelungen, dichter an Spandau, Duisburg und Hannover heranzukommen. Heute war das vor allem eine starke kämpferische Leistung. Wir haben damit das Erreichen unseres Saisonziels noch einmal bestätigt.“ Mannschaftskapitän Heiko Nossek zeigte sich einmal mehr als Denker und Lenker seines Teams, erzielte fünf Treffer und wurde zum „Spieler des Tages“ gewählt: „Nach überragendem Anfang mussten wir eine Schwächephase überwinden, die leider zu lange gedauert hat. So ein zweites Viertel darf uns nicht passieren. Aber ich muss der Mannschaft ein Kompliment für die Moral und den Kampfgeist machen! Leider hat uns dann am Ende das Quäntchen Glück gefehlt, aber ich denke, dass wir mit dem Spiel im Großen und Ganzen zufrieden sein können.“

Nachdem die beiden Teams noch freundschaftlich mit den SSVE-Wasserballminis zur Vorstellung eingelaufen sind, ging es im Wasser gleich richtig zur Sache. Vor allem der SSVE gab richtig Gas: Michael Müller erkämpfte sich in der zweiten Minute auf der Centerposition einen Strafwurf, den Heiko Nossek verwandelte. Nur 37 Sekunden später war es erneut der Kapitän, der mittels eines Bogenballs einen Konter erfolgreich abschließen konnte. Den Hattrick perfekt machte der Nationalspieler mit dem 3:0, dass er aus dem Rückraum in einer Überzahlsituation erzielte. In der sechsten Spielminute kam Hannover am Ende eines Überzahlspiels zum ersten Tor. Auch den Anschlusstreffer mussten die Esslinger in Unterzahl hinnehmen. Drei Sekunden vor dem Ende des ersten Viertels fiel durch einen Kontertreffer dann sogar noch der Ausgleich und alles war wieder offen.
Die letzten zwei Minuten im ersten Abschnitt sowie vor allem das zweite Viertel sollten die Schwächephase des SSVE darstellen. War man gut in die Partie gestartet mit einer starken Defensive sowie druckvoll im Angriff, war nun ein Bruch im Esslinger Spiel offensichtlich. Schon kurz nach Wiederanpfiff traf Nationalspieler Erik Bukowski zur ersten Waspo-Führung. Zwar konnte Robert Roth auf Zuspiel von Heiko Nossek noch einmal ausgleichen, doch bis zur Halbzeit kassierte das Heimteam vier weitere Treffer zum 4:8-Zwischenstand.
Und auch in der zweiten Hälfte schien es zunächst so, dass die Esslinger keinen Zugriff mehr auf das Spiel bekommen würden. Hannover maschierte weiter und kam durch den Ungarn Bence Toth sowie den vierfachen Torschützen Bojan Paunovic zu weiteren Treffern. Beim Stande von 4:10 folgte die zweite Wende des Spiels: ein Ruck ging durch das Esslinger Team und man wollte vor heimischem Publikum im letzten Spiel keine „Klatsche“ bekommen. Die Reaktion war beeindruckend: Heiko Nossek mit einem weiteren Bogenball sowie einem Treffer aus halblinker Position trieb seine Mannschaft voran. Nationalmannschaftskollege Hannes Glaser folgte mit zwei Toren und schon war der SSVE wieder auf zwei Tore dran. Nach einem Treffer der Niedersachsen ging es beim Stande von 8:11 in die letzte Pause.
Den letzten Spielabschnitt dominierten die Esslinger Wasserballer und legten mit einer Traumkombination, die die Zuschauer in Staunen versetzte, gleich richtig los: von etwa in Höhe der Mittellinie passt Heiko Nossek in einer Kontersituation von links nach ganz Rechtsaußen auf Hannes Glaser, der den Ball direkt auf Michael Müller weiterleitet. Der Centerspieler schraubt sich aus dem Wasser und bringt den Ball im Gehäuse der Gäste unter. Bojan Paunovic erzielte das 9:12, den letzten Treffer der Niedersachsen, doch noch waren über sieben Minuten zu spielen. Knappe vier Minuten vor Spielende war es erneut der stark aufspielende Michael Müller, der in Überzahl den zehnten Esslinger Treffer erzielte. Nach einem perfekten sogenannten „No-look-Anspiel“ von Mike Troll auf Novak Zugic macht dieser aus der Centerposition den 11:12-Anschlusstreffer und die Esslinger Neckarinsel zum Hexenkessel. Noch immer waren zwei Minuten auf der Uhr. Nachdem ein eindeutiger Ausschluss in einer Kontersituation des SSVE nicht geahndet wurde, nahm Trainer Bernd Berger 38 Sekunden vor dem Spielende seine letzte Auszeit. Im darauffolgenden letzten Angriff bekamen die Esslinger schließlich doch noch ein Überzahlspiel zugesprochen. Allerdings fehlte in diesen letzten Sekunden einer dramatischen Partie nun ein wenig die Ruhe und die Übersicht, um diese letzte Großchance auch zu nutzen, sodass am Ende ein 11:12 auf der Anzeigetafel stand.

Es war ein würdiger Abschluss einer tollen Saison vor den heimischen Fans, die mit dem klaren Aus im Europapokal und einigen Startschwierigkeiten in der Liga begann und in der sich die Mannschaft vor allem im Jahr 2015 ständig steigerte und mit der Bronzemedaille im Pokal sowie dem Erreichen des Halbfinals in der Liga die Saisonziele erfüllte. Am Samstag (18 Uhr, Volksbad Limmer) werden die Esslinger Wasserballer in Hannover beim Rückspiel noch einmal alles geben, um vielleicht doch noch das alles entscheidende Spiel um Platz 3 zu erreichen (Sonntag, 13 Uhr, Volksbad Limmer).

Für den SSV Esslingen im Einsatz waren:
Marco Watzlawik (Torwart), Lars Hechler, Hannes Rothfuß, Valentin Finkes, Joshua Stedman, Robert Roth (1 Tor), Heiko Nossek (5), Michael Müller (2), Christopher Meinhold, Novak Zugic (1), Mike Troll, Hannes Glaser (2) und Stephen White (Torwart)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.