SSVE gewinnt Viertelfinal-Krimi auf der Neckarinsel

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SSVE gewinnt Viertelfinal-Krimi auf der Neckarinsel

Wasserball: 12:11-Sieg im Fünfmeterschießen gegen Bayer Uerdingen

Esslingen – Dramatik pur im SSVE-Freibad auf der Neckarinsel: nach der regulären Spielzeit stand es im ersten Viertelfinal-PlayOff-Spiel zwischen dem SSV Esslingen und Bayer Uerdingen 7:7-Unentschieden. Und auch das Fünfmeterschießen ging in die Verlängerung, letztlich gewann das Heimteam mit 12:11 (1:1, 3:0, 1:2, 2:4 / 5:4).

Großer Jubel, aber auch große Erleichterung bei Fans und Spielern des SSV Esslingen, nachdem Hannes Rothfuß auch seinen zweiten Fünfmeter verwandelte und der Schuss von Uerdingens Routinier Tim Wollthan vom Innenpfosten zurück ins Feld sprang. Zuvor wurden die Nerven aller Beteiligten auf das Äußerste strapaziert und die Mannschaft des SSVE muss sich letztlich den Vorwurf gefallen lassen, ein Spiel, das sie lange klar dominierten nicht frühzeitig für sich entschieden zu haben indem sie zu viele Chancen liegenließen. Am Ende war es ein Kampf und dennoch in der Gesamtschau ein verdienter, wenn auch im Fünfmeterschießen natürlich glücklicher Sieg. Der SSVE ist noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen und führt damit in der Best-of-Three-Serie mit 1:0. Trainer Bernd Berger, der aufgrund einer Rot-Sperre auf der Zuschauertribüne Platz nehmen musste: „So ein Spiel muss man erst Mal gewinnen. Wir waren in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft und hatten am Ende Glück, uns ins Fünfmeterschießen zu retten.“ Vertreten wurde der Coach an diesem Nachmittag von Robert Berghoff, der die Anweisungen am Beckenrand gab: „Wir wussten, dass es ein enges Spiel wird und haben uns darauf eingestellt. Die Abwehr stand bombig und wenn wir unsere Chancen nutzen, dann gewinnen wir das Spiel auch deutlich nach der regulären Spielzeit. Das müssen wir in den kommenden Spielen besser machen. Kompliment an die Mannschaft, dass sie dann beim Fünfmeterschießen cool geblieben ist – auch das spricht für unsere geile Truppe. Ein hart verdienter Sieg.“ Ein wichtiger Bestandteil der angesprochenen guten Abwehrarbeit war Torhüter Marco Watzlawik, der „Spieler des Tages“: „Im Großen und Ganzen ein komisches Spiel, da wir unser Konzept vor allem im Angriff leider nicht durchziehen konnten. Wir haben es uns unnötig schwer gemacht und am Ende noch im Fünfmeterschießen gewonnen. Letztlich müssen wir unsere Defensive, wo vor allem eine starke Mannschaftsleistung der entscheidende Punkt war, beibehalten und im Angriff abgeklärter werden. Dann werden wir nächste Woche dort gewinnen und ins Halbfinale einziehen.“ Das zweite Spiel findet am kommenden Samstag um 18.45 Uhr in der Traglufthalle am Waldsee in Krefeld statt, an gleicher Stelle würde ein entscheidendes drittes Spiel am Sonntag um 13 Uhr stattfinden.
Das erste Viertel begann hektisch auf beiden Seiten. Gerade in dieser Anfangsphase bewahrte Torhüter Marco Watzlawik sein Team mit guten Aktionen mehrfach vor einem Rückstand und legte so den Grundstein für die spätere Auszeichnung zum „Spieler des Tages“. Nach vergebenen Chancen auf beiden Seiten, Uerdingen vergab sogar einen Strafwurf, war es schließlich Michael Müller, der ein schnell ausgeführtes Überzahlspiel zum ersten Tor der Partie nach mehr als vier Minuten nutzte. Doch ein Centertor auf der Gegenseite sorgte für einen 1:1-Zwischenstand nach dem ersten Abschnitt.
Im zweiten Viertel lief es dann so, wie es sich die Esslinger eigentlich vorgenommen hatten: hinten ließen sie nichts zu und im Angriff war man immerhin drei Mal erfolgreich. Joshua Stedman und Heiko Nossek aus dem Rückraum sowie Hannes Glaser in Überzahl sorgten für den 4:1-Halbzeitstand, eigentlich ein beruhigender Vorsprung.
Zwar konnte das Gästeteam zu Beginn der zweiten Halbzeit in Überzahl auf 2:4 verkürzen, doch eine schöne Einzelaktion abgeschlossen mit einem Bogenball von Heiko Nossek sorgte für den fünften SSVE-Treffer. Nach einem weiteren Gegentreffer ging es beim Stand von 5:3 in die letzte Pause.
Kapitän Heiko Nossek brachte sein Team zu Beginn des vierten Abschnittes mit einem Tor aus dem Rückraum mit 6:3 in Führung. Doch wer glaubte, dies wäre die Vorentscheidung, sah sich in den folgenden sieben Minuten getäuscht. Auf unerklärliche Weise verlor der SSVE völlig seine Linie: nach vorne ging kaum mehr was und in der Defensive fand die Bayer-Sieben plötzlich Lücken. Die Folge war, dass die Gäste Tor um Tor herankamen und innerhalb von weniger als zwei Minuten zum 6:6 ausgleichen konnten. Damit war die Partie knapp vier Minuten vor dem Ende wieder völlig offen. Linkshänder Hannes Glaser brachte den SSVE in Überzahl zwar noch einmal mit 7:6 in Führung, doch 77 Sekunden vor der Schlusssirene markierte Uerdingen den Ausgleich. Und natürlich wurde es nun noch einmal hektisch: Esslingen verliert den Ball, doch im Konter wird SSVE-Spieler Joshua Stedman von seinem Gegenspieler eindeutig mit dem Ellenbogen ins Gesicht geschlagen. Überraschende Entscheidung: nur einfaches Foul, Esslingen aber immerhin wieder im Angriff. Da der Gästetorwart den Ball nicht freigibt, kassiert er einen Ausschluss, also die Chance für den SSVE, das Spiel doch noch in der regulären Spielzeit zu entscheiden. Doch Esslingen besitzt in dieser aufgepeitschten Stimmung nicht die Ruhe, den entscheidenden Treffer zu setzen. Und so kommt, was keiner wollte und die Spannung zum Höhepunkt brachte: Fünfmeterschießen. Hannes Rothfuß trifft, doch auch Uerdingens Tim Wollthan ist erfolgreich. Mit einem Kracher ans Lattenkreuz von Joshua Stedman scheitert schon früh ein Esslinger Schütze. Bayer nun also im Vorteil. Valentin Finkes und Hannes Glaser treffen auf SSVE-Seite, doch auch Uerdingen ist zwei Mal erfolgreich. Noch zwei Schützen auf Gästeseite, nur noch einer bei Esslingen. Es muss also etwas passieren. Und es passiert: SSVE-Goalie Marco Watzlawik kann den Schuss von Mate Rajna Povazan mit seiner rechten Hand an den Pfosten lenken – alles wieder ausgeglichen. Heiko Nossek verwandelt, doch auch Bayer-Spieler Lazar Kilibarda trifft. Das Fünfmeterschießen geht also in die Verlängerung. Hannes Rothfuß behält die Nerven und trifft auch ein zweites Mal, während Uerdingen wie eingangs beschrieben verschießt. Die Entscheidung.

Für den SSV Esslingen im Einsatz waren:
Marco Watzlawik (Torwart), Lars Hechler, Hannes Rothfuß (2 Tore), Valentin Finkes (1), Joshua Stedman (1), Konstantinos Sopiadis, Heiko Nossek (4), Michael Müller (1), Christopher Meinhold, Novak Zugic, Mike Troll, Hannes Glaser (3) und Stephen White (Torwart).

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