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Olympia-Bewerbungen mit drei Wasserball-Konzepten

Kein anderes Sportthema hat neben dem WM-Debakel der deutschen Fußballer in den vergangenen Monaten derart breite Diskussionen erfahren: Am Sonnabend wird der DOSB in Baden-Baden nun entscheiden, mit welcher Stadt Deutschland in das Bewerberrennen für die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 und gegebenenfalls auch 2044 gehen wird (ab 13:45 Uhr/ARD). Die angedachten Austragungsstätten der Wasserballturniere werden hierbei keine gewichtige Rolle spielen, bieten aber ein breites Spektrum der Sportart wie auch einen Blick auf eines der größten Sportereignisse der Welt.

Wie eine Durchsicht der Konzepte verrät, gehen die verbliebenen deutschen Bewerber Berlin, München und Rhein-Ruhr für die älteste olympische Mannschaftssportart mit drei unterschiedlichen Ansätzen ins Rennen. Die aktuellen Planungen sind jedoch nicht final verpflichtend und müssen zudem mit Unwägbarkeiten kämpfen: So stehen für die Zeit nach 2032 noch nicht alle Sportarten der Sommerspiele fest, und das IOC überlegt auch eine teilweise Neugestaltung des Programms.

Berlin setzt auf Tradition und könnte dem deutschen Wasserball zugleich langfristig Einiges bieten: Das Olympiaschwimmstadion von 1936 soll umfassend saniert werden und sowohl dem Beckenschwimmen als auch den Spielen der zweiten Wasserballwoche als Austragungsort dienen. Bis heute sind bis die 20.000 Zuschauer von 1936 Weltrekord im Wasserball. Jetzt soll das Becken von acht auf zehn Bahnen erweitert werden, die maroden Tribünen saniert und teilweise versetzt werden. Die dann auch teilüberdachte Anlage würde mit teilweise temporären Tribünen bis zu 12.000 Zuschauern Platz bieten, und mit dem direkt neben dem Olympiastadion gelegenen Bad wären die Wasserballer zudem „mittendrin statt nur dabei“.

Als langfristiges Vermächtnis erhielte (Sport-)Deutschland endlich wieder eine Schwimmsportarena mit dann 5.000 Plätzen, die auch einen Vergleich mit der wiederholt modernisierten Anlage in Rom nicht zu scheuen bräuchte. Das Berliner Konzept setzt allerdings wie 2024 in Paris auf einen Badwechsel nach der ersten Veranstaltungswoche: Fraglich bleibt hier, ob die ebenfalls vermeldete Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) genug Zuschauerkapazitäten für Wasserspringen, Synchronschwimmen und die Wasserball-Vorrunden bietet.

Köln-Rhein-Ruhr geht großflächig mit anderen Sportstätten als 2025 bei den mit viel Lob bedachten Weltstudentenspielen ins Rennen, bleibt beim Wasserball nach einer Umplanung nun aber doch in Duisburg. Geplant ist hier eine temporäre Arena im Landschaftspark Duisburg-Nord, die bis zu 12.000 Zuschauern Platz bieten soll. Attraktive Vorbilder wären hier die Anlage der 2012er-Spiele in London oder (weniger bekannt) die WM-Spielstätte von 2019 im südkoreanischen Gwangju.

Diese Variante würde eine regelrechte Arena mit einem Center-Court-Ambiente in Tennis-Manier bieten und wäre auch für die Zuschauermassen bei einer Veranstaltung in der Mitte Europas bestens gewappnet. Der ursprüngliche Plan mit Vorrundenspielen in Wuppertal und Medaillenkämpfen in der Gelsenkirchener Schalke-Arena steht aktuell nicht mehr zur Debatte. Ein interessanter Vorteil: Die Duisburg-Variante wäre komplett unabhängig von den Zeit- und Hallenplänen anderer Sportarten.

Auf Bewährtes und die wohl kostengünstigste Variante setzt München, das heute mit der besten DOSB-Bewertung bedacht worden ist. Hier soll eher unspektakulär erneut unweit des Olympiaparks im historischen Dantebad gespielt werden. Die im Sommer teilweise von der SG Stadtwerke München genutzte Anlage hatte 1972 bereits die Vorrundenspiele und ein vorgeschaltetes Qualifikationsturnier beherbergt. Die Neuauflage plant bei einem bereits vorhandenen Becken mit temporären Tribünen für bis zu 5.000 Zuschauer, die die geforderte Mindestkapazität bieten würden.

Die Nutzung eines bereits bestehenden Freibades kam aus deutscher Sicht bereits 2025 in Duisburg bei den Weltstudentenspielen aber auch der Europameisterschaft 1989 in Bonn erfolgreich zu Anwendung. Auch hier sieht die aktuelle Bewerbungsmappe keinen Umzug der Medaillenspiele nach Freising in die neue Event-Arena am Flughafen vor, die die Schwimmentscheidungen beherbergen soll.

Bild:Planet-wissen.de