
Zwei Länderspielneulinge beim Radovic-Debüt
6. April 2026Deutschlands Wasserball-Männer mit ihrem neuen Bundestrainer Aleksandar Radovic (Hannover) sind von Dienstag an auf Malta bei dem diesjährigen Saisonhöhepunkt Weltcup gefordert, wo das Turnier der Division II auf dem Programm steht. Bei dem 23-Nationen-Turnier auf der wasserballbegeisterten Mittelmeerinsel werden zwei Plätze für das Weltcup-Finalturnier in Sydney (Australien/22 bis 27. Juli) vergeben, das seinerseits die letzte Möglichkeit zur Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2027 in Budapest (Ungarn) bietet. Übertragen wird in Deutschland diesmal nur im Livestream der World Aquatics (Bezahlschranke).
Gespielt wird auf Malta vielfach parallel in zwei sehr unterschiedlichen Wettkampfstätten: Die DSV-Auswahl trifft bei ihren Vorrundenduellen in Cospicua auf den EM-15. Slowenien (Dienstag, 13 Uhr) und Außenseiter Hongkong (Donnerstag, 11 Uhr), während der ebenfalls zugeloste WM-Neunte Japan kurzfristig zurückgezogen hat. Dort befindet sich das relativ neue Hallenbecken des Cottonera-Sportkomplexes, auf dem vor gut drei Wochen die Frauen des SSV Esslingen Europapokal-Bronze in dem zum dritten Mal ausgespielten Challenger-Cup gewonnen haben. Weitere Partien kommen ebenfalls im Norden der Insel unter freiem Himmel in Gzira zur Austragung, wo das nationale Schwimmstadion eine seit langen Jahren auch international bestens bekannte Spielstätte bietet.
Die dritte Ausspielung des 2023 großflächig neugestalteten Wettbewerbs wartet mit gleich mehreren massiven Veränderungen auf. Zwar qualifizieren sich auch weiterhin zwei Teams der Division II (plus Ausrichter Australien) für die Achter-Endrunde, doch wurde jetzt bei den Männern die Division I mit den Topnationen des Weltwasserballs von zwölf von acht Nationen verringert. Damit warten in der Division II zusätzlich vier weitere spielstarke Teams auf die vermeintliche zweite Reihe. Zu den potentiellen Kontrahenten zählen damit jetzt auch die Teams aus Frankreich, Australien, Rumänien und Georgien, zu denen sich erstmals seit dem Beginn des Ukrainekrieges als Neueinsteiger wieder die bisher gebannte Mannschaft Russlands gesellt (diese als „neutrale Athleten“ mit dem Kürzel NAB). Wie zu vernehmen war, wurde seitens des Weltverbandes bei dem bisherigen Modus eine zu große sportliche Verwässerung der Endrunde beklagt.
Formeln bestimmen Tabellenstand
Für die auch in der Breite stark angewachsene Division II präsentiert World Aquatics zugleich einen neuen Spielmodus, der für Aufsehen sorgen dürfte: So gibt es analog zur Champions League im Fußball lediglich eine einzige Tabelle mit allen 23 Teams, wobei die Mannschaften jeweils nur drei Vorrundenspiele absolvieren. Die Auslosung erfolgte anhand der Weltrangliste, wobei es turnierintern drei nach Spielstärke getrennte Lostöpfe gab. Die Platzierungen nach den Vorrundenspielen und damit auch die Ansetzungen der nachfolgenden K.o.-Spiele werden nicht nach dem klassischen Punktesystem, sondern dem hierfür eigens entwickelten Tournament Performance Index (TPI) ermittelt, der anhand von Formeln den Punktwert eines jeden Spielresultats errechnet. Die Details können am Ende des Beitrags dem Auszug aus dem Regelwerk entnommen werden.
Aus DSV-Sicht sind es die ersten A-Länderspiele seit der verpassten EM-Qualifikation von 2025 und zugleich die Premiere des neuen Trainerduos Aleksandar Radovic (zweimaliger Olympiateilnehmer mit Montenegro) und Peter Röhle (viermal mit Deutschland). Große personelle Überraschungen gibt es trotz zweier Länderspielneulinge nicht: Das Duo vertraut auf Malta allerdings einem recht jungen 15er-Aufgebot aus den drei aktuellen Topklubs der Bundesliga, wobei die Akteure in der laufenden Saison national wie international durchweg viel Spielzeit verbuchen konnten.
Offizielle Ziele wurden auf DSV-Seite nicht verkündet: Radovic will die Veranstaltung laut eigenen Worten nach zehnmonatiger Länderspielpause primär zur Teamfindung nutzen. Zudem lässt sich schwer abschätzen, wie sich der neue Modus auswirkt. Im Falle der deutschen Mannschaft kommt erschwerend hinzu, dass das hoch gewichtete Duell gegen Topgegner Japan ersatzlos entfällt, so dass der neue Spielmodus gleich mit einer Schwäche konfrontiert wird. Wichtig zu wissen: Zum Erreichen der Play-offs und damit weiteren hochwertigen Spielen ist zumindest Platz 16 nach der Vorrunde gefordert.
Team Deutschland
Felix Benke, Max Spittank, Denis Strelezkij, Zoran Bozic, Mark Gansen, Niclas Kai Schipper (alle Waspo 98 Hannover), Sebastian Andruszkiewicz, Tobias Bauer, Florian Bruns, Yannek Chiru, Till Hofmann (jeweils Wasserfreunde Spandau 04), Philipp Dolff, Elias Metten, Lennox Metten und Vukasin Simic (ASC Duisburg)
Bundestrainer Männer: Aleksandar Radovic
Assistenztrainer: Peter Röhle
Videoanalyse: Milan Sagat
Physiotherapeut: Thorge Gödicke
Schiedsrichter: Hendrik Schopp

