SVL-Wasserballer wollen Platz fünf verteidigen und wieder international spielen
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„VORTEILE NICHT UMGESETZT“

Der deutsche Meister Waspo 98 Hannover hat beim Final Eight der Champions League in Belgrad (Serbien) das Halbfinale verpasst: Die Niedersachsen blieben im Viertelfinalduell gegen Titelkandidat Pro Recco (Italien) bis zum 8:11 (26.) in Reichweite, hatten am Ende aber noch mit 9:16 (2:5, 3:4, 2:1, 2:6) klarer als nötig das Nachsehen. Darko Brguljan führte mit drei Treffern die Torschützenliste der Waspo98-Sieben an, die bei der weltweit bedeutendsten Wasserball-Veranstaltung für Vereinsteams in den Platzierungsspielen zunächst am Freitag von 13 Uhr an auf Griechenlands Meister Olympiakos Piräus treffen wird.

Der mit Spannung erwartete Viertelfinalauftritt begann aus Sicht des DSV-Vertreters mit einem gewonnenen Anschwimmen durch Fynn Schütze und der 1:0-Führung nach einer schnell verwandelten Überzahl durch Darko Brguljan (3.) zunächst verheißungsvoll. Recco griff allerdings zu einer massiven Pressdeckung und schaffte es damit im ersten Spielviertel mehrfach, bereits im Spielaufbau einen Ballverlust der Niedersachsen zu erzwingen. Die in der nationalen Meisterschaft überraschend von AN Brescia gerupften Norditaliener kamen damit auch zu mehreren relativ leichten Treffern und gingen damit ihrerseits recht schnell mit 4:1 (6.) und später 6:2 (10.) in Führung.

Betrüblich aus Sicht des DSV-Vertreters war zudem, dass für Center Ante Corusic bereits im zweiten Viertel nach einer Ohrenverletzung das Spiel beenden musste. Die Diagnose war ein Trommelfellriss, der das vorzeitige Turnierende bedeutet. Im zweiten Abschnitt dazu bekam die Mannschaft von Trainer Karsten Seehafer die Partie trotzdem besser in den Griff: Die Niedersachsen zeigten insbesondere in Überzahl, dass mit ihnen weiterhin zu rechnen ist, und etablierten im weiteren Spielverlauf zumindest jenen Drei-Tore-Rückstand, der eine Lauerstellung für Schwächephasen des Favoriten bedeutet. Auf Recco-Seite bewies mit gleich fünf Toren einmal mehr der montenegrinische Routinier Aleksandar Ivovic seine Klasse und sorgt für einen der entscheidenden Unterschiede der heutigen Partie, allerdings streuten die Niedersachsen den Norditalienern in dieser Phase einiges an Sand in das Getriebe.

Das Drei-Tore-Szenario blieb bis zum Zwischenstand von 8:11 im Schlussabschnitt bestehen, ehe Recco zum Spielende noch einmal nachlegte und damit das Resultat optisch aufbesserte. Beim spontanen Spielfazit direkt nach dem Spielende wirkten beide Trainer dennoch genervt: „Das war viel knapper und umkämpfter, als das Ergebnis es aussagt. In den entscheidenden Momenten setzen wir unseren Vorteil nicht um und werden im Gegenzug bestraft“, sagte Trainer Karsten Seehafer im traditionellen LEN-Interview. Recco-Coach Gabriel Hernandez, als Spieler zeitweilig für die Wasserfreunde Spandau 04 tätig, bemühte sich seinerseits, den klaren Sieg herauszustellen, allerdings konnte sein Team den Eindruck der jüngsten Finalniederlage in der italienischen Meisterschaft nicht in der erhofften Form korrigieren.

Waspo 98 in den Platzierungsspielen um die Ränge fünf bis acht zunächst am Freitag auf den zweimaligen Champions League-Gewinner Olympiakos Piräus, der am Abend mit dem 9:22 gegen CN Atletic Barceloneta (Spanien) das vielleicht größte Wasserball-Debakel der Vereinshistorie erlebt hat. In den weiteren Viertelfinalpartien setzten sich mit den Ungarn von Ferencvaros Budapest (14:6 gegen CN Marseille/Frankreich) und dem neuen italienischen Meister AN Brescia (12:10 gegen Jug Dubrovnik/Kroatien) ebenfalls die Teams aus der „Hannover-Gruppe“ durch, was die Endrundenqualifikation der Niedersachsen zusätzlich aufwertete. Die LEN bietet aus Belgrad unter https://lenchampionsleague.eurovisionsports.tv/event/9/final-eight-2021 einen Livestream aller Endrundenpartien.

Champions League 2020/2021

Final Eight in Belgrad (Serbien), Viertelfinale

Pro Recco (ITA) – Waspo 98 Hannover (GER) 16:9 (5:2, 4:3, 1:2, 6:2)

Waspo 98: Moritz Schenkel – Ante Corusic, Marko Macan, Julian Real, Darko Brguljan 3, Aleksandar Radovic 1, Petar Muslim 1, Ivan Nagaev, Phillip Kubisch, Matija Brguljan, Fynn Schütze 2, Jorn Winkelhorst 2 und Andreas Benke. Trainer: Karsten Seehafer

Persönliche Fehler: 12/15

Spielplan und Resultate

Donnerstag, den 3. Juni 2021
13:00 Pro Recco (ITA) – Waspo 98 Hannover (GER) 16:9 (5:2, 4:3, 1:2, 6:2) – Viertelfinale
15:30 Ferencvaros Budapest (HUN) – CN Marseille (FRA) 14:6 (3:0, 4:1, 3:3, 4:2) – Viertelfinale
18:00 Jug Dubrovnik (CRO) – AN Brescia (ITA) 10:12 (2:3, 3:3, 3:3, 2:3) – Viertelfinale
20:30 Atletic Barceloneta (ESP) – Olympiakos Piräus (GRE) 22:9 (6:2. 7:2, 6:3, 3:4) – Viertelfinale

Freitag, den 4. Juni 2021‘
13:00 Waspo 98 Hannover (GER) – Olympiakos Piräus (GRE) – Platz 5/8
15:30 CN Marseille (FRA) – Jug Dubrovnik (CRO) – Platz 5/8
18:00 Pro Recco (ITA) – Atletic Barceloneta (ESP) – Halbfinale
20:30 Ferencvaros Budapest (HUN) – AN Brescia (ITA) – Halbfinale

Sonnabend, den 5. Juni 2021
13:00 Spiel um Platz 7
15:30 Spiel um Platz 5
18:00 Spiel um Platz 3
20:30 Finale

Livestream: https://lenchampionsleague.eurovisionsports.tv/event/9/final-eight-2021

Foto: Deepbluemedia/Giorgio Scala

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