Olympia-Qualifikation in Rotterdam: Wasserballer müssen sich trotz starker Aufholjagd im ersten Spiel geschlagen geben
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Aufholjagd wird nicht belohnt

Sie haben alles gegeben, kamen in der Schlussphase heran, schienen den Ausgleich auf der Hand zu haben, doch es sollte nicht sein.
Die deutschen Wasserballer haben zum Auftakt des Qualifikationsturniers für die olympischen Sommerspiele eine Niederlage kassiert. Mit 11:10 verlor die Mannschaft um Kapitän Julian Real gegen Gastgeber Niederlande und kassierte damit einen mächtigen Dämpfer.
Mit dem ersten Angriff gingen die Niederländer durch den vierfachen Torschützen Jorn Muller in Führung. Julian Real glich durch einen platzierten Wurf aus zentraler Position aus. Es war das letzte Mal, dass die deutsche Nationalmannschaft den Ausgleich in der Partie herstellen konnte. Nach einem Konter markierte Muller das 2:1. Timo van der Bosch holte einen Strafwurf heraus, den Luuk Gielen gegen seine früheren Kameraden am Tor vorbei setzte. Zwei Überzahltore von Kjeld Veenhuis und erneut Jorn Muller erbrachten das 4:1. Marko Stamm verkürzte im Powerplay mit einem Wurf aus zentraler Position zum 2:4, doch Waspo 98-Center Jorn Winkelhorst traf in seiner Paradeposition im Center zum 5:2 nach dem ersten Viertel.
Es sollte allerdings noch schlimmer kommen. Offensiv hatte die Mannschaft von Bundestrainer Hagen Stamm eine lange Durststrecke, der niederländische Torwart Eelco Wagenaar wurde mächtig warmgeschossen und zeigte eine starke Partie. Obwohl sein Gegenüber Moritz Schenkel noch zwei Großchancen vereitelte, setzten sich die Holländer nach Toren von Jesse Nispeling, Kjeld Veenhuis und Jorn Müller auf 8:2 ab. Der deutschen Mannschaft drohte das Spiel vollkommen zu entgleiten. In der letzten Minute vor der Pause kam die DSV-Auswahl dann aber in Schwung. Zunächst traf Luuk Gielen in Überzahl, anschließend schwamm Fynn Schütze einen tollen Konter und wuchtete den Ball zum 8:4 in die niederländischen Maschen.
Moritz Schenkel und seine Kameraden reichten sich in der Pause die Hände zum Schwur und wollten es noch einmal wissen.
Im dritten Viertel stand die deutsche Mannschaft defensiv stabiler, ließ aber noch einen Versuch von Veenhuis und einen Wurf aus großer Distanz von Thomas Lucas passieren. Denis Strelezkij mit einem entschlossenen Wurf aus spitzem Winkel und Marko Stamm mit einem überraschenden „Onetimer“ stellten das Ergebnis auf 10:6 vor dem Schlussabschnitt.
Nun sollte es noch dramatisch werden. Zunächst traf Julian Real per „Tipp-Inn“ nach Zuspiel von Marin Restovic. Aus spitzem Winkel knallte Real einen Ball unter die Latte. Als Strelezkij einen bestens platzierten Wurf ins lange Eck zirkelte, war die deutsche Mannschaft bei 9:10 wieder auf Fühlung.
Bondscoach Harry van der Meer nahm eine Auszeit und sortierte sein Team. Thomas Lucas traf zum 11:9, doch Fynn Schütze wuchtete einen Aufsetzer im Gegenzug in die kurze Ecke. Es waren noch gut eineinhalb Minuten zu spielen, und die Niederlande wirkten verkrampft. Doch zunächst entschärfte Wagenaar einen Wurf und als 20 Sekunden vor der Schlusssirene ein langer Ball Deutschlands beim Gegner landete, war die enttäuschende Niederlage nicht mehr abzuwenden.
Viel Zeit zum Hadern haben die DSV-Akteure glücklicherweise nicht, denn im straffen Turniermodus wartet schon morgen um 14:30 Uhr die nächste Aufgabe gegen Frankreich auf das Team Deutschland.
Die Türkei, die in der Parallelgruppe an den Start gehen sollte, bekam noch vor Turnierbeginn Besuch vom Corona-Virus und ist damit disqualifiziert. FG

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