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Der Mann am Beckenrand

DSV-Funktionär Manfred Vater beim Olympiaturnier im Einsatz

Von Wolfgang Philipps

Bei den am 6. August startenden Wasserballturnieren der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (Brasilien) halten nach der verpassten Qualifikation beider deutscher Mannschaften nur zwei Offizielle die schwarz-rot-goldenen Farben hoch: Hierzu gehört neben dem Düsseldorfer Niculae Firoiu, langjähriges Mitglied im Wasserballausschuss (TWPC) des Weltschwimmverbands FINA, auf Einladung des Fachverbandes auch der Offenbacher Manfred Vater. Der langjährig erfahrene DSV-Funktionär ist beim größten Ereignis des Weltsports einer der vier internationalen „pool deck officials“, die die FINA für die beiden Wasserballturniere berufen hat.

Die Einladung war eine Überraschung, und die Freude ist groß: „Ich bin selbst gespannt“, sagte der 78-Jährige, der in Sachen Wasserball bereits viel herumgekommen ist. Gänzliches Neuland wird der Auftritt an der Copacabana allerdings nicht bescheren, da Vater bereits dreimal am Beckenrand Olympiaerfahrung sammeln konnte: 1988 in Seoul (Südkorea), 1992 in Barcelona (Spanien) und 1996 in Atlanta (USA), dieses jeweils als Manager der deutschen Auswahl. Diesmal gilt es, das umfangreichen Geschehen am Beckenrand mit den zahlreichen Offiziellen und Helfern im Auge zu behalten .

Vater war lange Jahre begeisterter Aktiver im Wasserball wie auch Schwimmen beim traditionsreichen Ersten Offenbacher SC (EOSC), doch das Engagement für den ältesten olympischen Mannschaftssport liegt dem Hessen im Blut: Bereits 1968 wurde er Landeswasserballwart im Hessischen Schwimm-Verband und hat diese Position heute – nach 48 Amtsjahren – immer noch inne: „Es hat sich bisher kein anderer gefunden“, sagt Vater und kann seine Nachdenklichkeit nur wenig verbergen. Ebenso ist er mittlerweile auch schon seit 39 Jahren in der Deutschen Sporthilfe im Auftrag der DSV-Fachsparte Wasserball tätig.

Die erstmalige Berufung in den Wasserballausschuss des DSV war bereits im Jahre 1976 erfolgt, als die Sportart in Deutschland auf dem Weg zu ihren bis heute besten Zeiten war. Das Gremium war damals personell noch wesentlich kleiner als heute, wie der Offenbacher immer wieder gerne süffisant bemerkt. Und auch sonst lief einiges anders: „Da gab es auch nur Briefpost: Schreiben, Eintüten, Frankieren und zur Post gehen“, erinnert sich Vater, der im Gegensatz zu vielen seinen Altersgenossen inzwischen schon seit langen Jahren fleißiger E-Mail-Schreiber ist.

Die zahlreichen Auftritte im Tross der Nationalmannschaft machten den Offenbacher international auch bei den Funktionären der Sportart bekannt: 1994 wurde er in den Wasserballausschuss des Europäischen Schwimmverbandes LEN berufen, wo er am Ende sogar acht Jahre lang auf der einflussreichen Position des Sekretärs tätig war. In dem LEN-Gremium musste er nach vielen interessanten Jahren 2012 dann ausgerechnet mit Niculae Firoiu dem früheren Bundestrainer seiner Nationalmannschaftszeit weichen: Das erzwungene „Aus“ auf der internationalen Bühne wurmt Vater bis heute, auf das Altenteil hat er sich dennoch nicht zurückgezogen: National ist er immer noch als Spielbeobachter und Turnierleiter gefragt wie zuletzt in Chemnitz beim bundesweiten Auswahl- und Sichtungsturnier um den Zwergen-Pokal. „Ich mach das gerne“, sagt der Offenbacher, der auch international immer wieder mal für die LEN als Offizieller einspringt – jüngst erst geschehen im Mai beim EM-Qualifikationsturnier für U19-Mannschaften im türkischen Antalya.

Der bis zu seinem Ruhestand als selbstständiger Fuhrunternehmer tätige und seit langem in zweiter Ehe verheiratete Familienvater gilt trotz des hohen Alters mehr denn je als eine hervorragende Wahl für die Aufgabe: kompetent, sprachgewandt und immer noch geistig absolut fit. Auch 1.000 Meter schwimmt der 78-Jährige im bestens beheizten EOSC-Vereinsbad auf der Rosenhöhe täglich noch: „Es gibt nichts Schöneres“, hat er sich die Freude an der Sportart bis heute bewahrt, und im August geht es nun sogar noch einmal in offizieller Funktion zum größten Ereignis des Weltsports.

Foto:

Seit Jahrzehnten als Spielbeobachter und auch anderweitig für den Wasserballsport im Einsatz: Foto; Wolfgang Philipps

5 Comments

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