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9. Dezember 2014
DSV vs. Serbien
9. Dezember 2014
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DSV vs. Serbien

Serbische Starensemble zu Gast in Hamburg

Sie zählen zu den Superstars des internationalen Wasserballs: Deutschlands Männer treffen heute Abend in Hamburg am zweiten Spieltag der Weltliga bei ihrem Heimdebüt in der Europa-Gruppe B auf keinen Geringeren als den Europameister und amtierenden Titelverteidiger Serbien. Gespielt wird von 19 Uhr an unweit der Innenstadt in der „großen“ Alsterschwimmhalle. Der Kartenvorverkauf für diese erstes Heimspiel der deuschen Auswahl in der Saison 2014/2015 ist eingestellt worden, jedoch soll es nach DSV-Angaben ab 18 Uhr noch Restposten an der Abendkasse geben.

Es gibt an der Ifflandstraße für die Fans der Sportart wieder einiges zu sehen: Serbiens Trainer Dejan Savic, zuletzt im Oktober mit dem Vereinsteam von Partizan Belgrad im Rahmen der Champions League-Qualifikation von Hannover in deutschen Landen zu Gast, hat mit Andrija Prlainovic, Zivko Gocic (Pause) und Nikola Radjen (krank) immerhin drei seiner 13 Europameister von Budapest zuhause gelassen, kann aber immer noch ein absolutes Starensemble im Becken schicken. Darunter befindet sich auch einmal mehr Linkshänder Filip Filipovic, der erst vor Wochenfrist in Doha (Katar) von der FINA als „Weltwasserballer“ des Jahres 2014 geehrt worden ist. Die Weltliga ist für die Serben trotz der personellen Änderungen kein schmückendes Beiwerk: „Wir wollen uns beim Finalturnier die Qualifikation für [die Olympischen Spiele in] Rio holen“, hat Savic ein klares Ziel ausgegeben. Mit einem 9:1-Auftakterfolg am ersten Spieltag gegen den WM-Sechsten Spanien scheint den Serben der erneute Weg in die Endrunde nicht zu nehmen zu sein.

Für Bundestrainer Nebosja Novoselac wären dieses derzeit eher Luxusprobleme, zumal aus deutscher Sicht der Weltliga-Auftakt mit 9:12 in Russland verlorengegangen ist. Dem Berliner stehen in seinem momentanen15er-Aufgebot nach mehreren Absagen lediglich acht EM-Teilnehmer zur Verfügung, wobei am Wochenende jetzt auch Olympiateilnehmer Moritz Oeler (Spandau 04) nach einer im DWL-Spitzenspiel erlittenen Trommelfellverletzung passen musste. Doch dieser Umstand eröffnet „Nebo“ allerdings auch Möglichkeiten: Bereits in 13 bzw. 16 Monaten stehen mit den Europameisterschaften 2016 in Belgrad (Serbien) und dem nach Italien vergebenen Olympiaqualifikationsturnier des Weltschwimmverbands FINA die aus deutscher Sicht entscheidenden Veranstaltungen auf dem Weg nach Rio an. Hamburg ist vielleicht die letzte Chance, noch einmal ausgiebig Alternativen oder gar neue Spieler zu testen. Die vom 6. bis 8. Februar in der Türkei anstehende erste Runde der EM-Qualifikation gilt zwar nicht als übermäßiges Hindernis, doch die Deutschen werden auf dem Weg nach Serbien und Italien ihre Wunschformation längerfristig einspielen müssen.

Und es wird an der Alster einige neue Namen geben: Mit Vincent Hebisch, Christian Schlanstedt (beide Wasserfreunde Spandau 04) Marko Bolovic (Waspo 98 Hannover) und Linkshänder Gilbert Schimanski (ASC Duisburg) befindet sich gleich vier Länderspielneulinge in dem 15-köpfigen Aufgebot, aus dem Novoselac heute seine 13 Spieler für die Partie auswählen wird. Damit wird gegen den Europameister in jedem Fall zumindest zwei Akteure ihr internationales Debüt geben. Eine besondere Ehre wäre eine Nominierung für Marko Bolovic, dessen Europapokal-Tore der Waspo98-Sieben mit den Weg in das Viertelfinale des Euro Cups geebnet haben. „Das wäre ein absoluter Traum“, sagt der 25-Jährige, der nicht nur serbische Wurzeln hat, sondern auch im Lande des Europameisters wiederholt in der dortigen Sommerliga gespielt hat. Er kennt viele Spieler und weiß um die Popularität der Sportart an der Save in besonderem Maße, so dass ein Länderspieldebüt ausgerechnet gegen die „Blauen“ kaum noch zu übertreffen wäre.

Wiedersehen in der Alsterschwimmhalle

Beide Teams hatten sich vor etwas mehr zwei Jahren ebenfalls in der Alsterschwimmhalle in einem Weltliga-Duell gegenüber gestanden, wobei Serbien mit einem knappen 12:10-Sieg aus dem Wasser gestiegen war. Diese Partie war zugleich der erste Auftritt von Dejan Savic als Nationaltrainer gewesen, nachdem sich der serbische Verband unter kontroversen Umständen von Dejan Udovicic getrennt hat. Die Spielerlegende konnte mit den „Blauen“ seitdem vier von fünf möglichen Titeln holen, einzig beim WM-Turnier von Barcelona (Spanien) war im Viertelfinale nach einer dramatische Partie gegen Montenegro Endstation gewesen. 2014 hat Serbien nicht nur den internationalen Wasserball dominiert, sondern sogar ein „Triple“ hinlegt: Neben dem Europameistertitel gab es auch Weltliga-Gold in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) sowie den Weltcup-Sieg in Almaty (Kasachstan). Gespielt wird im diesjährigen Wettbewerb jeweils auf einem 25-Meter-Feld, allerdings haben beide Teams wie gewohnt jeweils sieben Spieler im Wasser.

Die heutige Neuauflage an der Ifflandstraße rückt zudem die zuletzt kaum noch für Wasserball genutzte Alsterschwimmhalle in den Blickpunkt der Szene, die ebenfalls zu den großen Schwimmarenen der Republik zählt. In Hannover ist in den vergangenen zwei Jahren das ähnlich konzipierte Stadionbad aus der (wasserballerischen) Versenkung geholt, und hat der Sportart wieder einigen Schwung verliehen, zuletzt mit der nationalen Pokalendrunde und der Champions League-Qualifikation. Auch an der Alster träumen Kenner der Szene von einer Pokalendrunde hier in der Alsterschwimmhalle, die ähnliche Voraussetzungen wie die Anlage in Hannover aufweist. Die Handballer ermitteln ihren Pokalsieger der Männer übrigens schon seit mehr als einen Jahrzehnt in Hamburg und haben die Hansestadt als deutsches (Handball-)Wembley etabliert.

Weltliga 2014/2015

Gruppe B, 2. Spieltag in Hamburg

Deutschland – Serbien

Deutschland (derzeit noch 15 Spieler): Roger Kong, Kevin Götz, Erik Bukowski, Andreas Schlotterbeck, Marko Bolovic, Erik Miers, Vincent Hebsich, Christian Schlanstedt, Marko Stamm, Julian Real, Jan Obschernikat, Gilbert Schimanski, Heiko Nossek, Timo van der Bosch und Hannes Schulz
Trainer: Nebojsa Novoselac

Team Serbien: Gojko Pijetlovic, Strahinja Rasovic, Mandic, Randjelovic, Milos Cuk, Milan Aleksic, Dusko Pijetlovic, Slobodan Nikic, Viktor Rasovic, Filip Filipovic, Nikola Jaksic, Stefan Mitrovic und Branislav Mitrovic
Trainer: Dejan Savic

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