12ER-TEAMS UND 13ER-KADER FÜR TOKIO
2. Januar 2020
OTTO LINDNER VERSTORBEN
3. Januar 2020
Alle anzeigen

WASSERBALL: 2020 – das Olympiajahr

Timo van der Bosch nach schwerer Verletzung zurück in der DSV-Auswahl

Aus der Traum von der ersten Olympiade. Das Ziel eines jeden Leistungssportler ist die Teilnahme bei Olympia. Für Timo van der Bosch war dieses Ziel nach einer Schultereckgelenksprengung im August 2019 und dreimonatiger Pause bei der Saisonvorbereitung erstmal in weite Ferne gerückt.

Doch van der Bosch kämpfte sich zurück: Seit seinem Comeback am 17.November 2019 beim Bundesligaverein SV Ludwigsburg 08 hat er an allen Vorbereitungsmaßnahmen der DSV Auswahl teilgenommen.

Mit einem Konditions-Lehrgang in Hannover begann die deutsche WasserballNationalmannschaft der Männer vor Weihnachten die Vorbereitung auf die Europameisterschaft in Ungarn vom 12. – 26. Januar 2020. Nach der Trainingswoche in Hannover und einem anschließenden gemeinsamen Vorbereitungscamp mit dem Weltmeister in Italien vom 27. – 30. Dezember ging es bereits am 02. Januar 2020 weiter zu einem Turnier in Montenegro mit Spielen gegen den Gastgeber, Georgien und Frankreich. Bei dem weiteren Kurzlehrgang in Berlin (07. – 10. Januar) wird Bundestrainer Hagen Stamm entscheiden, welche 13 seiner bislang 20 Spieler er zur Europameisterschaft nach Budapest mitnimmt.

Die Redaktion Wasserball der Leistungssport Schwimmen Baden Württemberg gGmbH führte ein kurzes Interview mit Timo van der Bosch vor dem Start nach Montenegro und dem Trainingswissenschaftler am Olympia Stützpunkt (OSP) Stuttgart, Robert Bollinger.

Redaktion: Timo, Du hast Dich in Deiner Freizeit beim Fußball spielen verletzt. Welche Gedanken gingen Dir da als erstes durch den Kopf?

Timo: Natürlich dachte ich zuerst: Mist das war es mit Olympia.

Aber dann als die ersten paar Tage rum waren und Gespräche mit Ärzten geführt, wusste ich, ich kann und werde es schaffen wieder fit zu werden. Was ich Stand heute auch geschafft habe.

Redaktion: Die Diagnose: Schultereckgelenksprengung (!) Da war klar dass Du eine mehrmonatige Zwangspause einlegen musst. Hast Du damit gerechnet zur EM 2020 vom 12.-26. Januar wieder fit zu sein?

Timo: Ja – ich wusste dass ich es schaffe. Viele waren der Meinung dass ich länger als 3 Monate brauchen könnte…aber für mich war das keine Option.

Redaktion: Welche Einrichtungen standen Dir beiseite, welche REHA und sportliche Maßnahmen hast Du genutzt?

Timo: Robert Bollinger vom OSP Stuttgart hat mich bestens betreut und ein Trainingsprogramm für mich erstellt. Zusammen mit den Physiotherapeuten des OSP, Paul Reinborn, und meines Heimatvereins SV Ludwigsburg, Ilja Roms, habe ich das täglich umgesetzt.

Redaktion: Herr Bollinger Sie waren als Trainingswissenschaftler am OSP in den Aufbautrainingsprozess involviert. Erläutern Sie doch bitte für unsere Leser Art und Umfang des Trainings.

Robert Bollinger: Ja ich war von Anfang an in den Aufbautrainingsprozess involviert und habe ein Ganzkörperkräftigungsprogramm mit Timo erarbeitet, sodass seine körperliche Verfassung nicht ZU sehr in der Zwangspause leidet.

Timo war mit der Unterstützung des leichtathletischen Wurf-Teams (Württembergischer Leichtathletik-Verband) vor der Verletzung in bestechlicher Verfassung. Nach der schweren Verletzung habe ich mit Ihm dieses – für und mit ihm erarbeitete – funktionelle Ganzkörperkräftigungsprogramm durchgeführt unter Berücksichtigung der operativen Behandlung (Teilbelastung). Für die Schulter selbst führte er frühzeitig Kräftigungsübungen mit den Physios durch, die ich im Wesentlichen durch Auge-Hand-Koordinationsübungen mit verschiedensten (Gewichts-) Bällen und Reaktionsübungen (Ball-Fang-Spielchen) Komplementiert habe.

Timo war schnelll wieder im Wasser und hat mit eiserner Disziplin und Willenskraft sich zurück ins Rennen um die Teilnahme bei der EM in Budapest gebracht.

Redaktion: Timo, jetzt bist Du zu den Vorbereitungslehrgängen der Auswahlmannschaft des Deutschen Schwimmverband e.V. (DSV) für die EM 2020 nominiert. Das ist eine enorme Leistung die Du erreicht hast. Was hat Dich angetrieben?

Timo: Ganz klar der Traum Olympia. Ich habe mir immer wieder gesagt, dass ich selbst schuld bin und dass es nichts bringt jetzt groß Frust zu schieben sondern habe jeden Tag dran gearbeitet. Ich wusste von Anfang an, dass ich es schaffen werde.

Redaktion: Die Wasserball Europameisterschaft findet vom 12. bis 26. Januar 2020 in Budapest/ Ungarn statt. Welches Ziel habt Ihr als Team?

Timo: Als Ziel ist es ganz klar unter die ersten 8 Teams zu kommen und damit sicher für das Olympiaqualifikationsturnier in Rotterdam NL vom 22.-29. März 2020 qualifiziert zu sein!

Redaktion: 2020 ist ein besonderes Sportjahr: Olympia in Tokyo/ Japan und die erforderlichen Olympiaqualifikation stehen an. Wie bewertest Du die Möglichkeiten Eures Teams?

Timo: Meiner Meinung nach ist das Team, welches wir aktuell stellen, das beste seit ich dabei bin. Wir haben eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern die auf hohem Niveau spielen.

Redaktion: Welches ist Dein ganz persönliches Ziel für die EM 2020?

Timo: Mich gegen die besten Centerverteidiger der Welt zu behaupten und mein Team damit nach vorne zu bringen. Und ganz klar Verletzungsfrei zu bleiben, also dass meine Schulter der hohen Belastung standhält.

Redaktion: Timo, Glückwunsch zu dieser tollen Leistung und Chapeau dass Du Dich in so kurzer Zeit zurück ins Training gebrach hast. Nun wünschen wir Dir und Deinem Team nicht nur ein Platz unter den ersten 8 Teams für die Olympiaqualifikation sondern auch die Teilnahme an Deiner ersten Olympiade in Tokyo 2020.

Es können keine Kommentare abgegeben werden.