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ZEHN TORE GEGEN DEN WELTMEISTER …

Gleich zehn Tore erzielten Deutschlands Wasserballer im Rahmen der WM-Vorbereitung gegen den amtierenden Weltmeister, doch das reichte an diesem Abend nicht einmal ansatzweise: Der frischgebackene Weltliga-Zweite Kroatien siegte mit einem starken Aufgebot bei einem offiziellen Länderspiel in Split gleich mit 22:10 (5:3, 6:4, 6:2, 5:1) gegen die DSV-Auswahl, die sich in allen vier Spielvierteln durchgehend starkem Druck ausgesetzt sah. Es war bei jetzt zehn Auftritten die bisher höchste Niederlage einer deutschen Mannschaft in einer Partie, die nach den neuen FINA-Regeln gespielt worden ist.

Mit dem Auftritt im traditionsreichen Jadran-Freibad, direkt am Meer bei viel Sonnenschein bzw. Flutlicht, bot das vierte offizielle Spiel im Rahmen der WM-Vorbereitung geradezu malerische Bedingungen, und die Partie begann aus deutscher Sicht vielversprechend: Marko Stamm und Timo van der Bosch sorgten vor 700 Zuschauern und den Kameras des kroatischen Fernsehens mit ihren Treffern zum 1:0 und 2:1 (4.) jeweils für eine Führung des EM-Neunten, allerdings zeigte sich der Weltmeister unbeeindruckt und antwortete postwendend mit drei eigenen Toren in weniger als drei Minuten. Beide Teams trafen in den letzten 15 Sekunden des Auftaktviertels noch jeweils einmal, so dass eine 5:3-Führung des Favoriten zu Buche stand.

Selbst die kroatische Fachpresse zeigte sich über die Spiellaune des eigenen Teams freudig überrascht. Ein Blick auf dessen Aufstellung verdeutlicht allerdings, welche Lücken wasserballerisch zwischen beiden Ländern derzeit klaffen: Kroatiens Trainer Ivica Tucak kann auf gleich drei heimische Vereine zurückgreifen, in der zu Ende gehenden Spielzeit in der Hauptrunde der Champions League am Start gewesen sind. Weitere Topakteure des aktuellen Aufgebots stehen zudem bei den europäischen Topklubs Pro Recco (Italien) und Olympiakos Piräus (Griechenland) unter Vertrag oder werden zum Teil aus Altersgründen gar nicht mehr für die Nationalmannschaft berücksichtigt.

Kroatiens Angriffsreihe marschierte daher auch nach der ersten Pause ohne jede Schwächephase weiter und erreichte trotz weiterer deutscher Treffer im zweiten Abschnitt beim 9:5 erstmals einen-Vier-Tore-Vorsprung. Bereits der Halbzeitstand von 11:7 bescherte in der nach den neuen FINA-Regeln ausgetragenen Partie ein Ergebnis, das bis in die jüngste Vergangenheit hinein häufig einem Schlussresultat gleichkommen wäre. Allerdings brachten die Kroaten mit ihrem Starensemble nach dem Seitenwechsel ein weiteres Mal elf eigene Treffer auf die Anzeigetafel, während sich die DSV-Auswahl nun ihrerseits mit drei Toren begnügen musste.

Gleich sieben der zwölf deutschen Feldspieler konnten sich gegen den Weltmeister in die Torschützenliste eintragen, allerdings standen diesem guten Wert in jedem der vier Spielviertel jeweils fünf oder sechs Gegentreffer gegenüber. Spannend aus Sicht des Beobachters bleibt die Frage, ob derartige Torfestivals Standard werden, sobald sich die Topteams an die neuen, um einiges flüssigeren FINA-Regeln gewöhnt und ihr Spiel entsprechend darauf eingestellt haben. Die DSV-Auswahl bleibt noch bis Donnerstag in Kroatien und wird dort weitere Tests gegen Australien und Kasachstan bestreiten.

Länderspiel in Split (Kroatien)

Kroatien – Deutschland 22:10 (5:3, 6:4, 6:2, 5:1)

Kroatien: Marko Bijač und Ivan Marcelić – Hrvoje Benić 2, Loren Fatović 3, Luka Lončar 2, Maro Joković 3, Ivan Buljubašić 2, Ante Vukičević, Andro Bušlje 1, Lovre Miloš 5, Josip Vrlić 1, Anđelo Šetka 1, Xavi Garcia 2 und Luka Bukić. Trainer: Ivica Tucak
Deutschland: Moritz Schenkel und Kevin Götz – Ben Reibel 2/1, Timo van der Bosch 1, Julian Real, Tobias Preuß 1, Maurice Jüngling, Denis Strelezkij, Hannes Schulz 1, Marko Stamm 2, Mateo Cuk 2, Marin Restović, Lucas Gielen 1 und Reiko Zech. Trainer: Hagen Stamm

Persönliche Fehler: 7/8

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