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WASSERBALL ERNEUT IM LOCKDOWN

Der Spielbetrieb im deutschen Spitzenwasserball geht erneut in einen längeren Lockdown: Auf einer Videokonferenz mit Vertretern der Abteilung Wettkampfsport und verschiedener Erstligisten wurde am Donnerstagabend nicht nur die Absage und Verschiebung der am Sonntag in Hannover anstehenden Supercup-Partie zwischen Waspo 98 Hannover und Wasserfreunde Spandau 04 beschlossen, sondern unter Hinweis auf die massiv gestiegenen Coronazahlen auch eine Einstellung des Spielbetriebs auf DSV-Ebene auf unbestimmte Zeit. Dieses gab der Deutsche Schwimm-Verband am Freitagmittag in einer Pressemitteilung bekannt.

Wie zu entnehmen war, sind für 2020 die deutsche Wasserball-Meisterschaft der Frauen sowie die noch nicht ausgetragenen oder noch nicht abgeschlossenen nationalen Jugend-Meisterschaften endgültig abgesagt worden. Betroffen sind hiervor die U14- und U16-Titelkämpfe des männlichen Nachwuchses sowie die Entscheidungen bei den U17- und U14-Juniorinnen. Für den Frauenbereich war nach der jüngsten Absage des Qualifikationsturniers in Bochum noch ein kurzfristiges Miniturnier am 31. Oktober und 1. November in Hannover zur Meisterkür angedacht gewesen, doch auch dieser Notfallplan ist jetzt Makulatur. In all diesen Wettbewerben wird es damit für das Jahr 2020 keine deutschen Meister geben.

Noch gravierender für die Sportart: Ebenfalls beschlossen wurde eine Verschiebung des Saisonstarts für die Spielzeit 2020/2021 auf DSV-Ebene. Dieses betrifft die Bundesligen der Männer und Frauen, die beiden Wettbewerbe im DSV-Pokal wie auch die U18-Bundesliga, wobei in der Männer-Bundesliga bereits am 31. Oktober die ersten Spiele der neuen Saison auf dem Programm gestanden hätten. Wie es in der Pressemitteilung heißt, sollen die Entscheidungen im Januar oder im März des kommenden Jahres überprüft und dann über einen möglichen Saisonstart im März bzw. Mai beraten werden. Die Landesverbände sind an die DSV-Beschlüsse zwar nicht gebunden, doch wird die aktuelle Negativentwicklung auch hier für die Sportart nicht ohne Folgen bleiben.

Die Entscheidungen kamen nach der Absage bzw. den gewechselten Austragungsorten bereits dreier DSV-Turniere am vergangenen Wochenende sowie weiteren unter der Woche bereits bekanntgewordenen Veranstaltungsabsagen nicht überraschend. Anhänger der Sportart hatten angesichts der allerorten gestiegenen Coronazahlen schon zuvor prognostiziert, dass spätestens am letzten Oktober-Wochenende selbst außerhalb von ausgewiesenen Risikogebieten kaum noch Spielstätten im Bundesgebiet zur Verfügung gestanden hätten. Die Aussetzung der Punktspielrunden ist nach unten jedoch nicht das Ende der Fahnenstange: Im Risikogebiet Duisburg ist beispielsweise seit Donnerstag im Amateurbereich Kontaktsport generell wieder verboten, und auch erste Badschließungen für den Trainingsbetrieb scheinen nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

Von Wolfgang Philipps

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