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Wolfenbütteler Trainingslager trotzt Corona

Sportbetrieb und Vereinsleben haben seit März vielerorts massiv gelitten, doch mancher Verein trotzte den zum Teil massiven Einschränkungen des Corona-Sommers 2020: So führte der Wolfenbütteler Schwimmverein von 1921 in der letzten Ferienwoche auch wieder das traditionelle Trainingslager für den Wasserball-Nachwuchs durch. Coronabedingt wurde allerdings umgeplant: Gezeltet haben auf der Vereinsanlage am Fümmelsee in diesem Jahr nur die Betreuer, während die Kinder morgens um 9:30 Uhr von den Eltern gebracht und abends um 20 Uhr wieder abgeholt wurden.

Der traditionsreiche Schwimmverein aus der Lessingstadt mit seinem umfangreichen Sport- und Freizeitangebot für etwa 1.400 Mitglieder wird im kommenden Sommer 100 Jahre alt und residiert bereits seit 1926 vor den Toren der Stadt in dem dortigen Naturbad. Die vereinseigene Anlage hatte unter anderem 1970 die deutschen Titelkämpfe für „Vereine ohne Winterbad“ (VoW) im Wasserball beherbergt und ist im Laufe der Jahrzehnte immer wieder modernisiert worden. Bis in die Gegenwart hinein ist das Fümmelseebad daher ein Mittelpunkt des Vereinslebens geblieben und hat jetzt unter den Einschränkungen des Corona-Sommers 2020 einmal mehr auch für den Sportbetrieb seinen Wert unter Beweis gestellt.

Dass es sich um ein Naturfreibad handelt, war für die Maßnahme kein Hindernis: „Wir waren ja froh, dass das Trainingslager überhaupt stattfinden konnte. Einige Wochen vorher war das ja noch fraglich“, sagte Trainerin Julia Jürges. In der Situation war es nicht selbstverständlich, dass die Eltern die Kinder teilnehmen lassen. „Anfangs waren sowohl Eltern als auch Trainer skeptisch, ob das mit dem Bringen und Abholen auch immer pünktlich klappt“, berichtete WSV21-Pressesprecher Florian Steinmann. Es funktionierte in der Tat, wobei es allerdings einige Vorgaben gab: So mussten die Kinder eingecremt kommen, und das Frühstück sollte schon eine Stunde zurückliegen, damit es gleich ins Wasser gehen konnte.

Insgesamt nahmen 26 Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren teil, sechs mehr als im vergangenen Jahr, „auch einige, die sonst nicht in den Fümmelsee gehen“, freute sich Steinmann. Dabei spielte den Trainern die Situation in die Karten: Aufgrund der coronabedingten Einschränkungen hatte das Training zuvor bereits auf der Vereinsanlage stattgefunden, zunächst nur in Form von Landeinheiten mit viel Abstand, später dann auch mit Wassertraining. „Da haben sich alle an den Fümmelsee gewöhnt“, konnte der Pressesprecher vermelden.

Das Betreuerteam um Julia Jürges und Männer-Trainer Peter Waldmann bezog Stellung in dem ebenfalls auf dem Vereinsgelände gelegenen Tennisheim: Dort zeltete das Trainerteam, am Grillplatz war der Sammelpunkt für die Trainingsgruppe. „Es war in diesem Jahr ganz entspannt. Da die Kinder zu Hause geschlafen haben, hatten wir abends Zeit, den Tag nochmal zu besprechen und für den nächsten Tag zu planen“, berichtete Waldmann. Zudem mussten die Kinder auch abends und im Besonderen nachts nicht beaufsichtigt werden. So frühstückte das Trainerteam, zu dem weiterhin Alicia Eßer, Anna Schlosser, Maurice Pfeiffer, Florian Straub und Maurice Waldmann gehörten, nach erholsamem Schlaf gemeinsam im Tennisheim.

Zum Training wurden die Kinder in drei Leistungsgruppen eingeteilt und übten abwechselnd in der Turnhalle (eine Gruppe) und im See (zwei getrennte Gruppen). In der Halle lag der Fokus auf Fitness und Koordination, im See wurde auf Schwimmtechnik und Spielaufstellung Wert gelegt. Die Einteilung der Trainingsorte war vorher festgelegt, das tägliche Programm wurde durch das erfahrene Übungsleiterteam an die Trainingsgruppe angepasst. Bei einem kurzen Gewitter wurde Spieltaktik am Whiteboard erläutert. Die Einheiten dauerten jeweils eineinhalb Stunden. Die Wassertemperatur hat dazu beigetragen, dass die Kinder die ganzen Einheiten im See gut ausgehalten haben. „Man musste keinen groß überzeugen, in den See zu springen“, berichtete Florian Steinmann. Zwischen den Einheiten blieb Zeit zum Ausruhen, Erzählen oder auch einfach auch mal Rutschen gehen.

„Es hat viel Spaß gemacht“, brachte Peter Waldmann das Fazit der kurzweiligen Woche auf den Punkt. Auch mit dem Trainingserfolg waren alle Betreuer zufrieden: „Die Kinder haben sich wirklich in allen Bereichen verbessert. Man hat auch gemerkt, dass die Kinder stolz auf ihre Erfolge waren“, berichtete Julia Jürges. Positive Rückmeldung kam auch von den Eltern, die abends „fröhliche, ausgeglichene, ausgepowerte und hungrige Kinder zu Hause hatten“, wie es hieß. „Da weiß man gar nicht, wer sich am meisten auf das nächste Trainingslager freut“, hofft nicht nur Florian Steinmann auf eine Neuauflage.

Foto:

Sonne, Wasser, Luft und auch ein wenig Feriengefühl: Der Wolfenbütteler SV führte auch 2020 im vereinseigenen Fümmelseebad sein Trainingslager für die Wasserball-Kinder durch. Foto: Florian Steinmann

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