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Karl-Heinz Pollmann verstorben

Aus dem Kreis der Größen des deutschen Wasserballsports hat sich ein weiterer bekannter Name verabschiedet: Am 22. Juli ist im Alter von 81 Jahren der Wuppertaler Karl-Heinz Pollmann verstorben, der in der Phase der größten deutschen Wasserballerfolge während der Nachkriegszeit über lange Jahre als Schiedsrichter national wie international höchste Anerkennung genoss.

Als Aktiver hatte er bis 1953 zunächst beim SSC Hellas Wuppertal gespielt, anschließend beim ersten nationalen Nachkriegsmeister Schwimmsportfreunde Barmen, den späteren SSF Delphin Wuppertal. Dort hat der gelernte Bäcker- und Konditormeister von 1954 bis 1963 auf den legendären Sechserendrunden sechsmal um die deutsche Meisterschaft gekämpft. Bereits in jungen Jahren verband ihn eine besondere Freundschaft mit dem ersten Bundestrainer Miklos Sarkany, die über Jahrzehnte anhielt.

Der große Sprung auf die nationale wie auch internationale Wasserballbühne gelang „Charly“ Pollmann nachfolgend jedoch als Schiedsrichter. Hier war es ihm vergönnt, mit den Olympischen Spielen 1976 in Montreal (Kanada) und 1988 in Seoul (Südkorea) sogar gleich zweimal beim größten Ereignis des Weltsports als Unparteiischer zu amtieren. Auch eine in den DSV-Annalen beispiellose dritte Olympiateilnahme auf den vom deutschen Sport schließlich komplett boykottierten Spielen des Jahres 1980 in Moskau (damals Sowjetunion) war greifbar nahe gewesen.

Trotz des international in jenen Jahren noch um einiges dünneren Wettkampfkalenders kam er auch anderweitig zu einer Vielzahl von Auftritten: So amtierte Pollmann ebenso bei den Europameisterschaften 1974 in Wien (Österreich), 1977 in Jönköping (Schweden) 1981 in Split (damals Jugoslawien/mit EM-Titel für Deutschland), 1983 in Rom (Italien), 1991 in Athen 1991 und Sheffield 1993 (Großbritannien). Bei den erst 1973 eingeführten Weltmeisterschaften amtierte er 1975 in Cali (Kolumbien) wie auch 1978 Berlin bei der bisher einzigen Austragung auf deutschem Boden. Bei dem FINA-Weltcup, dem Turnier der acht weltbesten Nationen, kam er 1987 in Thessaloniki (Griechenland) zum Einsatz, als die DSV-Auswahl Bronze gewann.

„Das war ein konsequenter Schiedsrichter“, erinnert sich hochachtungsvoll das frühe LEN-Fachausschuss-Mitglied Manfred Vater (Offenbach), der als Aktiver selbst noch gegen den Wuppertaler gespielt hatte. Beim EM-Championat 1993 in Sheffield verabschiedete sich Pollmann von der internationalen Bühne altersbedingt, aber standesgemäß mit der Leitung des Finalspieles zwischen den beiden Wasserball-Großmächten Italien und Ungarn. National blieb er der Sportart noch bis zum Anfang des jetzt zu Ende gehenden Jahrzehnts erhalten, wo er zuletzt als DSV-Spielbeobachter aktiv war.

Von Wolfgang Philipps

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