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Aleksandar Kabanov verstorben

Die Wasserballwelt muss sich im zu Ende gehenden Monat Juni von einem weiteren ganz großen Namen der Sportart verabschieden: Nach Ungarns Dreifach-Olympiasiegern György Karpati und Tibor Benedek verstarb am Dienstag im Alter von 72 Jahren auch der Russe Aleksandar Kabanov, der als Spieler wie auch Trainer mit der Nationalmannschaft seines Heimatlandes internationale Titel gewinnen konnte.

Als Spieler war der gebürtige Moskauer an den größten Wasserball-Erfolgen der früheren Sowjetunion beteiligt: Hier konnte er als jeweils zweimaliger Sieger bei den Olympischen Spielen 1972 in München und 1980 in Moskau (Sowjetunion) sowie den Weltmeisterschaften 1975 in Cali (Kolumbien) und 1982 in Guayaquil (Ecuador) zudem eine im internationalen Vergleich nicht alltägliche Titelkombination verbuchen. Hinzu kamen Titelgewinne bei den Europameisterschaften 1983 in Rom (Italien) sowie den Weltcup-Turnieren 1981 in Long Beach und 1983 in Malibu (jeweils USA), und vielleicht wäre ohne den Olympiaboykott von 1984 auch eine dritte Goldmedaille möglich gewesen.

Bei der direkt anschließenden Karriere auf der Trainerbank amtierte er zunächst bis 1992 als Co-Trainer der Nationalmannschaft unter seinem langjährigen Lehrmeister Boris Popov. Zweimal bekleidete er danach – jeweils als Popov-Nachfolger – die Positon des Cheftrainers: Hier holte Kabanov in seiner zweiten Amtszeit bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney (Australien) und 2004 in Athen (Griechenland) mit Silber und Bronze die bis dato letzten internationalen Medaillen einer russischen Männer-Nationalmannschaft. Sein größtes Jahr hatte er 2002, als sich Russland sowohl den Weltcup-Titel in Belgrad (Jugoslawien) wie auch den Premierensieg beim erstmals ausgespielten Weltliga-Wettbewerb sichern konnte.

Auch der heutige Bundestrainer Hagen Stamm kannte aus seiner Zeit als Spieler wie auch Trainer den Moskauer bestens, was auch in zahlreichen sportlichen Duellen seinen Niederschlag fand. So war es bei dem grandiosen Auftritt der deutschen Mannschaft auf dem Olympiaturnier 2004 in Athen Kabanovs Team, das der am Ende fünftplatzierten deutschen Auswahl mit einem schmerzhaften 12:5-Erfolg im Überkreuzduell den Sprung in das Halbfinale verwehrte.

Bereits 2001 war der frühere Nationalmannschaftspielführer, der von 2009 bis 2012 auch die Frauen-Nationalmannschaft betreute, in die International Swimming Hall of Fame (ISHOF) eingeführt worden. Zuletzt war Kabanov als Trainer der Frauen des nationalen Serienmeisters Kinef Kirischi tätig und wurde mit dem Team aus der Leningrad-Region 2017 und 2018 Europapokalsieger.

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