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„Besser als jedes Workout im Wohnzimmer“

Es war im wahrsten Sinne des Wortes das Ende einer Durststrecke: Nach 13-wöchiger Pause sind am vergangenen Freitag die Wasserballer des niedersächsischen Bezirksoberligisten Lehrter SV erstmals seit dem Beginn des bundesweiten Lockdowns wieder ins Schwimmbecken gestiegen. Bei Sonnenschein und einer paradiesischen Wassertemperatur von 25 Grad wurden im Arpker Waldbad die ersten Bahnen gezogen, und auch der erste Ball flog zum Ende der Trainingseinheit ins Becken.

Bereits im April hatte eine Studie der Technischen Universität Turin (Italien) Wasserball neben Beachvolleyball in Sachen Corona-Verbreitung als die am wenigsten gefährliche Ball- und Mannschaftssportart eingestuft, doch profitieren konnten die Vereine davon nicht. Zwar hatten Niedersachsen und andere Bundesländer bereits im Mai eine Wiedereröffnung der Freibäder erlaubt, doch ließen vielerorts rechtliche Vorgaben und deren Umsetzung vor Ort auf sich warten. In Lehrte können die Aktiven des Lehrter SV zusammen mit den ersten Schwimmgruppen des Vereins jetzt zumindest einmal wöchentlich wieder in dem idyllischen Waldbads des Ortsteils Arpke ins Wasser.

Geschwommen wird bei einem ausgefeilten Hygienekonzept des Hauptvereins bis auf Weiteres gemäß den Richtlinien des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) ohne ein Überholen auf Doppelbahnen mit einer Gesamtbreite von fünf Metern, so dass stets für ausreichend Abstand gesorgt ist. Dass auch bei sämtlichen Ballübungen eine Mindestdistanz von mindestens drei Metern gewahrt werden muss, ließ sich nach 13 Wochen komplett ohne Wasser verschmerzen: „Das ist immer noch besser als Joggen oder jedes Workout im Wohnzimmer“, sagt LSV-Pressesprecher Wolfgang Philipps.

Bereits zwei Tage zuvor hatten auch die Jugendspieler des Vereins an gleicher Stelle ihre ersten Bahnen gezogen. „Bis auf unsere südafrikanische Austauschülerin sind anscheinend alle Kinder weiter dabei“, freut sich Philipps. Zwar gelten bis weiteres auch im Wasser noch die Abstandsregeln, doch hoffen die Verantwortlichen in absehbarer Zeit auf eine weitere Normalisierung des öffentlichen Lebens. So soll es für die LSV-Mannschaften nach einer weiteren Woche in Arpke ab dem 22. Juni dann auch in das ebenfalls vor der Wiedereröffnung stehende Lehrter Freibad gehen.

Ob nach den Sommerferien vielleicht sogar noch eine Fortsetzung der seit März unterbrochenen Punktspielrunde, und sei es nur in abgespeckter Form, folgt, ist noch entschieden: „An den Ligaspielen hängt nicht viel“, sehen die LSV-Verantwortlichen diese Thematik relativ entspannt. Beobachter rechnen bei einem weiteren Anhalten der Einschränkungen allerdings mit existenziellen Problemen für Schwimmsport treibende Vereine, denen dann finanzielle Verluste oder Mitgliedsaustritte drohen: „Das würde dann auch der Sportart längerfristig auf die Füße fallen“, sagt Philipps, der in Personalunion auch Pressesprecher des Landesschwimmverbandes Niedersachsen für den Bereich Wasserball ist.

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