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SCHWIMM-WM AUF TERMINSUCHE

Die Verlegung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio (Japan) um exakt Jahr produziert einen massiven Dominoeffekt: Zahlreiche für 2021 vorgesehene Ereignisse des Weltsports oder kontinentale Titelkämpfe müssen nun ihrerseits vor dem Platzhirsch Olympia weichen. Direkt betroffen sind die in jedem Fall Leichtathletik-WM in Eugene (USA) und die Schwimm-WM in Fukuoka (Japan) mit den Wasserball-Championaten, die ihrerseits zu den größten Ereignissen des Weltsports zählen und ebenfalls im Sommer 2021 zur Austragung gekommen wären.

Der Leichtathletikweltverband IAAF hat bereits ankündigt, in den Sommer 2022 umzuziehen. Dort drohen dann allerdings Terminkollisionen mit zwei anderen internationalen Großereignissen: den European Championships (darunter die Leichtathletik-EM in München) und die Commonwealth Games in Birmingham (Großbritannien). Dazu gesellen sich für 2022 mit der Fußball-WM in Katar und den Olympischen Winterspielen in Peking (China) zwei weitere weltumfassende Veranstaltungen, die zumindest Sponsoren- und Medieninteresse abziehen könnten.

Der Weltschwimmverband FINA will sich nach Medienberichten in den kommenden zwei Wochen mit den Organisatoren, nationalen Verbänden, Sportlern, Trainern, TV-Partnern und Sponsoren über einen Ausweichtermin absprechen. Sollten sich die Beteiligten ebenfalls für einen neuen Termin im Sommer 2022 entscheiden, würde sich die Situation für die European Championships (darunter die Schwimm-EM in Rom/Italien) und die Commonwealth Games weiter verschlechtern. Beim ohnehin terminüberladenen Wasserball stünden im Hochsommer die Europameisterschaften in Split (Kroatien) auf dem Programm, die allerdings wie schon 2016 in Belgrad (Serbien) unter dem Hallendach einer Multifunktionsarena zur Austragung kommen sollen und damit terminlich zumindest etwas flexibler wären.

Die terminlich derzeit in der Luft hängende Schwimm-WM in Fukuoka birgt übrigens noch eine andere pikante Note in Sachen Wasserball: Bei den Männern wie auch Frauen werden vier der 16 WM-Teilnehmer erst bei den Olympischen Spielen in Tokio gekürt werden, so dass diese in jedem Fall vor der WM zur Austragung kommen müssten. Dazu gesellen sich noch nach den aktuellen Regularien jeweils die beiden Topteams der Weltliga-Endrunden 2020, die nach FINA-Überlegungen im Oktober oder November ausgespielt werden sollen. Die Olympiaqualifikationsturniere finden wohl auch erst in der kommenden Spielzeit statt, so dass der Sportart terminlich die nächste Horrorsaison droht.

In jedem Fall drohen damit in einer Vielzahl von Sportarten über Jahre hinweg Terminmalaisen. Die internationalen Fachverbände zeigen sich zwar kompromissbereit und flexibel, doch innovativ geht es bisher nicht zu. Scheinbar nicht einmal angedacht worden ist das radikalste Szenario: die kollektive Verschiebung sämtlicher internationalen Saisonhöhepunkte und Großereignisse um jeweils ein Jahr. Ebenso wenig scheinen bei den einzelnen Sportarten bisher Streichungen in den übervollen Terminkalendern und Veranstaltungsprogrammen zur Debatte zu stehen.

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