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Waspo 98 tanzt nur eine Halbzeit

Es war ein Spiel der Extreme: Waspo 98 Hannover unterlag am vierten Spieltag der Champions League gegen das Starensemble des Titelaspiranten Pro Recco (Italien) am Ende deutlich mit 13:21 (3:5, 4:2, 1:7, 5:7) Toren, dieses allerdings nach einem spektakulären 7:7-Gleichstand beim Seitenwechsel. Damit warten die Niedersachsen in der Hauptrundengruppe B weiter auf den ersten Sieg.

In der ersten Halbzeit hatten sich die mehr als 400 Fans im Stadionbad positiv überrascht die Augen gerieben: Die erstmals in Bestbesetzung angetretenen Niedersachsen (der Niederländer Jorn Winkelhorst kehrte nach seiner Handoperation ins Becken zurück) spielten gegen den Rekordgewinner absolut auf Augenhöhe. Selbst eine zwischenzeitliche 6:3-Führung der bisher noch ungeschlagenen Gäste konnte die Mannschaft von Trainer Karsten Seehafer mit drei Treffern in Serie binnen kurzem egaliseren. Beim Stande von 6:6 wie auch 7:7 ließ die Waspo98-Sieben sogar noch gute Chancen für eine durchaus mögliche Halbzeitführung liegen.

In der nach den neuen Regeln jetzt nur noch dreiminütigen Halbzeitpause gab es viel Lob für die bisherige Vorstellung und auch vorsichtige Überlegungen, ob gegen das „Real Madrid des Wasserballs“ vielleicht sogar der ganz große Wurf möglich sei. Bereits mit den ersten beiden Angriffen des aus Waspo98-Sicht desaströsen dritten Viertel (1:7) zog Recco jedoch auf 9:7 und legte in Favoritenmanier einen 6:0-Lauf hin, ehe Petar Muslim mit seinem Treffer zum 8:13 (23..) die Hausherren endlich wieder auf die Anzeigetafel brachte

In der Folge ging die Torflut, diese auch mit hannoversche Beteiligung, unvermindert weiter, allerdings gestaltete sich das Schlussviertel (5:7) aus Betrachtersicht nach dem absoluten Leckerbissen der ersten Halbzeit nur bedingt als Augenschmaus: Arg viele Tore fielen durch im Zuge der neuen Regeln verhängte Strafen oder durch Torszenen, in denen die Verteidiger anders als in der Vergangenheit aus Furcht vor noch mehr Fünfmetern allenfalls halberzig eingriffen. Mit 29 Zeitstrafen und fünf Strafwürfen fiel auch die heutige Bilanz erneut bedenklich hoch aus.

„Wir haben 16 Minuten einen Traum geträumt und dann ein unterirdisches drittes Viertel gehabt. Man hat gesehen, wenn wir komplett sind, haben wir viel Potential und sind variantenreich. Daran werden wir arbeiten. Bisher ist noch nichts passiert, aber langsam kommen die Spiele, wo wir punkten müssen“, zog Trainer Karsten Seehafer ein ebenso gelungenes wie balanciertes Fazit. Die Tore der Niedersachsen teilten sich Aleksandar Radovic (4), Darko Brguljan (3), Peta Muslim (2), Fynn Schütze, Ante Corusic, Julian Real und Tobias Preuß.

Die verschlechterte Tordifferenz wird aus Waspo98-Sicht keine Rolle für den weiteren Saisonverlauf spielen, ärgerlicher war der überraschende 13:10-Auswärtssieg des möglichen Tabellennachbarn CN Marseille (Frankreich) beim favorisierten OSC Budapest (Ungarn). Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt dem deutschen Pokalsieger ohnehin nicht: In der Champions League geht es bereits am 19. November weiter, wenn der DWL-Vertreter bei Kroatiens Traditionsklub Mladost Zagreb gastierr. Der nächste Heimauftritt folgt zum Hindrundenabschluss am 9. Dezember gegen den spanischen Hauptrundenneuling CN Terrassa – dieses an einem ungewohnten Montagstermin.

Champions League 2019/2020

Gruppe B, 4. Spieltag

Waspo 98 Hannover (GER) – Pro Recco (ITA) 13:21 (3:5, 4:2, 1:7, 5:7)

Hannover: Moritz Schenkel, Kevin Götz – Ante Corusic 1, Reiko Zech, Julian Real 1, Darko Brguljan 3, Aleksandar Radovic 4/1, Petar Muslim 2, Tobias Preuß 1, Ivan Nagaev, Matija Brguljan, Fynn Schütze und Jorn Winkelhorst. Trainer: Karsten Seehafer

Persönliche Fehler: 14/18

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