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Wasserball-Krimi: SV 05 unterliegt Düsseldorf

SV Würzburg 05 – Düsseldorfer SC 8:9 (0:3, 2:2, 3:1, 3:3)

Der SV Würzburg 05 verpasst nach einem spannenden und in Teilen spektakulären Spiel gegen den Düsseldorfer SC die ersten Punkte in der Wasserball-Bundesliga. Nach einem 0:4 Rückstand kommt die Aufholjagd zu spät und eine insgesamt zu schlechte Chancenverwertung kostet den Premierensieg.

Dass mit dem Mitaufsteiger aus der Rheinmetropole, der einige erfahrene Routiniers in seinen Reihen hat, ein schwerer Gegner ins Wolfgang-Adami-Bad kommen würde, war den Trainern Matthias Försch und Inaki Urkiaga von vornherein klar. „Düsseldorf hat sich super verstärkt. Das hat man heute auch gesehen, sie haben aus wenigen Chancen viele Tore erzielt, vielleicht wurde da ihr Erfahrungsvorsprung deutlich,“ sagte Försch, der hingegen die Chancenauswertung seines Teams bemängelte: „Wenn du aus einer Vielzahl von toll herausgespielten, hochkarätigen Chancen in einer Halbzeit nur zwei Tore wirfst, gewinnst du in der Bundesliga nur schwer ein Spiel. Das ist ganz klar.“

Dabei spricht der Trainer die erste Halbzeit an, die sich in der noch jungen Saison immer wieder als Schwächephase herauskristalisiert. Erneut gerieten die Nullfünfer direkt von Beginn an unter Druck und nach zehn Spielminuten stand es 0:4. Würzburg zeigte kein schlechtes Spiel in dieser Phase, scheiterte aber ein ums andere Mal am gut aufgelegten Gästekeeper und späteren Spieler des Tages Tomislav Bujas oder dem Aluminium. So war beim ersten Treffer der Gastgeber, den Marc Weinmann in einer Überzahlsituation erzielte, eine echte Erleichterung bei Mannschaft und Publikum zu spüren. Spielertrainer Urkiaga zeigte sich entäuscht über den Fehlstart: „Wir haben uns den Start in die Partie ganz anders vorgestellt. Wir wollten mit einer Pressverteidigung Düsseldorf offensiv vor Probleme stellen und unsererseits vorne die Tore machen. Es ist ein bisschen unerklärlich, warum wir uns da bisweilen so schwer tun. Klar ist aber auch, die Jungs sind alle wahnsinnig jung und relativ unerfahren auf diesem Niveau. Da ist eine gewisse Nervosität verständlich. Dennoch müssen wir daran arbeiten!“

Erst nach dem Doppelschlag durch Weinmann und einen Strafwurf durch Julius Wörn schien der Bann gebrochen. Erstmals brach Jubel aus unter den rund 200 Zuschauern im Wolfgang-Adami-Bad, die für eine tolle Kulisse sorgten und ihr Team anfeuerten. So gingen die Nullfünfer mit einem 2:5-Rückstand in die Pause, wirkten aber bei ihrer Rückkehr ins Wasser so, als ob ihr Kampfgeist, ihre Motivation und der Wille ungebrochen sind. Gleich nach dem Wiederanpfiff traf Uros Stojancic mit einem spektakulären Trickwurf zum 3:5. Die Abwehr um Centerverteidiger Robert Seifert und Torhüter Benjamin Flammersberger stand kompakt und ließ kaum ernste Torchancen zu. „Defensiv war das eine deutliche Steigerung, da hat die Absprache super funktioniert. Vorne haben beide Center Stojancic und Urkiaga ein tolles Spiel gemacht. Sie haben über vier Viertel hart gearbeitet und viele Überzahlsituationen herausgeholt“, so Matthias Försch. Das dritte Spielviertel war in Teilen furios, die Nullfünfer agierten dominant und vollendeten endlich auch ihre Chancen. Als Timotej Filo der 5:5 Ausgleich gelang, erreichte die Stimmung den Siedepunkt und die Gastgeber hatten das Momentum vollends auf ihrer Seite.

„In der zweiten Halbzeit haben wir eine klasse Leistung gezeigt. Wir waren konditionell deutlich überlegen, konnten viel mehr Tempo gehen und waren wesentlich aktiver. Düsseldorf hatte phasenweise Probleme überhaupt noch in Angriffposition zu kommen. Dadurch hatten wir mehr Überzahlsituationen, die wir aber nicht konsequent genug nutzen konnten. Düsseldorf kam kaum mehr zu Torgelegenheiten, die wenigen spielten sie aber eiskalt aus,“ analysierte Försch. So führten die Gäste mit 5:8, der SVW vergab weiterhin glänzende Möglichkeiten, leistete sich einige folgenschwere Fehler und konnte das Spiel am Ende nicht mehr drehen. So stand am Ende eine 8:9 Niederlage auf der Anzeigetafel und die Würzburger Spieler verkrochen sich gefrustet in ihren Bademänteln.

Trainer Matthias Försch, der sein Team über die gesamte Spieldauer vom Beckenrand aus anpeitschte, war im Anschluss sichtlich enttäuscht: „Natürlich sind wir frustriert, dass wir aus einem solchen Spiel ohne Zählbares gehen. Dennoch, wir haben auch ganz viel Positives gesehen heute. Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen, sie müssen sich nur mit Toren für ihren Kampf belohnen. Ansonsten haben wir ein tolles Spiel gemacht und niemals aufgegeben. Wir werden von Woche zu Woche besser und ich bin zuversichtlich, dass das bald mit Punkten belohnt wird.“

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