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Nullfünfer unterliegen Hamburg deutlich

Poseidon Hamburg – SV Würzburg 05 16:9 (4:1, 4:0, 4:5, 4:3)

Am frühen Sonntagmorgen, 6.30 Uhr, begann für die Würzburger Wasserballer die längste Auswärtsreise der Saison. Das Gastspiel bei Mitaufsteiger Poseidon Hamburg stand direkt am ersten Spieltag auf dem Plan. Mit einem Spaziergang durch die Speicherstadt und entlang der Elbphilarmonie, versuchte sich das Team die mehr als 500 Kilometer lange Fahrt quer durch die Republik aus den Füßen zu treten. Als die Spieler am späten Sonntagabend am heimischen Wolgang-Adami-Bad auseinander gingen, taten sie dies ohne Punktgewinn und mit einer deutlichen Niederlage im Gepäck.

Das Spiel begann mit starken, druckvollen ersten Minuten der Gastgeber. Während die Nullfünfer anfänglich unnötig viel Respekt und Hemmung zeigten, verwandelte Poseidon jede mögliche Chance, teilweise verbunden mit erheblichem Spielglück. So prallte gleich das 1:0 von der Latte an den Kopf Würzburgs Paul Volkwein und unhaltbar in das Tor. Nach fünf Spielminuten stand es bereits 4:0 und die Hamburger überrollten mit ihrem Druck und Tempo förmlich die Defensive der Mainfranken. Erst Jonas Fehn gelang 19 Sekunden vor dem Viertelende mit dem 1:4 das erste Tor der Gäste.
Im zweiten Viertel setzte sich das Spiel genauso weiter fort. Hamburg agierte hochkonzentriert und wusste durch sehenswerte Aktionen zu überzeugen. Die Gäste hingegen vergaben in dieser Phase einen Strafwurf, Überzahlsituationen und defensiv fehlte jeglicher Zugriff. „In der ersten Halbzeit hat uns jede Aggressivität und Spannung gefehlt. Wir haben uns eigentlich auf diesen Turbostart von Hamburg vorbereitet und wollten genau das vermeiden, was letzendlich passiert ist – nämlich dass sie gleich zu Beginn mit mehreren Toren wegziehen. Da darf auch die lange Anreise keineswegs eine Ausrede sein,“ so Trainer Matthias Försch.

In der anschließenden Pause erinnerte Försch an die Aufholjagd zuletzt gegen Köln und forderte mehr Einsatz seiner Spieler. In der Folge entwickelte sich endlich ein ausgeglichenes Spiel auf Augenhöhe, in dem die Würzburger deutlich druckvoller agierten, plötzlich Zweikämpfe gewannen und die Torchancen zumindest teilweise nutzen konnten. Timotej Filo konnte einen Strafwurf und eine Überzahlsituation erfolgreich abschließen und Weinmann, Seifert, Wörn und Stojancic konnten durch schöne Kombinationen Treffer erzielen. In der Defensive fehlte in der Zonenverteidigung jedoch oft die Zuordnung und so konnten die starken Centerspieler der Gastgeber weiter ihre Klasse ausspielen oder die Rückraumschützen unbedrängt zum Abschluss kommen. Dennoch gewannen die Nullfünfer diesen Spielabschnitt mit 5:4.
Mit einem 12:6 Zwischenstand ging es in das letzte Viertel und das Spiel schien de facto entschieden. Der SVW zeigte dennoch Kämpferherz und wollte ein gutes Ergebnis erzielen. Insgesamt gelang es zu keinem Zeitpunkt den starken Angriff der Norddeutschen zu stoppen. Ex-Nationalspieler Hannes Glaser, der südafrikanische WM-Teilnehmer Sven Bach und Center Sascha Ufnal zeigten starke Leistungen und spielten ihre Erfahrung aus. Am Ende stand ein 16:9 Erfolg der Hausherren und gemischte Gefühle bei den Würzburger Gästen: „Poseidon ist kein typischer Aufsteiger, sie haben insgesamt neun Neuzugänge präsentiert, darunter etablierte Bundesligaspieler und konnten alle Leistungsträger halten. Sie haben jetzt bereits drei, teils deutliche Siege in der Liga erringen können. Ich bin mir sicher, dass Poseidon nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird und wenn überhaupt nur wenige Teams in Hamburg punkten können. Das ist eine exrem starke Truppe,“ ordnet Trainer Inaki Urkiaga ein. Sein Kollege Försch fügt hinzu: „Wir haben es erneut verpasst mit der nötigen Aggressivität und Spannung ins Spiel zu gehen und dadurch den Beginn verschlafen. Phasenweise haben wir gezeigt, dass wir auch auswärts mit einer Topmannschaft mithalten und -spielen können. Aber um hier Punkte mitzunehmen ist das zu wenig. Der Sieg für Hamburg geht absolut in Ordnung und ist verdient, wenn auch einige Tore zu hoch. Die Spiele, in denen wir punkten müssen kommen noch und darauf fokussieren wir uns jetzt!“

Torschützen: Filo (3), Weinmann (2), Fehn, Weinmann, Stojancic, Wörn

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