Stamm mit Verletzung
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Punkt und Viertelfinalchance gerettet

Deutschlands Wasserballer retteten zum Auftakt des WM-Turniers ein 9:9 (3:2, 4:3, 1:3, 1:1)-Unentschieden gegen den direkten Mitkontrahenten Japan. In einer stark von den neuen Regeln bestimmten Partie rettete Julian Real nach einer anfänglichen 5:2-Führung der DSV-Auswahl mit einem Überzahltreffer vier Sekunden vor der Schlusssirene zumindest noch die Punkteteilung, die den Deutschen die Chance auf den für den weiteren Turnierverlauf wichtigen zweiten Platz weiter offenhält.

Deutschlands Männer schienen in der Schlussphase bereits k. o. zu sein: Im Angriff lief aus deutscher Sicht gefühlt nichts mehr, und 70 Sekunden vor der Sirene gab es beim Stande von 8:9 dann auch noch einen von den neuen FINA-Regeln begünstigten Strafwurf gegen die DSV-Auswahl. Allerdings parierte Schlussmann Moritz Schenkel mit dem Kopf gegen Japans Yusuke Inaba, drei Wochen zuvor mit 26 Treffern noch Torschützenkönig beim Weltliga-Finale in Belgrad (Serbien). Nach einem weiteren vergebenen Angriff nutzten die Deutschen allerdings bei ihrem definitiv letzten Ballbesitz der Partie dann eine Überzahlchance, als Julian Real vier Sekunden vor dem Ende aus dem Rückraum traf.

Dabei hatte es beim deutschen WM-Comeback nach sechsjähriger Abwesenheit zunächst gut ausgesehen: Die Mannschaft von Bundestrainer Hagen Stamm (Berlin) ging mit einer 3:2-Führung in die erste Viertelpause und erhöhte kurz darauf dann sogar auf 5:2 (10.). Die Deutschen hatten in dieser Phase die Hand auf dem Spiel, allerdings wollte das durchaus mögliche 6:2 nicht fallen. Die Japaner konnten sich mit dem gradezu wuselig anmutenden Spiel jetzt aber deutlich besser in Szene setzen und erzielten beim 4:5 und 5:6 noch im zweiten Abschnitt jeweils den Anschlusstreffer.

Zwar konnte Marko Stamm eine Sekunde vor der Halbzeitpause mit einem Konter die erneute 7:5-Führung erzielen, doch den Deutschen entglitt das Spiel zunehmend. Nach dem Seitenwechsel wollten zusätzlich zu einem 0:3-Lauf nur noch zwei eigene Tore fallen, wobei sich zu den vergebenen Chancen auch eine Reihe schlechter Pässe gesellte. Japan schaffte es nun sogar, das traditionelle Halbkreisspiel des internationalen Spitzenwasserballs zeitweilig gänzlich aufzulösen und ging beim 8:7 (24.) erstmals seit dem 1:0 wieder selbst in Führung.

Deutschland kämpft mit massiven Schwierigkeiten, in dem stark von den neuen Regeln geprägten Spiel eigene Akzente zu setzen, hatte an diesen Abend allerdings Glück mit den letzten Angriffen: Marin Restovic glich zehn Sekunden vor dem Ende des dritten Abschnitts zum 8:8 aus, auch das rettende 9:9 sollte acht Minuten später mit der Schlusssirene im Nacken fallen. Insgesamt kämpften auf deutscher Seite zum Turnierauftakt allerdings zu viele Aktive mit den eigenen Nerven, und die Hoffnung, körperliche Vorteile in die Waagschale zu werfen, erfüllte sich allenfalls phasenweise.

Bitter aus deutscher Sicht: Ausgerechnet Marko Stamm, mit drei Treffern nicht nir erfolgreichster deutscher Werfer, sondern auch spielerisch auffälligster Akteur der Auftaktpartie, droht aufgrund einer Bänderverletzung im Fuß das WM-Aus, wie bereits im Interviewbereich bekannt wurde. Das wäre nicht nur spielerisch ein herber Verlust, sondern es würde bei dem festgeschriebenen 13er-Kader im weiteren Turnierverlauf auch keinen Ersatz geben.

Die deutschen Tore teilten sich zum WM-Auftakt neben Marko Stamm (3) Lucas Gielen (2), Denis Strelezkij, Julian Real, Marin Restovic und Ben Reibel. Nach der mit starker Moral erkämpften Punkteteilung muss die DSV-Auswahl am Mittwochabend (10:50 Uhr deutscher Zeit) nun nicht nur das zweite Vorrundenspiel gegen Brasilien unbedingt gewinnen, sondern wohl auch auf Torjagd gehen. Die Südamerikaner hatten zuvor ihr Auftaktspiel gegen den Gruppenfavoriten Italien klar mit 5:14 verloren.

Weltmeisterschaften 2019 in Gwangju (Südkorea)

Resultate 1. Spieltag

Montag, den 15. Juli 2019
08:30 Serbien – Montenegro 10:10 (4:3, 2:2, 2:4, 2:1)
09:50 Südkorea – Griechenland 3:26 (0:7, 0:7, 1:3, 2:9)
11:10 USA – Kasachstan 16:7 (4:1, 4:2, 3:2, 5:2)
12:30 Kroatien – Australien 14:4 (4:1, 2:1, 4:0, 4:2)
16:30 Südafrika – Spanien 3:23 (1:6, 1:5, 1:4, 0:8)
17:50 Neuseeland – Ungarn 4:24 (0:4, 1:7, 2:6, 1:7)
19:10 Brasilien – Italien 5:14 (3:5, 1:2, 0:5, 1:2)
20:30 Deutschland – Japan 9:9 (3:2, 4:3, 1:3, 1:1)

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