Arena auf der „grünen Wiese“: die WM-Spielstätte
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ERSTES ENDSPIEL …

Besondere Bedingungen gleich zum Auftakt: Unter Flutlicht und mit einer absoluten Schlüsselpartie starten Deutschlands Wasserballer bei den 18. Schwimmsport-Weltmeisterschaften hier in Gwangju (Südkorea) in das große WM-Abenteuer. Von 13:30 Uhr deutscher Zeit an trifft die Vertretung des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) bei einem Zeitunterschied von sieben Stunden in der ersten von drei Vorrundenpartien auf Asien-Vertreter Japan und muss in dem Abendspiel des Auftakttages dringend punkten, wenn der große Viertelfinaltraum ohne Zusatzabenteuer wahr werden soll. Die Partie läuft mit Bildern in Fernsehqualität im Livestream des ZDF.

Deutschlands Wasserballer sind erstmals seit 2013 wieder beim weltgrößten Schwimmsportereignis dabei und wollen bei ihrer Rückkehrer gleich wieder den Sprung unter die ersten Acht schaffen. „Das wäre für uns das Traumergebnis“, sagt Bundestrainer Hagen Stamm (Berlin). Mit dem Olympiadritten Italien und den beiden Kontinentalvertretern Japan und Brasilien hat Deutschland in der Gruppe D ein relativ günstiges Vorrundenlos erwischt. Bereits Platz drei reicht zum Einzug in die K.-o.-Phase, doch sollte die DSV-Auswahl Vorrundenzweiter werden, kann sie im Kampf um den Viertelfinalzug bei den Überkreuzduellen der Gruppenzweiten und -dritten mit Südafrika oder Neuseeland auf einen Außenseiter hoffen.

Damit werden bereits die beiden ersten Vorrundenpartien gegen Japan und Brasilien (Mittwoch, 10:50 Uhr) schon zu „Endspielen“, wie Stamm es treffend ausdrückt. Die Partien sind jedoch keine Selbstläufer, wobei besonders Auftaktgegner Japan aufgrund des ungewöhnlichen Spielstiles als sehr gewöhnungsbedürftig gilt: „Sie gehen über vier Viertel hoch und runter wie die Verrückten, dazu decken sie sehr aggressiv von vorne“, warnt Stamm. Die neuen FINA-Regeln kommen den vergleichswese kleinen Asiaten zudem entgegen, und diese konnte der angehende Olympiagastgeber im Gegensatz zu der deutschen Auswahl auch bereits bei der Weltliga-Endrunde in Belgrad (Serbien) testen.

Aktive wie auch Offizielle dürften sich der Herausforderung bewusst sein: Im September des vergangenen Jahres erwies sich beim dem bereits mit zwölf von 13 WM-Teilnehmern bestrittenen Weltcup-Turnier in Berlin das dortige Vorrundenduell mit einem 14:10-Erfolg als eine lange Zeit äußerst mühsame Angelegenheit. Zuletzt setzte es bei der gemeinsamen WM-Vorbereitung beider Teams in Chiba (Japan) für die DSV-Auswahl in einem inoffiziellen Spiel sogar eine 11:12-Niederlage, dieses allerdings noch mit einheimischen Schiedsrichtern.

Doch auch das deutsche Team ist in den vergangenen Monaten gewachsen. Zwar gibt es im Gegensatz zu den seit 2016 bei allen Großereignissen vertretenen Japanern gleich sieben WM-Neulinge im DSV-Aufgebot, doch die Mehrzahl der Akteure durch den Champions League-Auftritt der Spitzenteams Wasserfreunde Spandau 04 und Waspo 98 Hannover reichlich internationale Erfahrung sammeln und auch in Länderspielen auf sich aufmerksam machen. Der inzwischen eingebürgerte und für die DSV-Auswahl spielberechtigte Niederländer Lucas Gielen soll zusätzliche Sicherheit bringen.

Nach Wochen intensiver Vorbereitung gibt es beim WM-Countdown einige kleinere Blessuren zu vermelden: Tobias Preuß, Marko Stamm und Mateo Cuk schmerzte jeweils die Schulter, Zweittorwart Kevin Götz hat eine überdehnte Sehne in linker Hand. Doch das soll die Deutschen beim dritten Großereignis des Olympiazyklus nicht vom Kurs abringen: Wir sind wieder im einstelligen Bereich, und das soll bei der WM so bleiben“, sagt Abwehrchef und Centerverteidiger Julian Real unter Hinweis auf die Vorjahresresultate bei den Europameisterschaften (9. Platz) und beim Weltcup (4. Rang).

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