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DAS ETWAS ANDERE AMBIENTE

Es wird für die Teilnehmer und Besucher in jedem Fall ein Erlebnis sein: Mit einer farbenprächtigen Feier sind am Freitagabend im südkoreanischen Gwangju die 18. Schwimmsport-Weltmeisterschaften seit 1973 eröffnet worden. Bei dem sportlichen Großereignis mit mehr als 2.600 angekündigten Aktiven aus 194 Ländern sind Deutschlands Wasserballer erstmals seit 2013 wieder dabei und greifen beim Duell der weltbesten Mannschaften am Montagabend Ortszeit (13:30 Uhr deutscher Zeit) mit der Vorrundenpartie gegen Asien-Vertreter Japan in das sportlichen Geschehen ein.

Die bei vor Jahresfrist bei den Europameisterschaften in Barcelona (Spanien/ noch neunplatzierte DSV-Auswahl will sich bei dem für das kommende Jahr angestrebten Startplatz bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio (Japan) zumindest positionieren. Bei der Zwischenstadion Gwangju wird die Rückkehr unter die besten Acht angestrebt, und einen kleinen Vorgeschmack auf Olympia gibt es bereits in Südkoreas sechstgrößter Stadt: Anders als bei Wasserball-Europameisterschaften sind bei den Weltmeisterschaften alle Schwimmsportdisziplinen in einer Veranstaltung vereint. Anstelle des klassischen Ambientes der über die Region verteilten Hotels wartet auf die Aktiven zudem diesmal sogar ein WM-Dorf als Unterkunft.

Ebenso olympiareif wie ungewöhnlich ist die auch Spielstätte: Wasserball wird im Fußball-Stadion der Nambu-Universität in einer auf der grünen Wiese komplett temporär errichteten Wettkampfanlage gespielt. Ein 35-Meter-Freiwasserbecken und eine alle Seiten umfassende Tribüne mit gut 5.000 Zuschauerplätzen sorgt bei den Spielen für ein Centre-Court-Feeling in Tennismanier. WM-Ambiente sollte aber auch vor der Spielstätte aufkommen. Dieses befindet sich in direkter Nachbarschaft des ebenfalls auf dem Campus gelegenen Schwimmsportzentrums, das als Hauptwettkampfstätte die Masse der Zuschauer anziehen wird. Gut 11.000 können hier die Wettbewerbe im Beckenschwimmen und Wasserspringen verfolgen.

Die Wettkampfanlage ist ganz nach den Erfordernissen der Sportart gestaltet worden, dennoch sind die Bedingungen im fernen Asien nicht ganz leicht und beschränken sich aus deutscher Sicht bei den Herausforderungen nicht nur auf die sieben Stunden Zeitunterschied. So wird es im humiden Klima Gwangjus Wasser nicht nur im Becken geben: Die koreanische Halbinsel liegt im Einzugsgebiet des asiatischen Monsuns, was auch die WM-Teilnehmer zu spüren bekommen könnten. Der meiste Regen des Jahres fällt in den 31 Tagen um den 17. Juli, wobei die durchschnittliche Gesamtakkumulation 295 Millimeter beträgt. Die Wahrscheinlichkeit eines nassen Tages beträgt trotz des Sommers bis zu 53 Prozent, wie Wetterstatistiken verraten.

Auch die Fans in Heimat können live dabei sein, doch die 18. Schwimm-WM beschert aus DSV-Sicht allerdings auch ein negatives Novum: Erstmals wird es in der 46-jährigen Geschichte der Titelkämpfe keine deutschlandweiten Fernsehübertragungen geben. Als Ersatz hat das ZDF als nationaler Rechteinhaber mehr als 70 Stunden Livestreams im Internet angekündigt, darunter die deutschen Vorrundenspiele gegen Japan (15. Juli/13:30 Uhr MESZ), Brasilien (17. Juli/10:50 Uhr) und Italien (19. Juli/5:30 Uhr). Das komplette WM-Geschehen, darunter alle 88 Wasserballspiele, läuft im Internet live wie auch als Aufzeichnung auf FINA TV (Bezahlschranke), allerdings: Die dringend benötigte Breitenwirkung bietet keines der beiden Angebote.

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