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Tradition und Moderne …

Auch wenn es aktuell nicht jeder glauben mag, doch beim Wasserball wirft auch die Tradition immer noch so manches Tor. Sichtbar wird dieses auch bei der morgigen Champions League-Partie zwischen Kroatiens Rekordmeister Jug Dubrovnik und Deutschlands amtierenden Titelträger Waspo 98 Hannover (19 Uhr, live auf www.len.eu): Die seit 2013 neugestaltete Hauptrunde der Champions League mag sich auf dem Weg zu einer internationalen Fernsehliga modernen Gepräges befinden, doch ohne ihre Historie würden die beiden Vereine sich möglicherweise nicht dort befinden, wo sie heute stehen.

Gegründet wurde der VK Jug im Jahre 1923, als das damalige Jugoslawien noch als „Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen“ firmierte. Bereits 1925 wurde der erste von 35 nationalen Meistertiteln gewonnen. Die nachfolgende Erfolgsbilanz des kroatischen Rekordmeisters ist selbst im internationalen Vergleich atemberaubend, auch wenn der Klub von der Adria in Sachen Meistertiteln zwischen 1951 und 1980 einen Durchhänger erlebte. Partizan Belgrad und Mladost Zagreb hießen die jugoslawischen Topvereine jener Jahre, doch seit dem Ende der 1970er Jahre ließ Jug nicht nur weitere Meistertitel sondern auch vier Siege in der Champions League bzw. dem vormaligen Europapokal der Landesmeister (1980, 2001, 2006 und 2016) folgen.

Zumindest die beiden ersten Daten werden von dem amtierenden deutschen Meister noch getoppt. Die Waspo98-Vorgängervereine wurden bereits auf dem Höhepunkt des Kaiserreiches in den Jahren 1898 (Schwimm-Club von 1898) und 1919 (Wasserfreunde Hannover) bzw. 1913 (Waspo Hannover-Linden) gegründet, und auch der erste deutsche Meistertitel der Wasserfreunde Hannover folgte bereits 1921. Mit Fritz Gunst und Karl Bähre stellten die Wasserfreunde zudem 1928 in Amsterdam (Niederlande) zwei Spieler in der deutschen Olympiasiegermannschaft. Die 1970 eingeführte Bundesliga schien zunächst an dem traditionsreichen Wasserballstand Hannover vorbeizugehen, doch 1974 gelang schließlich dem vormaligen Arbeiterklub Waspo Hannover-Linden als ersten Verein der Sprung in das nationale Elitespielklasse. „Waspo“ war damit der neue Platzhirsch und unterbrach 1993 als erster Klub die 1979 eingeleitete nationale Meisterserie der Wasserfreunde Spandau 04, ehe 2012 die Fusion mit dem einstigen Rivalen SC Wasserfreunde 98 erfolgte.

Beide Klubs verbindet übrigens eine weitere Gemeinsamkeit, die allerdings nicht historisch begründet ist: Sie schicken ihre Ligamannschaft vor heimischer Kulisse in der Regel jeweils nur noch unter dem Hallendach ins Rennen. In Dubrovnik wurde das frühere Freiwasserschwimmstadion Gruz, der Austragungsort der morgigen Partie, in eine Hallenarena für etwa 2.500 Zuschauer mit einem Cabriodach umgebaut und 2005 wiedereröffnet. In Hannover holte Waspo 98 Hannover 2012 mit der überraschenden Qualifikation für die Hauptrunde der Champions League das 1972 eröffnete Stadionbad aus dem (wasserballerischen) Dornröschenschlaf zurück. Nicht zuletzt aufgrund der gestiegenen nationalen wie auch internationalen Anforderungen ist Niedersachsens größte Schwimmsportarena aus der Sportart kaum mehr wegzudenken. In diesem modernen Ambiente wird am Rande der Innenstadt vom 6. bis 8. Juni auch das Final Eight der Champions League stattfinden..

Jug Dubrovnik in Zahlen

Gegründet: 1923
Heimatort: Dubrovnik (Kroatien)
Spielstätte: Bazen u Gruz
Trainer: Vjekoslav Kobescak
Homepage: www.jug.hr
Sportliche Erfolge: 35 x jugoslawischer bzw. kroatischer Meister (erstmals 1925), 4 x Gewinner Adria-Liga (2009, 2016 – 2018), 4 x Sieger Champions League bzw. Europapokal der Landesmeister (1980, 2001, 2006 und 2016)
Resultate 2018: kroatischer Meister, Gewinner Adria-Liga und 4. Platz Champions League
Interessante Spieler: Sandro Sukno, Luka Loncar, Maro Jokovic, Xavier Garcia
Qualifikation Champions League: Wild Card

Waspo 98 Hannover in Zahlen

Gegründet: 1898 und 1919 (Wasserfreunde 98 Hannover) bzw. 1913 (Waspo Hannover-Linden), fusioniert 2012
Spielstätten: Stadionbad und Volksbad Limmer
Trainer: Karsten Seehafer
Homepage: www.waspo98.de
Sportliche Erfolge: 10 x deutscher Meister (1921 – 1948 8 x Wasserfreunde 98 Hannover, 1993 Waspo Hannover-Linden und 2018 Waspo 98 Hannover), 4 x deutscher Pokalsieger (1998 und 2003 Waspo Hannover-Linden, 2017 und 2018 Waspo 98 Hannover)
Resultate 2018: deutscher Meister, Pokalsieger und Supercup-Gewinner
Interessante Spieler: Darko Brguljan, Julian Real, Aleksandar Radovic, Moritz Schenkel
Qualifikation Champions League: Wild Card

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