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Waspo 98 revanchiert sich

Waspo 98 Hannover hat sich in der Champions League im nationalen Duell revanchiert: Zwei Wochen nach der deutlichen 9:15-Niederlage in Berlin siegten die kampstarken Niedersachsen zum Rückrundenauftakt in einer wechselhaften Partie gegen die Wasserfreunde Spandau 04 diesmal mit 11:7 (1:3, 4:1, 4:0, 2:3) und holten sich zugleich den sehnlichst erwarteten ersten Saisonsieg auf der internationalen Bühne. Hannover ließ zunächst sieben Überzahlchancen in Serie aus, legte dann aber beim Stande von 2:4 einen 7:0-Lauf hin.

Das Schlussresultat war am Ende klar, doch anfangs sah es allerdings nicht nach einem Vier-Tore-Sieg der Niedersachsen aus: Hannover ließ vor gut 400 Zuschauern im Stadionbad zunächst sieben Überzahlchancen in Serie aus, einzig Torjäger Aleksandar Radovic traf zwischenzeitlich mit einem Fernwurf zum 1:2 (7.). Die Gäste haderten in der erneut von ausländischen Schiedsrichtern geleiteten Partie mit der oftmaligen Unterzahl in der ersten Hälfte, nutzten allerdings ihren einzigen numerischen Vorteil der ersten zehn Minuten zum 2:0 und hatten das Spiel in dieser Phase in der Hand.

An dem unbefriedigenden Waspo98-Auftritt änderte sich auch im zweiten Abschnitt zunächst nichts: Zwar gelang Tobias Preuß, bezeichnenderweise ebenfalls aus dem laufenden Spiel, nach elf Minuten der Anschlusstreffer zum 2:3 (11.), doch erhöhte Maurice Jüngling postwendend erneut auf 4:2. Im Anschluss an die siebte vergebene Überzahl der Niedersachsen hätte Spandau mit einem eigenen numerischen Vorteil auf 5:2 nachlegen können, doch Moritz Schenkel fischte hier Marko Stamms Wurf weg und vereitelte auch im nächsten Angriff eine weitere Chance der Gäste.

Den Berlinern sollte jetzt aber das Spiel vollends entgleiten: Mit drei Treffern binnen 101 Sekunden, der letzte 1,2 Sekunden vor dem Seitenwechsel, drehte Waspo 98 die Partie und ging mit einer 5:4-Führung in die zweite Hälfte. Über die Halbzeitpause hinaus legte der Gastgeber einen 7:0-Lauf hin, so dass aus dem 2:4-Rückstand (12.) eine 9:4-Führung (23.) vor dem letzten Anschwimmen geworden war. Als Führungsspieler erwies sich in dieser entscheidenden Phase Torjäger Aleksandar Radovic, der den deutschen Meister zuvor bereits mit zwei Treffern im Spiel gehalten hatte, an diesem Abend aber auch als Passgeber Akzente setzte und in den entscheidenden Aktionen Präsenz ausstrahlte.

Spandau kam nach dem finalen Anschwimmen noch einmal auf 6:9 heran, allerdings fiel der sechste Gästetreffer erst in der 29. Minute. Zwar ging der Schlussabschnitt im Teilresultat mit 3:2 an den Vorjahresachten, allerdings wirkten die Berliner neben dem 0:7-Lauf spätestens nach dem Seitenwechsel vor dem gegnerischen Tor insgesamt wenig einfallsreich. Beim Sieger trafen Aleksandar Radovic (3/1), Ante Corusic, Julian Real (je 2), Tobias Preuß, Luka Sekulic, Darko Brguljan und Predrag Jokic, während auf Spandauer Seite Maurice Jüngling, Tiberiu Negrean, Stefan Pjesivac (alle 2) und Dennis Strelezkij erfolgreich waren.

„Spiele gegen Spandau sind nichts für schwache Nerven und immer emotional“, freute sich Hannovers Trainer Karsten Seehafer, dessen Team sich trotz des schlechten Starts in das Spiel zurückkämpfte. Mit dem 4:0-Teilresultat im dritten Abschnitt hatten die Niedersachsen diesmal zudem ihrer traditionelle Schwächephase eindrucksvoll getrotzt. Spandau konnte trotz des guten Starts den Lauf der ersten Partie nicht halten: „Zwei gewonnene Viertel reichen nicht. Wir brauchen Konstanz über die gesamte Spieldauer – und das sowohl in der Verteidigung als auch im Angriff“, gab sich Trainer Petar Kovacevic kritisch.

Spandau hat in der weiterhin sehr ausgeglichenen Hauptrunden-Gruppe B als Tabellensechster zwar weiterhin rechnerische Chancen auf Rang drei und den erneuten Endrundeneinzug, allerdings wird sich dieses wohl nicht ohne die heute in Hannover verlorenen Punkte umsetzen lassen. Die als Gastgeber hierfür bereits qualifizierten Niedersachsen haben mit dem ersten Sieg und günstigen Ansetzungen in den verbliebenen Heimspielen die anvisierte Chance auf eine Verbesserung in der Endplatzierung und weiteren Rückenwind gewahrt.

In der unteren Tabellenhälfte hat sich allerdings nichts verändert, da der kroatische Traditionsverein Jadran Split etwas überraschend im Duell der beiden Hauptrundenneulinge mit 12:9 gegen den Tabellenzweiten BPM Sport Management (Italien) siegreich war. Die Fortsetzung auf internationaler Bühne folgt am 27. Februar mit Heimspielen für beide DWL-Vertreter: Waspo 98 empfängt am neunten von 14 Spieltag bereits um 17:30 Uhr in einem Fernsehspiel (SPORT 1 überträgt in voller Länge live) 2017er-Sieger Szolnoki VSC (Ungarn). Spandau hat von 19 Uhr an Sport Management zu Gast.

Champions League 2018/2019

Gruppe B, 8. Spieltag in Hannover

Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04 11:7 (1:3, 4:1, 4:0, 2:3)

Hannover: Moritz Schenkel – Ante Corusic 2, Erik Bukowski, Julian Real 2, Darko Brguljan 1, Aleksandar Radovic 3/1,, Predrag Jokic 1, Tobias Preuß 1, Luka Sekulic 1, Marin Ban, Alex Giorgetti, Jorn Winkelhorst und Kevin Götz. Trainer: Karsten Seehafer
Spandau: Laszlo Baksa – Remi Saudadier, Lucas Gielen, Mateo Cuk, Tiberiu Negrean 2, Maurice Jüngling 2, Dennis Strelezkij 1, Nicola Dedovic, Marko Stamm, Ben Reibel, Lukas Küppers, Stefan Pjesivac 2 und Mihaly Peterfy. Trainer: Petar Kovacevic

Persönliche Fehler: 11/13

Resultate 8. Spieltag

Mladost Zagreb (CRO) – Szolnoki VSC (HUN) 8:11
Jadran Split (CRO) – BPM Sport Management (ITA) 12:9
Waspo 98 Hannover (GER) – Wasserfreunde Spandau 04 (GER) 11:7
Olympiakos Piräus (GRE) – Jug Dubrovnik (CRO) 10:10

Punktestand: Jug Dubrovnik (CRO) 22, BPM Sport Management (ITA) 16, Olympiakos Piräus (GRE) 12, Szolnoki VSC (HUN) 12, Mladost Zagreb (CRO) 8, Wasserfreunde Spandau 04 (GER) 7, Jadran Split (CRO) 6, Waspo 98 Hannover (GER) 6.

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