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Kalte Hosen und andere Probleme

„2019 startet aus der kalten Hose“: Trainer Karsten Seehafer ist sich bewusst, dass der erste Auftritt der Waspo 98 Hannover nach dem Jahreswechsel in jedem Fall eine dicke Herausforderung ist. Bereits am heutigen Mittwochabend muss der deutsche Meister auswärts in der Champions League ran und trifft dort von 19 Uhr an mit Ungarns Vizemeister Szolnoki VSC auf einen der gleich sechs aktuellen oder ehemaligen Gewinnern des Wettbewerbs, die bei den Hauptrundenspielen in der „deutschen“ Gruppe B ins Wasser steigen. Die Partie läuft wie gewohnt auch im Livestream der LEN.

Seit dem 3. Januar sind die Niedersachsen wieder im Training, der Start in das neue Jahr hätte dennoch besser ausfallen können: Nationalspieler Tobias Preuß fehlt krankheitsbedingt, und Jung-Vater Darko Brguljan (seit dem Silvestertag Vater eines Sohnes) darf sich schonen. „Damit kommt es zur Bewährungsprobe für [Wolf] Moog und [Fynn] Schütze“, sieht Seehafer die Rotation sportlich. „Das Ganze ist auch eine Chance, wir sollten wieder dynamischer und frischer spielen“, sagt Vereinspräsident Bernd Seidensticker unter Hinweis auf die zuletzt missglückten Europapokalauftritte des DWL-Vertreters, der vor den Feiertagen sogar auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht ist.

2017 gewann der Provinzklub mit der reinen Wasserballarena in der Hauptstadt Budapest im fünften Anlauf erstmals auch den Titel in der Königklasse und krönte damit eine über Jahre anhaltende Entwicklung, doch aktuell stehen in Szolnok wie auch der ungarischen Meisterschaft die Zeichen auf Wechsel: Im nationalen Finale unterlag das Team zuletzt nach zuvor drei Titelgewinnen in Serie diesmal gegen Ferencvaros Budapest. Zudem konnte der ambitionierte Hauptstadtklub seinem direkten Kontrahenten nach Topspieler Denes Varga (2017) nun auch den Australier Aaron Younger, vergangenen Herbst bester Akteur beim Weltcup-Turnier in Berlin, wegschnappen.

Auf der Trainerbank gibt es mit Serbiens 2016er-Olympiasieger Zivko Gocic (zuvor als Spieler aktiv) ebenfalls einen neuen Namen, und die Wechsel scheinen nicht spurlos vorbeigegangen zu sein: Mit lediglich fünf Punkten aus fünf Partien rangiert der Gastgeber im Kampf um einen der drei frei ausgespielten Endrundenplätze derzeit nur auf Platz fünf. Nicht hilfreich erwies dabei vor dem Jahreswechsel das 9:9-Unentschieden in der Auswärtspartie beim zweiten DWL-Vertreter Wasserfreunde Spandau 04, zumal es auch bereits das zweite der im Europapokal aufgrund der Drei-Punkt-Regel für Siege nur mäßig ertragreichen Unentschieden war.

Den Ungarn verbleiben aber dennoch eine Reihe herausragender Akteure wie Nationaltorhüter Viktor Nagy (Welttorhüter 2013), Serbiens Olympiasieger Andrija Prlainović oder der bullige Center Gabor Kis, die jeden Gegenspieler vor dicke Probleme stellen können. Im bisher einzigen Duell beider Teams unterlag Waspo 98 im Herbst 2014 beim damaligen Zweitrundenturnier der Champions League im Stadionbad nur knapp mit 10:11 gegen den späteren Bronzemedaillengewinner – damals ein Achtungserfolg für die Niedersachsen, heute kein Resultat, das diesen in der Tabelle weiterhilft.

Die Trauben hängen im Lande des Rekordolympiasiegers daher einmal mehr hoch, doch eine nicht unwichtige Hürde haben die Niedersachsen immerhin schon geschafft: Sie sind am gestrigen Dienstag tatsächlich in Szolnok angekommen. Der gewohnte (und gebuchte) Flug nach Budapest war witterungsbedingt in das ebenfalls verschneite Bratislava umgeleitet worden. Nach dem Umweg über die slowakische Hauptstadt gehen die Blicke nun aber in Richtung der ersten Partie des aus Sicht der Niedersachsen erneut ereignisreichen Wasserball-Jahres 2019 – die kalten Hosen können übergezogen werden.

Der Kontrahent im Kurzporträt

Gegründet: 1921
Heimatort: Szolnok (Ungarn)
Spielstätte: Szolnoki Vízilabda Aréna
Homepage: www.vizilabda-szolnok.hu
Sportliche Erfolge: 9 x ungarischer Meister (zwischen 1954 und 2017), Champions League-Gewinner 2017
Trainer: Zivko Gocic
Interessante Spieler: Viktor Nagy, Andrija Prlainović, Gabor Kis
Resultate 2018: 2. Platz ungarische Meisterschaft, 5. Platz Champions League
Qualifikation: Wild Card

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