DSV-Verbandstag: Mit neuer Satzung aber ohne Präsidentin …

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DSV-Verbandstag: Mit neuer Satzung aber ohne Präsidentin …

Nicht alltäglich, aber auch nicht ganz so dramatisch, wie es die im Internet zirkulierenden Medienberichte vermuten lassen, verlief der außerordentliche Verbandstag des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) in Bonn. Bei der elfstündigen Marathonsitzung im Gustav-Stresemann-Institut, bei der sich die Delegierten intensiv mit über 70 Reformanträgen auseinandersetzten, wurde auch eine neue Satzung beschlossen, die einen der ältesten und größten Sportfachverbände des Landes für die Zukunft wappnen sollen. Nach deren Verabschiedung trat die amtierende DSV-Präsidentin Gabi Dörries (Elmshorn) dennoch zurück, da das vom Präsidium vorgelegte neue Finanzkonzept nicht zur Abstimmung gekommen war.

Die Änderung der bisherigen DSV-Satzung war bereits direkt nach der Wahl von Gabi Dörries und ihrem Präsidium im Jahr 2016 als fester Bestandteil einer großen Strukturreform ins Auge gefasst worden. „Dieses, für den Deutschen Schwimm-Verband wichtige und große Ziel, ist nunmehr nach zwei Jahren intensivster Arbeit erreicht. Mein Dank gilt dem gesamten Präsidium, den Mitgliedsverbänden, aber vor allem Gabi Dörries, die sich unermüdlich in diese Mammutaufgabe mit der notwendigen Konsequenz und Hartnäckigkeit eingebracht hat”, erörtert DSV-Leistungssportdirektor Thomas Kurschilgen.

Mit der neuen Satzung werden in der Zukunft insbesondere relevante Entscheidungskompetenzen in das Hauptamt verlagert und sollen damit dem Leistungssport größtmögliche Freiheitsgrade in der Umsetzung seiner zukunftsweisenden Strategien bietet. Diese Umstrukturierung beinhaltet auch die Auflösung der bisherigen Fachsparten zugunsten der neuen Länderfachkonferenzen für die jeweiligen Disziplinen. Die ambitionierte Satzungsänderung wurde vor Ort mit einer deutlichen Mehrheit von über 85 Prozent der Delegiertenstimmen verabschiedet.

Trotz der von offizieller Seite als „Meilenstein in der Geschichte des DSV” gewerteten Reform war die Thematik der Erhöhung des Pro-Kopf-Mitgliedsbeitrages um 60 Cent auf 1,40 Euro pro Jahr, diese bereits ab 2019, nach einem Antrag zweier Landesverbände bereits zum Sitzungsbeginn auf den nachfolgenden Verbandstag im Mai des kommenden Jahres vertagt worden. Kurz vor dem Veranstaltungsende erfolgte unter Hinweis auf die beschlossene Vertagung dieses neuralgischen Themas der Rücktritt der DSV-Präsidentin wie auch der bisherigen Vizepräsidentin, Andrea Thielenhaus: „Durch die heutigen Beschlüsse sehe ich keine Basis für eine weitere Arbeit in der Position der Präsidentin”, erklärte Dörries in ihrer Rede zu den Delegierten.

waren es die Finanzfragen, die vielen Delegierten vor Ort massives Unbehagen bereiteten und auch zu zahlreichen kritischen Nachfragen führten. Wie Gespräche mit Tagungsteilnehmern durchblicken ließen, müssten die Landesverbände die angedachte Erhöhung des Beitrages oftmals an ihre Vereine und die dortigen Mitglieder weitergeben, was spürbare negative Folgen bis hin zur Streichung von Zuschüssen nach sich ziehen könnte, und können dieses auch nicht ohne einen dortigen Verbandstagsbeschluss tun. Die zahlreichen Medienberichte verschweigen zudem fast durchweg, dass es bereits im Dezember vergangenen Jahres eine deutliche Erhöhung der jährlichen Lizenzgebühren von 15 auf 25 Euro gegeben hat.
den umfangreichen Aufgaben gesellt sich auf dem Weg zum nächsten Verbandstag nun aber auch die Suche nach einem Kandidaten für den Präsidentenposten. Bis zur Eintragung der neuen Satzung in das Vereinsregister und den anstehenden Neuwahlen des Vorstandes (Anm.: Mit der beschlossenen Satzungsänderung auf dem außerordentlichen Verbandstag, ist eine Neuwahl des DSV-Vorstandes für die nächste Mitgliederversammlung auf der Basis der neuen Satzung verbunden) werden die Geschäfte von einem vierköpfigen Präsidium, bestehend aus den Vizepräsidenten Uwe Brinkmann und Wolfgang Hein, dem Direktor Leistungssport Thomas Kurschilgen sowie dem Vorsitzenden der Deutschen Schwimmjugend, Kai Morgenroth, geleitet werden.

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